VCÖ: In der Steiermark im Vorjahr mehr tödliche Fußgängerunfälle – vier der fünf Todesopfer Senioren

Fünf Fußgängerinnen und Fußgänger wurden im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in der Steiermark getötet, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ – Mobilität mit Zukunft. Vier Todesopfer waren Seniorinnen und Senioren. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem aus. Wirksame Maßnahmen im Ortsgebiet sind mehr Verkehrsberuhigung, Tempo 30 statt 50 und übersichtliche Übergänge.

Nach der historisch niedrigsten Anzahl tödlicher Fußgängerunfälle im Jahr 2021 nahm im Vorjahr die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger leider wieder zu: Fünf Todesopfer waren in der Steiermark zu beklagen, im Jahr 2021 waren es zwei, in den Jahren 2019 und 2020 jeweils acht und im Jahr 2018 sechs, berichtet der VCÖ.

Im Vorjahr waren vier der fünf Todesopfer 70 Jahre oder älter. Auch österreichweit waren Seniorinnen und Senioren die größte Opfergruppe bei den tödlichen Fußgängerunfällen, macht der VCÖ aufmerksam. Mobilitätserhebungen zeigen, dass der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege bei älteren Menschen deutlich höher ist als im Durchschnitt. Deshalb ist es wichtig, dass Gemeinden und Städte durch verstärkte Verkehrsberuhigung sowie niedrigeres Tempo des Kfz-Verkehrs die Sicherheit für ältere Menschen erhöhen.

Das ist auch wichtig, weil die Zahl der Menschen mit Demenzerkrankung zunimmt und auch das Verkehrssystem in den Gemeinden und Städten auf diese Entwicklung anzupassen ist. „Unser Verkehrssystem muss auf ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen und auch fehlertoleranter werden. Ein Fehler darf nicht schwerste oder gar tödliche Verletzungen zur Folge haben. Es braucht mehr Maßnahmen, die die Mobilität für ältere Menschen und somit für alle sicherer machen,“ erklärt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Insbesondere in Wohngebieten sind verstärkte Verkehrsberuhigung sowie niedrigeres Tempo des Kfz-Verkehrs wichtig, um die Sicherheit für ältere Menschen zu erhöhen.

Ältere Menschen benötigen zudem mehr Zeit, um eine Straße zu überqueren. „Viele Fußgängerampeln nehmen darauf keine Rücksicht. Die Grünphase ist häufig für ältere Menschen viel zu kurz“, weist VCÖ-Expertin Mosshammer auf ein weiteres Problem hin. Dabei schreibt seit vergangenem Jahr die Straßenverkehrsordnung explizit vor, bei Ampelschaltungen die „Bedürfnisse von Fußgängern, nach kurzer Wartezeit und ohne Eile queren zu können“ (§ 36, Absatz 3) zu beachten. Diese Regelung ist nun rasch umzusetzen. Der VCÖ empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern, Fußgängerampeln mit zu kurzer Grünphase der jeweiligen Stadt zu melden.

Drei der fünf tödlichen Fußgängerunfälle passierten außerhalb des Ortsgebiets. Der VCÖ betont, dass zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet sowie zu Bus-Haltestellen baulich getrennte Gehwege essentiell für die Sicherheit der Fußgängerinnen und Fußgänger sind. Ebenso, dass es bei Bus-Haltestellen und bei Siedlungen sichere Übergänge auf den Freilandstraßen braucht.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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