Land Steiermark: Mehr Geld für 500 Pflegepersonen

Landesregierung beschließt rückwirkende Anhebung des Pflegekindergelds und Erhöhung von Pauschalzahlungen für Pflegefamilien.

Um Pflegeeltern und ihre Pflegekinder in Zeiten der Teuerung besser abzusichern, erhöht das Land Steiermark sowohl das Pflegekindergeld als auch diverse Pauschalzahlungen deutlich. Das wurde auf Antrag von Soziallandesrätin heute Donnerstag (01.02.2024) von der Landesregierung beschlossen. So wird rückwirkend ab 1. Jänner 2024 das Pflegekindergeld um zehn Prozent von 629 auf 692 Euro für Kinder bis zwölf Jahren und von 691 auf 761 Euro für Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren erhöht.

Ebenso steigt die Erstausstattungspauschale von 629 auf 1.000 Euro. Dieses Pauschale steht in Zukunft auch Krisenpflegeeltern zu. Darüber hinaus wird die Sonderbedarfspauschale auf 1.000 Euro erhöht. Insgesamt wendet das Sozialressort für die bessere Absicherung von Pflegepersonen damit zusätzlich rund eine Million Euro auf.

Bereits im vergangenen Jahr wurde das Pflegekindergeld in zwei Schritten um rund 21 Prozent angehoben, in der Vorwoche wurde das Ruhegeld für Pflegepersonen an die Teuerung angepasst.

Beschlossen hat die Landesregierung am Donnerstag zudem Förderungen für Einrichtungen wie Streetwork, die Kinderfreunde, LOGO jugendmangement und Rainbows, die Kinder und Jugendliche beziehungsweise ihre Familien vorbeugend unterstützen. Dafür stehen in diesem Jahr mehr als 880.000 Euro zur Verfügung.

Soziallandesrätin Doris Kampus: „Pflegepersonen leisten Großartiges und sind eine wichtige Stütze in unserer sozialen Steiermark. Ein großes Dankeschön an alle Familien, die sich so engagieren und Kindern ein liebevolles Zuhause geben. Die Teuerung trifft aber auch sie ganz besonders, weshalb ich mich sehr freue, dass wir nun ab sofort die finanzielle Absicherung der Pflegeperson weiter verbessern können.“

Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe werden in der Steiermark im Laufe eines Jahres rund 10.000 Kinder und Jugendliche betreut. Knapp 2.000 davon können aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihrer Ursprungsfamilie sein. Mehr als 900 dieser Kinder und Jugendlichen leben bei Pflegefamilien, von denen es in der Steiermark aktuell mehr als 500 gibt. Die Steiermark verfügt damit im Bundesländervergleich über die höchste Anzahl an Kindern und Jugendlichen in der Obhut von Pflegepersonen.

Um die Zusammenarbeit mit den Pflegepersonen weiter zu verbessern, wurden zwei VertreterInnen in die Partnerschaft Kinder- und Jugendhilfe aufgenommen. Eine Arbeitsgruppe hat nun den Auftrag zu prüfen, wie ein Anstellungsmodell für Pflegepersonen ausgestaltet sein müsste beziehungsweise wie jene Zeiten finanziell bewertet werden, in denen Pflegepersonen keine Pflegekinder haben.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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