Kulturhauptstadt 2024 – Ausseerland Salzkammergut: Es stehen an die 30 Projekte an. Die Bad Ausseer Projekte

Momentan werden laufend Projekte auf der Homepage der Kulturhauptstadt vorgestellt. Um eine Zwischenbilanz zu ziehen, ist es momentan zu früh, denn nicht alles, was zugesagt wurde, ist momentan greifbar. Nichtsdestotrotz wollen wir die bereits veröffentlichten Projekte nach Gemeinden vorstellen. Derzeit finden sich auf der Homepage der Kulturhauptstadt 6 Projekte für Bad Aussee, vorläufig gibt es in der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit einen Schwerpunkt.

Die Projekte für Bad Aussee

Gravity and Growth – Erdanziehungen 

Ischlbergstraße 67, 8990 Bad Aussee 

Naturerlebniszentrum Alpengarten 

2023 – 2024 

Biodiversität, Ökosysteme und naturbasierte Zukunftsstrategien – Künstlerische Interventionen und wissenschaftliche Beiträge im Naturerlebniszentrum Alpengarten Bad Aussee. 

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Biodiversität, Ökosysteme und naturbasierte Zukunftsstrategien – Künstlerische Interventionen und wissenschaftliche Beiträge im Naturerlebniszentrum Alpengarten Bad Aussee. 

Der Alpengarten, der vom Verein NEZA (Naturerlebniszentrum Alpengarten Bad Aussee) getragen wird, gilt als Kleinod der botanischen Vielfalt und Biodiversität. Er wird mit der wissenschaftlichen Expertise von Anna und Thomas Steiner geführt.

Das Projekt ist im Spannungsfeld zwischen Sehnsuchtsraum, Wissenschaft und Experiment beziehungsweise Kunst und Wissenschaft zu verorten. Gerade in einer Zeit des Verlusts von Landschaft und Biodiversität und des drohenden Vergessens gärtnerischen Wissens ist auch die große Bedeutung als Erholungs- und Vermittlungsort hervorzuheben. Der Alpengarten als Experimentier- und Wissensplattform soll Raum für neue Herangehensweisen auf Themen wie Garten, Kunst, Biodiversität und deren historische Einbettung geben. Es werden Positionen verhandelt, inwiefern sich Menschen als Teil der Natur begreifen und über diese Erkenntnis eine zukunftsfähige Welt mit-gestalten können. 

Artistic Research

Drei bis vier künstlerische Positionen werden sich mit dem Naturraum in und um den Alpengarten Bad Aussee beschäftigen. An der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst sollen sie das Thema der Biodiversität und die Beziehung des Menschen zur alpinen wie voralpinen Landschaft erforschen.

Künstlerin und Kuratorin: Evalie Wagner (AUT), die weiteren Beiträge werden 2023 fixiert. 

Rahmenprogramm: Radio-Sendereihe, Workshops, Kräuterkurse und Vorträge. 

Projektträger: Verein NEZA (Naturerlebniszentrum Alpengarten), Bad Aussee

 www.badaussee.at/alpengartenwww.evaliewagner.com

Projektleiterin Salzkammergut 2024: Christina Jaritsch 

Sog’s uns, Soizkammerguat!

Jun. – Sept. 2023 

Eine Improtheater-Reise in 16 Salzkammergut-Gemeinden David Wagner und neun Granden der österreichischen Improvisationstheater-Szene befragen die Bevölkerung von 16 Gemeinden nach ihren Ideen und Anliegen zum Thema Kultur und verarbeiten die Ergebnisse 2023 in 16 Impro-Theater Live-Shows, von denen jede individuell auf die jeweilige Gemeinde und die Inspirationen ihrer Bewohner*innen abgestimmt ist, flankiert von kurzen Gesprächsrunden zw. den improvisierten Szenen. 2023 als Durchführungszeitraum ist bewusst gewählt, um die Bevölkerung mit dem Projekt noch vor dem Kulturhauptstadtjahr anzusprechen. 

freier Eintritt 

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Eine Improtheater-Reise in 16 Salzkammergut-Gemeinden

David Wagner und neun Granden der österreichischen Improvisationstheater-Szene befragen die Bevölkerung von 16 Gemeinden nach ihren Ideen und Anliegen zum Thema Kultur und verarbeiten die Ergebnisse 2023 in 16 Impro-Theater Live-Shows, von denen jede individuell auf die jeweilige Gemeinde und die Inspirationen ihrer Bewohner*innen abgestimmt ist, flankiert von kurzen Gesprächsrunden zw. den improvisierten Szenen. 2023 als Durchführungszeitraum ist bewusst gewählt, um die Bevölkerung mit dem Projekt noch vor dem Kulturhauptstadtjahr anzusprechen.

