ÖSV – Wintersportsplitter: Österreich gewinnt Teambewerb in Zakopane (POL)// Anna Gasser feiert am Kreischberg „einen ihrer schönsten Siege“

Österreichs Skispringer haben sich am Samstag im polnischen Zakopane den Sieg im ersten Team-Bewerb dieser Saison gesichert. Das Quartett Daniel Tschofenig, Michael Hayböck, Manuel Fettner und Stefan Kraft setzte sich mit einem Zähler Vorsprung auf Polen durch. Auf Rang drei landete mit einem Rückstand von 7,1 Punkten Deutschland.

Zur Halbzeit lagen die Österreicher noch 2,9 Punkte hinter Polen. Tschofenig, der eine starke Leistung zeigte, brachte die Österreicher gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs in Front. Im Finish wurde es bei schwierigen Windbedingungen dann noch einmal spannend. Der Pole Dawid Kubacki kam auf 127,5 Meter. Kraft unmittelbar danach landete bei 123,0 Metern. Am Ende rettete Kraft hauchdünn den Sieg.

Am Sonntag steht in Zakopane ein Einzelbewerb auf dem Programm (16:00 Uhr MEZ). Österreich ist dabei mit sieben Springern vertreten.

Stimmen

Daniel Tschofenig: „Mir taugt die Schanze sehr gut. Bisher hat jeder Sprung hier gepasst. Vor dem zweiten Sprung war ich heute wirklich einmal nervös, weil ich gewusst habe, dass es sehr knapp hergeht. Gegen die Polen muss man schon rchtig gut springen. Das hat mich aber eher beflügelt, als gestört. Also sehr cool.“

Michael Hayböck: „Wir haben auf den Sieg gehofft. Wir haben einen sehr guten Job gemacht und sind sehr glücklich. Die Polen waren mit dem Heimpublikum natürlich sehr stark. Ich tue mir auf der Schanze etwas schwer, aber nach den zwei Sprüngen und dem Sieg habe ich mehr Selbstvertrauen. Wir hoffen morgen im Einzel wieder auf ein gutes Teamresultat. Vielleicht schafft es einer aufs Podium, das ist das Ziel.“

Manuel Fettner: „Wir haben heute eigentlich bei jedem Sprung mitbekommen, dass wenn es im Stadion ganz still geworden ist, es für uns ein gutes Zechen war. Das war echt ein sauspannender Wettkampf. Wir waren glaub ich zwei, drei Punkte hinten nach dem ersten Durchgang. Gott sei Dank haben wir am Ende gewonnen.“

Stefan Kraft: „Das war ein sehr cooler Wettkampf. Rchtig gute Stimmung, so wie wir es hier in Zakopane kennen bei vollem Haus. Das macht schon was mit einem. Im zweiten Durchgang habe ich mich eigentlich sehr sicher gefühlt und ich habe auch gemerkt, dass Kubacki jetzt keine Megabombe ausgepackt hat. Es ist nicht ganz so laut geworden im zweiten Durchgang. Aber es war richtig schwer zu springen.“

Anna Gasser feiert am Kreischberg „einen ihrer schönsten Siege“


Anna Gasser hat ihrer beeindruckenden Erfolgsstory das nächste Kapitel hinzugefügt! Die Doppel-Olympiasiegerin hat am Samstag vor einer begeisterten Zuschauerkulisse den Big-Air-Weltcup am Kreischberg gewonnen und damit ihren ersten Heimsieg in dieser Disziplin gefeiert. Die Kärntnerin verwies in einem Bewerb auf höchstem Niveau mit 179,75 Punkten die Neuseeländerin Zoi Sadowski Synnott (176,50) und die Japanerin Kokomo Murase (174,50) auf die Plätze zwei und drei. Damit war das Siegespodest am Kreischberg mit jenem beim olympischen Big Air im vergangenen Februar in Peking ident.

