Gegen Italien war kein Kraut gewachsen

Österreich bleibt in Einzelbewerben in Laas ohne Podestplatz

Es lief schon in den beiden Trainingsläufen nicht. Und leider setzte sich der Negativlauf für Österreichs Team im Weltcup der Rennrodler auf Naturbahnen in Laas am Sonntag fort. Nach dem zweiten Platz der steirischen Duos Maximilian Pichler/Nico Edlinger im Doppelbewerb am Samstag blieben die Podestplätze am Sonntag in den Einzelbewerben aus. Gegen die bärenstarke italienische Rodel-Armada war in Südtirol diesmal kein Kraut gewachsen.

Bei den Herren siegte Daniel Gruber vor dem Weltcup-Gesamtführenden Patrick Pigneter und Fabian Brunner. Auch Rang vier ging mit Florian Clara an einen Südtiroler. Bester Österreicher war Michael Scheikl aus der Steiermark, der sich allerdings mit Rang sieben begnügen musste. Die Tiroler Miguel Brugger, Leon Auer und Florian Markt vom Team Grantau aus Umhausen klassierten sich auf den Rängen neun bis elf.

Ruetz startete Aufholjagd

Bei den Damen war Evelin Lanthaler aus Südtirol einmal mehr für alle Konkurrentinnen außer Reichweite. Mit ihr vom Podest jubelten ihre Landsfrauen Daniele Mittermair und Nadine Staffler. Die Zweitplatzierte vom Weltcupauftakt im Kühtai und Gesamtführende im Junioren-Weltcup, Riccarda Ruetz aus Sellrain, verbesserte sich mit der zweitbesten Laufzeit im zweiten Run von Rang sechs noch auf Platz vier, verfehlte das Podest um lediglich vier Hundertstel. Tina Unterberger aus Oberösterreich landete auf Position sieben.

Michael Scheikl: „Dieses Ergebnis ist eine mittelschwere Katastrophe. Und ich kann derzeit nicht sagen, woran es gelegen hat. In so einer Situation war ich schon lange nicht mehr und muss jetzt erst einmal runter kommen und alles analysieren.”

Miguel Brugger: „Im ersten Lauf hatte ich einige Fehler drinnen. Im zweiten habe ich voll angegriffen. Er war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Es freut mich aber, dass ich noch Plätze gut machen konnte.”

Florian Markt: „Es ist nach meiner Blinddarm-Operation vor Weihnachten eh besser gegangen, als ich gedacht habe. Aber die Sicherheit hat nach zweiwöchiger Trainingspause total gefehlt. Mit Rodeln hat es wenig zu tun gehabt. Ich bin halt irgendwie runter geritten.”

Riccarda Ruetz: „Die Trainingszeiten am Samstag waren schon sehr ernüchternd. Es wurde deutlich, dass wir vorher auf der Bahn keine Fahrten hatten. Bis zum letzten Rennlauf hab’ ich’s dann halbwegs hinbekommen und bin in mit dem vierten Platz sehr zufrieden.”

Tina Unterberger: „Ein Rennen zum Vergessen! Im zweiten Lauf hab ich probiert, voll zu attackieren. Und das ist in die Hose gegangen, weil ich gleich zwei Mal in die Bretterwand gefahren bin. Aber ich kann mir zumindest nicht vorwerfen, dass ich nicht alles probiert habe.”

Sportdirektor Gerald Kammerlander: „Wir sind hier, da brauchen wir nichts beschönigen, einfach schlecht gerodelt. Riccarda war die Ausnahme. Sie hatte im ersten Lauf einen Fehler, hat dann nur ganz knapp das Podest verpasst. Wir wissen, dass wir bei weichen Bedingungen ein Manko haben. Gerade im Herren-Bewerb sind alle viel zu grob gefahren. Daran müssen wir arbeiten. Jetzt werden wir uns intensiv auf Umhausen vorbereiten, wo es dann hoffentlich deutlich kälter sein wird.”

Fotos: ÖRV/Ebermann

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: (c) arf.at