Improvisationstheater hat die Möglichkeit, sich sämtlicher denkbarer Themen spontan anzunehmen. Das Publikum spielt beim Impro-Theater während der Vorstellung eine ganz wesentliche Rolle. Die Inspirationen und Eingaben, die aus dem Zuschauerraum auf die Bühne gerufen werden, bilden sich unmittelbar in der darauffolgenden, improvisierten Szene ab. Im Ensemble finden sich auch hervorragende Sänger*innen, die die eine oder andere Eingabe des Publikums schon einmal in ein Musical, eine Oper oder einen Popsong verwandeln. 11 der 16 Gemeinden werden mit einem Theaterwagen bereist, der jeweils an einem zentral gelegenen Platz Station macht und die für die Aufführungen benötigte Bühne bereits mit sich führt.

Künstler*innen: David Wagner (Moderation, Musik, Gesamtleitung); Jacob Banigan, Pia Hierzegger, Magda Leeb, Helmut Schuster, Manuel Thalhammer, Daniela Wagner, Manuela Wieninger, Barbara Willensdorfer, Markus Zett (Schauspiel).

Projektverantwortliche Projektträger: Kulturverein Wort & Ton, David Wagner

Projektleitung Salzkammergut 2024: Sonja Zobel

Die Hausmusik Roas

Veranstaltungsreihe seit 2021: Eine alte Tradition wird neu belebt! Eine Idee von Franz Welser-Möst, in Kooperation mit den Salzkammergut Festwochen Gmunden. Die Hausmusik Roas will einen neuen Blick auf die traditionelle Volksmusik richten, zum lustvollen Musizieren anregen und die in unserer Region verwurzelte, von Generation zu Generation weitergegebene Hausmusik wieder zu neuem Leben erwecken. 

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Eine alte Tradition wird neu belebt! Eine Idee von Franz Welser-Möst, in Kooperation mit den Salzkammergut Festwochen Gmunden. 

Die Hausmusik Roas will einen neuen Blick auf die traditionelle Volksmusik richten, zum lustvollen Musizieren anregen und die in unserer Region verwurzelte, von Generation zu Generation weitergegebene Hausmusik wieder zu neuem Leben erwecken. Die zahlreichen Aktivitäten und Konzerte der Hausmusik Roas starteten 2021 und sollen weiter über das Kulturhauptstadt-Jahr 2024 hinauswirken: 

„Musik ist eine der großartigsten Möglichkeiten der Kommunikation – sie geht durch den Körper, ergreift die Sinne und sensibilisiert für ein gesellschaftliches Miteinander. Zuhause zu musizieren war stets ein Brauch, der keine Worte brauchte, um sich zu verstehen. Sie verbindet und schafft Narrative, die eine Gemeinschaft ernähren. Musiker*innen und Interessierte kommen in die Intimität eines Hauses, hören Musik, spielen vielleicht mit, tauschen sich aus, ziehen weiter und animieren zu musikalischen Erlebnissen, um diese in den Alltag des geselligen Beisammenseins zu integrieren. 

Musik, so könnte man es sagen, ist das Haus des Seins – sie bereichert, öffnet den Geist und die Seele. Schafft Freude. Das Format der Hausmusik Roas, eine Idee von Franz Welser-Möst, ist der Versuch, eine alte Tradition wieder zu beleben,“ so Elisabeth Schweeger. 

Eine Idee von Franz Welser-Möst in Kooperation mit Salzkammergut Festwochen Gmunden

www.festwochen-gmunden.at

Programmleitung Salzkammergut 2024: Christian Haselmayr

Wege des Widerstands

Salzkammergut 

Dieses Projekt führt politische Geschichte und Wandern zusammen.  Sieben Wanderungen zwischen Mai und Oktober 2024. Die schroffen Berggebiete, die dichten Wälder und weitläufigen Almen des Salzkammerguts dienten während des Nationalsozialismus nicht nur Widerstandskämpfer*innen und Deserteur*innen, sondern auch zum Teil hochrangigen Nationalsozialist*innen als Versteck. Im Rahmen des Projekts finden Wanderungen statt, die weniger spektakuläre Berggipfel zum Ziel haben, sondern an originale Schauplätze leiten, die in diesem Kontext eine wesentliche Rolle eingenommen haben, jedoch aus dem kollektiven Gedächtnis weitgehend verschwunden sind oder sich dort nie verankert haben.  