Anna Gasser setzte mit einem „Cab Double Cork 1260 mit Melon-Grab“ und einem „Backside Double Cork 1080 mit Japan-Grab“ zwei Sprünge mit höchstem Schwierigkeitsgrad blitzsauber in den Schnee und mit dem insgesamt elften Weltcupsieg ihre imposante Serie fort. Die „Königin der Lüfte“ ist in allen ihren 16 Weltcupstarts im Big Air auf das Podest gesprungen und hat dabei acht Siege, fünf zweite Plätze und drei dritte Ränge erreicht.

„Es ist unglaublich – so ein schöner Abend. Ich habe die Stimmung so richtig genossen“, jubelte Gasser, die auch noch eineinhalb Stunden nach der Siegerehrung unzählige Autogramm- und Selfiewünsche ihrer begeisterten Fans erfüllte. „Daheim zu gewinnen, ist immer etwas ganz Spezielles – besonders am Kreischberg. Das ist mit Sicherheit einer meiner schönsten Siege. Das Level in diesem Contest war extrem hoch, alle Mädels haben richtig Gas gegeben. Ich denke, wir haben eine gute Show geboten“, meinte Publikumsliebling Gasser. Obwohl die Österreicherin nur zwei von vier Big-Air-Bewerben in dieser Saison bestritt, landete sie in der Weltcup-Spezialwertung mit 180 Punkten hinter den Japanerinnen Reira Iwabuchi (192) und Kokomo Murase (182) noch auf Platz drei.

Spektakuläre Jumps bot auch das Herrenfinale, in dem es durch Taiga Hasegawa (186,00), Ryoma Kimata (182,50) und Kira Kimura (181,75) einen japanische Dreifachsieg gab. Das ÖSV-Duo Clemens Millauer (30.) und Lukas Frischhut (36.) hatte am Freitag die Qualifikation für das Zehnerfinale verpasst. Die kleine Kristallkugel sicherte sich der australische Tagesvierte Valentino Guseli (214) vor dem US-Amerikaner Chris Corning (196) und dem Norweger Marcus Kleveland (140).

Eder verpasst als Zwölfter knapp die Top-Ten

Johannes Thingnes Boe ist bei den Weltcup-Rennen in Ruhpolding (GER) weiterhin das Maß aller Dinge. Der Norweger lieferte auch beim heutigen Massenstart-Wettkampf eine eindrucksvolle Vorstellung ab, leistete sich insgesamt drei Schießfehler und schnappte sich dank einer überragenden Performance auf der Loipe mit 19,3 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Vetle Sjaastad Christiansen (2 Fehlschüsse) souverän den Tagessieg. Im Kampf um Platz drei setzte sich Sturla Holm Laegreid (+35,3 sec./2 Fehlschüsse) knapp gegen seinen Teamkollegen Tarjei Boe durch. Damit durfte die norwegische Mannschaft beim letzten Herrenrennen im deutschen Traditionsort sogar über einen Vierfachsieg jubeln.

Für das beste österreichische Ergebnis sorgte heute einmal mehr Simon Eder. Österreichs Routinier musste insgesamt zweimal in die Strafrunde abbiegen und belegte mit einem Rückstand von 1:19,6 Minuten Rang zwölf. Der Salzburger schaffte es damit beim vierten Einzelrennen in Folge in die Top-15 und durfte sich zudem über sein bisher bestes Saisonergebnis freuen.
David Komatz landete mit drei Fehlschüssen und einem Rückstand von 4:03,9 Minuten im Endklassement auf Rang 29.

STIMME:

Simon Eder (Rang 12): „Das war ein super Rennen und mein bisher bestes Saisonergebnis. Ich habe mich eigentlich gar nicht so gut gefühlt und war schon ein bisschen müde von den vorangegangenen Wettkämpfen. Ich hatte wieder super Material, konnte mich dadurch in den ersten Runden ein wenig zurückhalten und war trotzdem noch gut dabei. In den letzten beiden Runden hat es dann super gepasst und ich konnte ein gutes Tempo laufen. Schade um den Fehler beim letzten Stehendschießen, denn sonst wäre es vermutlich ein Top-Ten-Ergebnis geworden. Am Ende bin ich mit dem zwölften Platz aber natürlich sehr zufrieden.“

Weiteres Weltcup-Programm Ruhpolding (GER):
Sonntag, 15.01.2023, Massenstart Damen, 14.45 Uhr

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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