Ausbau der Kinderbetreuung wird im neu geschaffenen Zukunftsfonds zentralen Stellenwert einnehmen

Die Bundesregierung investiert 4,5 Milliarden in den Ausbau der Kinderbetreuung und Kinderbildung. Der Bund unterstützt bereits seit 2008 die primär zuständigen Länder und Gemeinden beim quantitativen und qualitativen Ausbau der Elementarbildung mit Zweckzuschüssen; seit damals konnten bereits große Erfolge erzielt werden, zB konnte die Besuchsquote bei unter 3-Jährigen von 14 % auf 32,1 % mehr als verdoppelt werden. Zusätzlich konnte letztes Jahr gemeinsam mit den Bundesländern mittels 15a-Vereinbarung 1 Milliarde Euro für die Kinderbetreuung festgesetzt werden. Im Zuge der Verhandlungen zum Finanzausgleich gab es nun eine politische Einigung zwischen Bund und allen Ländern, um die Lücken im Angebot zu schließen: Der Ausbau der Kinderbetreuung wird im neu geschaffenen Zukunftsfonds einen zentralen Stellenwert einnehmen.

Der Fokus liegt auf dem Ausbau der Betreuungsplätze, insbesondere für unter Dreijährige, auf dem Ausbau der Öffnungszeiten bzw. der VIF-Konformität sowie auf der Verbesserung der Qualität (Fachkraft-Kind-Schlüssel, Gruppengröße, Arbeitsbedingungen der Pädagoginnen und Pädagogen).

Für den Bereich der Elementarpädagogik sind 500 Mio. Euro pro Jahr bis 2030 vorgesehen, auch über Ende der Finanzausgleichs-Periode hinaus sowie inflationsangepasst. Die Mittel werden auf die Bundesländer je nach Bevölkerungszahl verteilt:

  • Burgenland: 16.576.340 Euro
  • Kärnten: 31.293.115 Euro
  • NÖ: 94.490.735 Euro
  • OÖ: 83.718.010 Euro
  • Salzburg: 31.222.595 Euro
  • Steiermark: 69.526.410 Euro
  • Tirol: 42.375.385 Euro
  • Vorarlberg: 22.315.040 Euro
  • Wien: 108.482.370 Euro

Das Geld wird zusätzlich zu der bereits bestehenden Bund-Länder Vereinbarung in der Höhe von 1 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Außerdem neu: Der Bund unterstützt die Länder auch bei den Personalkosten der Pädagoginnen und Pädagogen. Das wird erstmalig so sein und ist eine Trendwende im Bereich der Kinderbildung und –betreuung. Insgesamt werden in einem gemeinsamen Kraftakt des Bundes, der Bundesländer und Gemeinden über 4,5 Milliarden Euro für die Kinderbetreuung investiert.

Eckpunkte zum neuen Kinderbetreuungs-Monitor

Die Situation der Kinderbetreuung und -bildung ist in den Bundesländern und je nach regionalen Gegebenheiten sehr unterschiedlich. Es ist wichtig, dass dort Plätze geschaffen werden oder es längere Öffnungszeiten gibt, wo sie gebraucht werden, das spielt natürlich vor allem in ländlichen Regionen eine wesentliche Rolle. Daher führt die Regierung ein neues Kinderbetreuungs-Monitoring ein, mit dem die Fortschritte sowie bestehende Versorgungslücken besser eruiert und die Mittel bedarfsgerecht, noch besser als jetzt eingesetzt werden können.Der erste Monitoringbericht wird bis Ende März vorliegen und dann jährlich im Herbst auf Basis der aktuellsten Daten der Statistik Austria erscheinen, die das Projekt auch umsetzt.Im Bericht werden folgende Daten, gegliedert nach Bundesländern, dargestellt:

  • Besuchsquote (nach Alter, im zeitlichen Verlauf)
  • Kinder in elementaren Bildungseinrichtungen (nach Alter, im zeitlichen Verlauf)
  • Elementare Bildungseinrichtungen (nach Erhalter, Form der Betreuungseinrichtung, Öffnungszeiten und -tage etc.)
  • Kinder in elementaren Bildungseinrichtungen nach Öffnungszeiten (VIF-konforme Betreuungseinrichtungen, halb- und ganztätige Kinderbildung und -betreuung)
  • Personal (Fach- und Hilfskräfte)

Die Daten werden heruntergebrochen auf Regionen ab Herbst 2024 online über ein Dashboard und über eine interaktive Landkarte für jede und jeden zugänglich sein. Dadurch wird ein umfassender und öffentlich zugänglicher Überblick über die Situation der Kinderbetreuung in Österreich möglich, um einerseits mehr Transparenz zu schaffen und andererseits für die Familien in Österreich noch rascher in der Kinderbetreuung agieren zu können.

Zitat Bundeskanzler Karl Nehammer:

„Jetzt kann der Turbo für den Ausbau Kinderbetreuung gezündet werden. Wir werden, wie versprochen, 4,5 Milliarden Euro bis 2030 in den Ausbau investieren. Es darf nicht sein, dass die Frage, ob jemand arbeiten gehen kann oder nicht, an der Kinderbetreuung liegt. Endlich wird echte Wahlfreiheit für die Kinderbetreuung in Österreich möglich sein. Die Zeit ist mehr als reif dafür.”

Zitat Vizekanzler Werner Kogler:

„Für einen guten Start unserer Kinder in den Bildungsweg, eine gleichberechtigte Elternschaft und damit die Möglichkeit für beide Elternteile einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen, braucht es mehr Kinderbetreuung in unseren Gemeinden und Städten. Dabei ist auch die Qualität der Kinderbetreuungs- und -bildungsplätze zentral: Längere Öffnungszeiten und mehr Pädagog:innen für mehr Qualität. Der neue Kinderbetreuungs-Monitor wird uns ab März genau zeigen, wo es in Österreich noch Aufholbedarf gibt. Mit dem Zukunftsfonds und den 500 Mio. Euro geben wir den Ländern nicht nur die für den Ausbau notwendigen finanziellen Mittel, sondern auch konkrete Ziele und wir überwachen, dass die Ziele auch erreicht werden.”

Zitat Familienministerin Susanne Raab:

„Mir geht es immer darum, das Beste für die Familien und für die Kinder zu erreichen. Mehr Geld für die Kinderbetreuung ist ein riesiger Schritt für die Familien und auch für die Frauen in Österreich, denn gerade Mütter brauchen Sicherheit für ihre Planung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine ausreichende und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ist da ein wesentlicher Faktor. Das Ziel ist also eine echte und ehrliche Wahlfreiheit für alle Familien, sowie die Verbesserung der Qualität der Betreuung. Mit dem Kinderbetreuungs-Monitor haben wir nun ein Instrument, mit dem wir einen umfassenden und öffentlich zugänglichen Überblick über die Situation der Kinderbetreuung in Österreich bekommen, um einerseits

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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