Erhebliche Lawinengefahr durch große Neuschneemengen und Wind! Zusätzlich Gleitschneeaktivität. Bericht für 2. Dezember.

Erhebliche Lawinengefahr in den Hochlagen durch frischen Triebschnee! Zusätzlich Gleitschneeaktivität beachten!

In den Hochlagen herrscht erhebliche Lawinengefahr durch große Neuschneemengen und frische Triebschneeansammlungen. Gefahrenstellen sind oberhalb der Waldgrenze weit verbreitet in den Sektoren Nord über Ost bis Süd zu finden. In eingewehten Hängen und insbesondere hinter Geländekanten und in Einfahrten zu Rinnen und Mulden können Schneebrettlawinen schon durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Aus extrem steilen Bereichen aller Expositionen sind spontane Lockerschneelawinen zu erwarten. Auf glatten Grashängen sind spontane Gleitschneelawinen zu erwarten, die vereinzelt auch exponierte Verkehrswege erreichen

können. Bereiche unter offenen Schneemäulern sollten gemieden werden. Schlechte Sichtverhältnisse erschweren die Gefahrenbeurteilung im Gelände.

Schneedeckenaufbau

Das Schneedeckenfundament ist von Warmphasen und Regenereignissen geprägt und daher in mittleren Lagen feucht und in höheren Lage verharscht. In der Nacht auf Samstag sorgt Regeneintrag in tieferen Lagen für weitere Durchfeuchtung, bevor die Schneefallgrenze in den frühen Morgenstunden bis in die Tallagen absinkt. Im Laufe des Samstags wird bis zu 50 cm Neuschneezuwachs erwartet. Mit anfangs Südwestwind und später stürmischem
Nordwestwind entstehen mächtige Triebschneeansammlungen. Schwachschichten sind sowohl innerhalb der frischen Schneeauflage zu erwarten, als auch im Altschnee teilweise bereits vorhanden.

Wetter

Ein Wechselspiel zwischen warmer, feuchter Luft aus Süden und polaren Luftmassen aus Norden sorgt am Samstag für ungünstiges, und in Bezug auf die Schneefallgrenze schwer
vorhersagbares, Bergwetter. Die Sicht ist generell eingeschränkt und es werden
intensive Niederschläge erwartet.

Die Schneefallgrenze liegt in den Niederen Tauern in der Nacht von Freitag auf Samstag noch auf etwa 1300 m, in den Nordalpen auf etwa 1000 m und sinkt in den frühen Morgenstunden bis in die

Tallagen ab. Es schneit am Vormittag stark, gegen Abend lässt der Niederschlag langsam nach. Der Wind dreht im Laufe des Tages von Südwest auf Nordwest und wird am Nachmittag zunehmend stürmisch. In 2000 m fallen die Temperaturen im Laufe des Tages bis -13 Grad am Abend.

Tendenz

Der Sonntag bringt großteils sonniges, kaltes Bergwetter. Die Kälte konserviert das Triebschneeproblem. Keine wesentliche Änderung der Lawinengefahr. Besondere Vorsicht ist geboten, trotz des schönen Bergwetters bleibt die Lawinensituation heikel!

Quelle: Lawinenwarndienst Steiermark

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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