Achtungserfolg bei Münchner Generalprobe: FC Bayern München – RBS FC Red Bull Salzburg 4:4

Unsere Burschen liefern in München eine beherzte Vorstellung ab und trotzen der Nagelsmann-Elf – die bereits ab kommender Woche im Pflichtspielmodus ist – ein spektakuläres 4:4 ab.

SPIELBERICHT Red Bull Salzburg
Nasskaltes München statt sommerliches Marbella – die Reise ins bevorstehende Trainingslager schien sich unsere Mannschaft regelrecht verdienen zu müssen. Die Aufgabe war keine leichte, dieser Verdacht erhärtete sich schon in den Anfangsminuten. Ein leichtfüßiges Gravenberch-Solo über das halbe Feld endete erst mit einem Zuspiel zu Sane, der die Kugel gekonnt ins Kreuzeck legte (9.).

Unsere Truppe begnügte sich im ersten Abschnitt mit 24 Prozent Ballbesitz und einem Versuch aufs Tor: mit Erfolg! Luka Sucic schüttelte einen sensationellen Außenrist-Steilpass aus dem Fuß, die Münchner Abwehrrecken hechelten nur hinterher und mussten mitansehen, wie Speedster Sekou Koita im Eins-gegen-Eins die Ruhe behielt (16.).

Ansonsten sah sich vor dem Seitenwechsel primär Keeper Philipp Köhn mit teils rollenden Angriffen konfrontiert: Kimmich, Sane, wieder Sane, Musiala sowie Sane zum Dritten verzweifelten entweder an unserem Rückhalt oder an der Tor-Abmessung.
Die etwa 2.000 Zuschauer am Campus des FC Bayern hatten die Pausenweißwurst noch gar nicht zur Gänze verdrückt, da blieb sie den meisten im Hals stecken. Unsere neu formierte Mannschaft meldete via Amankwah Forson Offensivansprüche an, ehe Karim Konate „Ernst machte“: Nach einem Corner köpfelte Samson Baidoo das Rund an die Querlatte, den Adamu-Nachschuss baggerte Ulreich von der Linie. Im dritten Anlauf war es der ivorische Ausnahmekönner, der im Rutschen die Führung realisierte (51.).

Dass mit Noah Okafor just der Eidgenosse an diesem Wengen-Wochenende die Gegner als Slalomstangen fehlinterpretierte – nach seinem unnachahmlichen Solo landete der Schuss im Außennetz –, geschenkt …

… vor allem, weil er es kurz darauf noch besser machte: Nach einem von Forson ausgelösten Pressingmoment empfing Okafor das Spielgerät und versenkte es aus etwa 18 Metern traumhaft in den Knick (54.). Das rief die Nagelsmann-Auswahl natürlich auf den Plan. Nach mehreren gefährlichen Annäherungen war es Jungspund Ibrahimovic, der Köhn mit einem zünftigen Abschluss bezwingen konnte (69.). Nur Momente später lancierte der wirblige Tel Landsmann Coman, der im Rücken der Abwehr gelauert hatte und zum 3:3-Ausgleich vollstreckte (71.).

Nun erlebten wir wieder Köhn-Festspiele, der Goalie ließ die Münchner Offensivkünstler reihenweise verzweifeln. Bis, ja bis, sich Tel um Oumar Solet wand und Köhn am kurzen Eck erwischte (88.). Mit Trübsalblasen hielten sich unsere Burschen aber nicht auf: Lucas Gourna-Douath schickte Okafor auf die Reise, dieser übernahm technisch hochwertig und schob zum 4:4 ein (89.) – verrückt! Dieses Spiel hatte keinen Verlierer verdient. Das sah auch Kabadayi etwas widerwillig ein, der Köhn im Schlussakt eine weitere Riesenparade abtrotzte.

STATEMENTS
Wir sind jetzt seit einigen Tagen im Trainingsbetrieb, die Burschen ziehen sehr gut mit. Heute hat man schon viele Facetten, von dem, was wir dann im Frühjahr auf den Platz bringen wollen, gesehen. Aber es gibt auch noch einiges zu tun, das hat uns Bayern ganz klar aufgezeigt. Die Schwachpunkte, die uns heute ins Auge gestochen sind, werden wir im Detail aufarbeiten. Aber für den Stand der Vorbereitung sind wir heute sehr zufrieden.
Matthias Jaissle
So in das neue Jahr zu starten – mit zwei Toren und einem Unentschieden –, ist ein guter Anfang. Wir sind auf einem guten Level und haben gezeigt, dass wir auch im neuen Jahr wieder da sind! Das gibt Motivation, um weiter hart zu arbeiten. Jetzt freuen wir uns auf Marbella und ein gutes Trainingslager!
Noah Okafor


AUFSTELLUNG
Köhn – Van der Brempt (46. Dedic), Onguene (46. Solet), Pavlovic (46. Baidoo), Bernardo (46. Ibertsberger) – Seiwald (46. Gourna-Douath), Kameri (46. Konate), Hofer (46. Kjaergaard), Sucic (46. Forson) – Sesko (46. Okafor), Koita (46. Adamu)

GELBE KARTEN
keine

WAS MAN SONST NOCH WISSEN SOLLTE
Nico Capaldo, Fernando, Daouda Guindo, Bryan Okoh, Justin Omoregie, Samson Tijani und Andreas Ulmer fielen angeschlagen aus. Kamil Piatkowski war ebenfalls nicht dabei. Der polnische Innenverteidiger befindet sich in Vertragsgesprächen mit einem (ausländischen) Klub und steht vor einem möglichen Wechsel.
Dieses Testspiel bildete den Auftakt in das bevorstehende Trainingslager. Bereits morgen starten unsere Burschen Richtung Andalusien.
Es war dies der erste Auftritt von Jerome Onguene in unserem Trikot nach seiner Rückkehr aus Frankfurt. Der Kameruner bekundete während seiner Zeit am Main Adduktorenprobleme, ist nun aber erfreulicherweise (auf dem Weg) zurück.
Nici Seiwald führte die Roten Bullen als Kapitän aufs Feld.

Foto:©Red Bull/Getty Images

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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