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Dieses Projekt führt politische Geschichte und Wandern zusammen.  
Sieben Wanderungen zwischen Mai und Oktober 2024

Die schroffen Berggebiete, die dichten Wälder und weitläufigen Almen des Salzkammerguts dienten während des Nationalsozialismus nicht nur Widerstandskämpfer*innen und Deserteur*innen, sondern auch zum Teil hochrangigen Nationalsozialist*innen als Versteck. Im Rahmen des Projekts finden Wanderungen statt, die weniger spektakuläre Berggipfel zum Ziel haben, sondern an originale Schauplätze leiten, die in diesem Kontext eine wesentliche Rolle eingenommen haben, jedoch aus dem kollektiven Gedächtnis weitgehend verschwunden sind oder sich dort nie verankert haben. 

Geplant sind sieben Wanderungen zwischen Mai und Oktober 2024, die jeweils von 1 Bergführer*in und 1 Historiker*in begleitet werden. Gemeinsam wird die vielschichtige, politische Geschichte an Originalschauplätzen des Salzkammerguts erwandert. 

Nach Festlegung der Touren gibt es eine ganztätige Schulung für die Bergführer*innen, um auch mit dem historischen Hintergrundwissen vertraut zu werden. Diese Schulung führt das Team des Zeitgeschichte Museum Ebensee unter der Leitung von Wolfgang Quatember durch, der auch als Historiker bei den Wanderungen dabei ist und über vielfältige Expertise verfügt. Die erfahrenen Bergführer*innen, die die Wanderungen betreuen werden, sind Juliane Leitner aus Pettenbach und Günter Hupfer aus Thalheim bei Wels.

Projektverantwortliche VHS Oberösterreich – Zweigstelle Salzkammergut, Wolfgang Quatember und Nina Höllinger (Zeitgeschichte Museum Ebensee), Juliane Leitner und Günter Hupfer, (Bergführer*innen)

Projektleitung Salzkammergut 2024: Lisa Neuhuber

Die Reise der Bilder

Lentos Linz; Kammerhofmuseum Bad Aussee; Lauffen 

2024 

Eine exemplarische Präsentation von Gemälden, die im Zweiten Weltkrieg im Salzkammergut gesammelt, eingelagert, geraubt, „arisiert“, verkauft, zwangsverkauft, erpresst, verschoben und gerettet wurden. Inhaltlicher Ausgangspunkt der Ausstellung im Lentos Kunstmuseum Linz sind die Kunstlager in St. Agatha, Bad Aussee, Altausee und Bad Ischl/Lauffen sowie die vor Ort handelnden Personen. Die späteren Wege der Kunstwerke in die ganze Welt stellen die Fortsetzung der „Reise“ dar.   

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Eine exemplarische Präsentation von Gemälden, die im Zweiten Weltkrieg im Salzkammergut gesammelt, eingelagert, geraubt, „arisiert“, verkauft, zwangsverkauft, erpresst, verschoben und gerettet wurden. 

Das Salzkammergut war während des Zweiten Weltkriegs wie keine andere Region in Österreich Umschlagplatz und Rettungsort für Kunstwerke, darunter Masterpieces der europäischen Kunstgeschichte. Adolf Hitler ließ für sein geplantes Linzer Führermuseum im Springerstollen im Salzbergwerk Altaussee einlagern. Bedeutende österreichische Museen und zahlreiche Kunsthändler*innen nutzen Villen und Stollen als temporäre Lager- und Schutzorte. Auch Werke aus dem 1944 zerstörten italienischen Benediktinerkloster Monte Cassino wurden in das Salzkammergut transferiert.

Inhaltlicher Ausgangspunkt der Ausstellung im Lentos Kunstmuseum Linz sind die Kunstlager in St. Agatha, Bad Aussee, Altausee und Bad Ischl/Lauffen sowie die vor Ort handelnden Personen. Die späteren Wege der Kunstwerke in die ganze Welt stellen die Fortsetzung der „Reise“ dar. 

Im Kammerhofmuseum Bad Aussee werden Leben und Wirken des deutschen Kunsthändlers Wolfgang Gurlitt und seiner jüdischen Geschäftspartnerin Lilly Christiansen – beide lebten ab 1944 überwiegend in Bad Aussee – in einer Ausstellung behandelt.

