VCÖ: Hartberg-Fürstenfeld ist steirischer E-Pkw-Spitzenreiter

VCÖ: Steuerbegünstigung für Verbrenner-Firmenwagen abschaffen

VCÖ (Wien, am 13. Jänner 2023) – 4.161 Elektro-Autos wurden im Vorjahr in der Steiermark neuzugelassen, damit fährt jeder 7. Neuwagen zu 100 Prozent mit Strom, berichtet die Mobilitätsorganisation VCÖ. Zwischen den steirischen Bezirken gibt es beim Anteil der E-Pkw große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Spitzenreiter ist der Bezirk Hartberg-Fürstenfeld mit 20 Prozent, am niedrigsten ist der Anteil in Leoben. Um die zur Erreichung der Klimaziele notwendige Energiewende im Verkehr zu beschleunigen, fordert der VCÖ von der Bundesregierung ein Ende der Steuerbegünstigung von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor.

Noch im Jahr 2017 betrug der Anteil von Benzin- und Diesel-Pkw an den Neuzulassungen in der Steiermark 96 Prozent, der Anteil der E-Pkw bei mageren 1,9 Prozent. Im Vorjahr, nur fünf Jahre später, war der E-Pkw Anteil mit 13,5 Prozent siebenmal so hoch, der Anteil der Benziner und Diesel-Pkw ist auf 61 Prozent gesunken, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Innerhalb der Steiermark hat der Bezirk Hartberg-Fürstenfeld mit bereits 20 Prozent den höchsten E-Pkw-Anteil an den Neuwagen, so die VCÖ-Analyse. An zweiter Stelle folgt Graz-Umgebung mit 18,1 Prozent vor der Südoststeiermark mit 17,4 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil in Leoben: In Leoben Land waren 7,9 Prozent der Neuwagen Elektroautos, in der Stadt Leoben 5,4 Prozent.

Der Bezirk mit dem höchsten E-Pkw-Anteil Österreichs war im Vorjahr Wien-Ottakring mit 49,9 Prozent. Der Grund: In Ottakring hat Österreichs größte E-Auto Leasingfirma Instadrive ihren Firmensitz. Österreichweit wurden 79 Prozent der im Vorjahr neuzugelassenen E-Pkw auf Firmen und andere juristische Personen angemeldet, das war der gleich hohe Anteil wie bei Diesel-Pkw, berichtet der VCÖ. Neuwagen werden Großteils auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, im Vorjahr insgesamt 66 Prozent aller Neuwagen. „Maßnahmen bei Firmenwagen sind ein starker Hebel, um die für das Erreichen der Klimaziele notwendige Energiewende bei den Autos zu beschleunigen. Durch die Steuerbegünstigung von Verbrenner-Firmenwagen schwächt die Regierung die Wirkung ihrer Förderungen für E-Pkw. Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise ist die Bundesregierung gefordert, dieses Steuerprivileg für Verbrenner-Firmenwagen zu beenden“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Laut Umweltbundesamt verursachen die heimischen E-Pkw in ihrer Gesamtbilanz, also inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung und Energieerzeugung, rund 94 Gramm CO2 pro Personenkilometer, wird nur Ökostrom getankt, kann die CO2-Bilanz auf 58 Gramm verbessert werden. Diesel- und Benzin-Pkw verursachen in der Gesamtbilanz mit rund 218 Gramm pro Personenkilometer mehr als doppelt beziehungsweise fast vier Mal so viel CO2, verdeutlicht der VCÖ. Aber auch bei Elektro-Autos nimmt der CO2-Ausstoß und Energieverbrauch mit der Größe zu. Und: Mehr Carsharing verbessert die Bilanz, weil dann weniger Pkw benötigt werden.

„Elektro-Autos alleine werden Österreich nicht ans Klimaziel bringen. Es braucht auch das Vermeiden von Verkehr und die verstärkte Verlagerung von Autofahrten auf Bahn, Bus oder Fahrrad. Aber die Energiewende im Kfz-Verkehr ist eine wichtige Säule für ein klimaverträgliches Verkehrssystem“, betont VCÖ-Expertin Mosshammer. Direkte und indirekte Förderungen für fossile Energie sind ein Bremsklotz am Weg zum Klimaziel.

Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ist bei Neuwagen bereits vor dem Jahr 2030 erreichbar. Die Hersteller bringen zunehmend mehr E-Pkw Modelle auf den Markt. Dass die Transformation schnell gehen kann, ist in Norwegen zu sehen. Norwegen hatte im Vorjahr einen E-Pkw-Anteil an den Neuwagen von 79 Prozent. Vor sechs Jahren, im Jahr 2016, war der E-Pkw Anteil gleich hoch wie von Österreich im Vorjahr. „Aber wichtig ist, dass die Fehler von Norwegen – Stichwort Überförderung – von Österreich und der EU insgesamt nicht wiederholt werden “, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. 

Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Elektro-Auto bietet der Faktencheck des Klimafonds (www.klimafonds.gv.at)  

VCÖ: Südoststeiermark ist steirischer Spitzenreiter bei E-Pkw (Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2022) 

  • Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 20,0 Prozent (391 E-Pkw)
  • Bezirk Graz-Umgebung: 18,1 Prozent (484 E-Pkw)
  • Bezirk Südoststeiermark: 17,4 Prozent (291 E-Pkw)
  • Pol. Exp. Gröbming: 16,5 Prozent (65 E-Pkw)
  • Bezirk Weiz: 16,2 Prozent (422 E-Pkw)
  • Bezirk Leibnitz: 16,2 Prozent (287 E-Pkw)
  • Bezirk Deutschlandsberg: 15,8 Prozent (208 E-Pkw)
  • Graz: 14,0 Prozent (1.004 E-Pkw)
  • Bezirk Murau: 12,7 Prozent (62 E-Pkw)
  • Bezirk Voitsberg: 11,8 Prozent (126 E-Pkw)
  • Bezirk Murtal: 10,4 Prozent (163 E-Pkw)
  • Bezirk Leoben (Land): 9,6 Prozent (80 E-Pkw)
  • Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 8,7 Prozent (219 E-Pkw)
  • Bezirk Liezen: 7,9 Prozent (329 E-Pkw)
  • Leoben Stadt: 5,4 Prozent (30 E-Pkw)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2023

Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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