Transparenz am Teller: Auch Konsumentinnen und Konsumenten wollen wissen, woher ihr Essen kommt.
Graz 20.01.2026 – Der Steirische Bauernbund erneuert gemeinsam mit bäuerlichen Vertretern im Bund und den anderen Bundesländern die Forderung nach einer verbindlichen Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie. Eine aktuelle AMA-Umfrage bekräftigt diese Forderung: 72 % der Österreicherinnen und Österreicher wollen wissen, woher Fleisch, Milch und Eier stammen – ein klares Signal für Transparenz und Ehrlichkeit am Wirtshaustisch.
Gastrogroßhandel: Heimisches Schweinefleisch bleibt auf der Strecke
Den Beweis für den geringen Anteil an österreichischem Schweinefleisch im bewies der jüngste Store-Check des Steirischen Bauernbundes und der Schweinevermarktungsgemeinschaft Styriabrid im Gastrogroßhandel: 61 % des Schweinefleisches stammen aus dem Ausland, vor allem aus Spanien, nur 39 % aus Österreich. Ein lückenlos nachvollziehbares AMA-Gütesiegel tragen nur 20 % der Produkte.
Billigimporte setzen heimische Betriebe unter Druck
Sinkende Erzeugerpreise, die massive Einfuhr von Billigfleisch und die europäische Billigung von Mercosur bringen die österreichischen Familienbetriebe unter Druck. Landwirtschaftskammerpräsident Andreas Steinegger kritisiert:
„Die aktuelle Situation ist mittelfristig gesehen wirtschaftlich nicht verkraftbar und bedroht die bäuerliche Zukunft in der Steiermark.“ Zudem gelten im Ausland niedrigere Tierhaltungs- und Umweltstandards. „Importe aus Drittstaaten müssen unseren hohen Standards entsprechen und wir fordern auch innerhalb Europas gleiche Produktionsbedingungen. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung ist ein zentraler Baustein, um fairen Wettbewerb und freie Entscheidungsmöglichkeiten der Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen“, fordert Steinegger.
Herkunft muss auf den ersten Blick erkennbar sein
Landesobfrau Landesrätin Simone Schmiedtbauer unterstreicht: „Herkunft ist eine Frage von Ehrlichkeit und Wertschätzung. Gäste sollen wissen, ob Qualität aus Österreich serviert wird – gerade in einer Tourismusnation wie Österreich. Wir fordern daher einmal mehr klar die verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie ohne Wenn und Aber.“
Bewusste Entscheidungen für heimische Qualität möglich machen
Der Steirische Bauernbund sieht die verpflichtende Herkunftskennzeichnung als entscheidenden Hebel für die Stärkung regionaler Wertschöpfung, fairer Preise und zukunftsfähiger Familienbetriebe: „Wenn Konsumentinnen und Konsumenten Bescheid wissen, greifen sie bewusst zu heimischer Qualität“, betont Steinegger. „Transparenz schafft Vertrauen, stärkt die bäuerlichen Betriebe und sichert Arbeitsplätze im ländlichen Raum“, so Schmiedtbauer abschließend.
Dass eine verbindliche Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie problemlos umsetzbar ist, zeigen die vielen Gastrobetriebe, die mit dem Transparenzteller der Steirischen Jungbauern ausgezeichnet wurden. Jedes Gericht auf der Speisekarte wird klar mit der Herkunft der verwendeten Zutaten aus Österreich ausgewiesen – vom Fleisch über Milchprodukte bis zu Eiern und Gemüse. Die Jungbauern wollen damit positive Beispiele vor den Vorhang holen und andere Gastronomen animieren, ebenfalls transparent zu arbeiten.
Für den Steirischen Bauernbund ist klar: Wer Österreich am Teller will, muss erkennen können, wo’s herkommt. Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung muss jetzt umgesetzt werden.