In Lauffen wird anhand von Werken und Installationen zeitgenössischer Künstler*innen der systematische Kunstraub thematisiert, der seit der Antike ein bekanntes Phänomen und ein Mittel zur Legitimation kultureller Dominanz darstellt. Das Spektrum der gezeigten künstlerischen Positionen reicht von der Auseinandersetzung mit kolonialem Raub, staatlich geplanten Enteignungen im Dritten Reich bis zum kulturellen Genozid durch Verschleppung und Vernichtung von identitätsstiftenden Kulturgütern. 

Zwei Katalogpublikationen werden das Gesamtprojekt begleiten. 

Ausstellungen 2024 

Lentos Linz: Eröffnung am 21.03.2024 

Lauffen: Eröffnung am 19.04.2024

Bad Aussee: Eröffnung am 28.03.2024

Projektleiter*innen: Elisabeth Nowak-Thaller (Lentos Kunstmuseum Linz) 
Birgit Schwarz (Kunsthistorikerin, Expertin NS-Kunstpolitik)

Kuration Lauffen: Markus Proschek, Hemma Schmutz 

ProjektträgerLentos Linz

Projektleitung Salzkammergut 2024: Lisa Neuhuber

Der Baukasten Kultur

Bad Ischl, Bad Goisern, Altmünster, Auseerland 

Jän. 2022 – Jun. 2023 

Workshops zu Kulturarbeit. Zu den Schwerpunkten der Vortrags- und Workshopreihe zählen unter anderem Fördermöglichkeiten auf kommunaler, Landes-, Bundes- und EU-Ebene, Nachwuchsförderung in Vereinen, Green Events, und andere. Die Veranstaltungen finden in unterschiedlichen Gemeinden der Kulturhauptstadtregion statt und werden teilweise auch in hybrider Form angeboten.  

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Workshops zu Kulturarbeit  

Im Bidbook wurde die Strategie „Menschen, Orte, Programm“ (“People, Places and Program“) präsentiert. Diese drei Pfeiler vernetzt zu denken, ist maßgeblich dafür, Strukturen zu fördern oder mit aufzubauen, die bestehen bleiben, auch wenn das Titeljahr 2024 vorbei ist. 

„Menschen“ handelt von der Erweiterung und Diversifizierung des Publikums sowie der gezielten Einbindung von Bevölkerungsgruppen, die Kulturangebote bislang nicht oder nur selten wahrnehmen. 

„Orte“ handelt davon, Räume neu zu beleben (z.B. Leerstand) und Kultur an neue, bislang nicht kulturell genutzte Orte zu bringen. 

„Programm“ ist das Vehikel, das Menschen und Orte verbindet: ein Angebot qualitätsvoller Kulturveranstaltungen sowie die Förderung von Kulturformen, die im Salzkammergut noch nicht ausreichend sichtbar sind. Ein breiter Kulturbegriff soll in der Region verankertwerden.

Um diese Ziele zu erreichen, wird neben Community Building besonders in Capacity Building, also in Aufbau und Stärkung der Kapazitäten investiert. Dazu dient die ab 2022 in Kooperation mit dem Verein Kulturvision Salzkammergut geplante Workshopreihe „Baukasten Kultur“, die unterschiedliche Themenbereiche abdeckt und auf die spezifischen Gegebenheiten der Region eingeht. Zielgruppe sind die überwiegend ehrenamtlichen Kulturarbeiter*innen aus dem Salzkammergut. 

Zu den Schwerpunkten der Vortrags- und Workshopreihe zählen unter anderem Fördermöglichkeiten auf kommunaler, Landes-, Bundes- und EU-Ebene, Nachwuchsförderung in Vereinen, Green Events, und andere. Die Veranstaltungen finden in unterschiedlichen Gemeinden der Kulturhauptstadtregion statt und werden teilweise auch in hybrider Form angeboten. 

Vortragende: u.a. Kriemhild Büchel-Kapeller (Büro des Landes Vorarlberg für Freiwilliges Engagement und Beteiligung), Elisabeth Pacher (Creative Europe Desk Austria / BMKÖS), Meena Lang (BMKÖS), Gerald Wagenhofer (Kulturerbesiegel Hofburg Wien), Oliver Rath und Siegfried Kristoefl (beide Verein Kulturregion Eisenwurzen Oberösterreich), Florian Walter (Klimabündnis Oberösterreich), Michaela Zingerle (IG Kultur Steiermark), und weitere. 

Projektleitung Salzkammergut 2024: Eva Mair, Lisa Neuhuber

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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