Das war das Tauplitzer Nikolospiel

Winterliche Bedingungen umrahmten gestern, 5.12., das Tauplitzer Nikolospiel. An die 70 Personen waren gegen 16 Uhr beim Tomahof zusammengekommen, um sich einzustimmen und vorzubereiten. Um 18 Uhr setzte sich die Nikologruppe vom Ortsteil Klachau dann zum Gashaus Moser in Bewegung, wo das Spiel in einer Stube aufgeführt wurde. Anschließend ging es weiter zum Dorfplatz in Tauplitz, wo das Spiel bei dichtem Schnneetreiben erneut aufgeführt wurde.
Die Schab schreiten dem Zug voraus, und kündigen mit ihrem lauten Knallen den Nikolozug an. 
Schuster und Schneider, Sommer und Winter eröffnen die Vorführung, die eigentlich aus verschiedenen Szenenzusammengesetzt ist und ein Sittenbild anprangert. 

Inhalt

Die Entstehung der Nikolospiele so wird vermutet, reicht bis ins 17. Jahrhundert in die Zeit der Gegenreformation zurück.  Zu den einzigartigen Besonderheiten im Tauplitzer-Nikolospiel zählen die so genanten Schab, jene mit Goassln schnalzenden Strohgestalten, deren Hörner scheinbar in der Finsternis bis in den Himmel hineinragen. Sie schreiten voraus, und kündigen mit ihrem lauten Knallen den Nikolozug an. Die beiden Vorspiele von Schuster-Schneider und Sommer-Winter werden als Erstes zur Darbietung gebracht. Es sind Streitspiele, wo sich jedes Spielerpaar wort- und gestenreich das Publikum mit den jeweils eigenen Vorzügen und den Nachteilen des Gegenüber für sich zu gewinnen versucht. Anschließend betreten nacheinander Nachtwächter und Jäger den Platz, womit der Hauptteil des Nikolospieles in Tauplitz beginnt. Ein eindruckvolles Bild bietet der heilige Nikolaus, der zu den wartenden Kindern kommt und vom Pfarrer, Engel und Bartl (Körbelträger) begleitet wird.

Zwischen dem Beschenken der Kinder und der Bettelmannbeichte wird der Rosshandel aufgeführt. Ein komischer und endlos wirkender Handel wird von Rossbauer und dem Käufer vollzogen. Ziemlich zerlumpt und von Alkohol gezeichnet, ist der Bettelmann, er bittet den Herrn Pfarrer, ihm die Beichte abzunehmen. Für Reue und Umkehr scheint es ihm allerdings zu früh zu sein. Das Maß ist voll, der Tod tritt herbei und beendet das Leben des Sünders. Der nun folgende Eheteufel prangt das sittenlose Leben der Eheleute an.

Nun stürmt der Höllenfürst Luzifer den Platz, der nur schwer von zwei Teufeln an der Kette gehalten werden kann. Er mahnt in seiner “Predigt” zur Zucht und zu Ordnung. Nachdem er sich losgerissen hat, beginnt ein wildes, von Schellenlärm begleitetes Treiben der Krampusse. Auch die Habergeiß und der Schmied sorgen während der Aufführung immer wieder für Aufsehen. 

Wer noch altes Brauchtum und Tradition erleben möchte, der ist in Tauplitz sicher richtig. Die Kostüme und Masken von der Tauplitzer-Nikolospielgruppe, kann man das ganze Jahr über im Gasthof Thomahof begutachten. Über 90 Krampusmasken und einige lebensgroß aufgebaute Spielfiguren (z.B. Strohschab 6m Höhe) haben in der Dachkammer im Thomahof ihr zu Hause.

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Fotos:©ARF/Rainer Hilbrand und Manfred Rastl


 

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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