Aktuelle Arbeitsmarktdaten zum Jahreswechsel für den Bezirk Liezen

Das Arbeitsmarktservice Liezen (AMS) informiert zum Jahreswechsel über die aktuellen Entwicklungen am regionalen Arbeitsmarkt mit Ende Dezember und zieht ein erstes Resümee für das Jahr 2022:

Stagnation bei den Arbeitslosenzahlen zum Jahresende: Saisonale Entwicklungen mit dem Saisonstart im Tourismus und witterungsbedingte Freistellungen im Bauwesen prägen die regionale Arbeitsmarktstatistik zum Jahresende.

„Mit aktuell 1.796 Personen ist die Zahl der Arbeitslosen Ende Dezember zwar um 162 Personen niedriger als zu Jahresbeginn, befindet sich aber leicht über dem Vorjahresniveau (plus 37 oder 2,1 Prozent)“, berichtet AMS Leiter Helge Röder zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten im Bezirk Liezen zum Jahreswechsel. „Trotz der multiplen Ereignisse, mit dem Angriffskrieg in der Ukraine, der Energiekrise und einer Rekordinflation, ist der Arbeitsmarkt im Bezirk Liezen stabil. Erfreulich zu bewerten ist, dass sich die regionalen Arbeitslosenzahlen zum Jahresabschluss wieder auf dem Vorkrisenniveau eingependelt
haben“, sagt Röder.
Das regionale Jobangebot im Bezirk liegt weiterhin auf einem hohen Niveau. Aktuell sind 1.393 freie Stellen und 289 Lehrstellen beim AMS Liezen gemeldet. „Personal wird nahezu in allen Branchen gesucht und dieser Trend, dürfte trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes, aufgrund demografischer Effekte, auch im neuen Jahr anhalten“, erklärt Röder.

Arbeitsmarkdaten mit Ende Dezember 2022:

  • Der aktuelle Bestand von insgesamt 1.796 vorgemerkten Arbeitslosen im Gesamtbezirk ist um +37 Personen oder +2,1 % höher als im Vorjahr. Inklusive Schulungsteilnehmer_innen sind aktuell 2.083 Personen (+12 gegenüber dem Vorjahr) beim AMS Liezen gemeldet.
  • Nach Branchen betrachtet, ergibt sich folgendes Bild: Ein Minus gibt es u.a. in der Beherbergung und Gastronomie oder im Sozial- und Gesundheitswesen. In den Berufsobergruppen der Warenherstellung, der Überlassung von Arbeitskräften, sowie in den Bereichen Bauwesen, sowie Verkehr und Lagerei sind vergleichsweise höhere Bestände zu verzeichnen.
  • Nach Personengruppen betrachtet, zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Einen Anstieg gibt es bei Personen unter 25 Jahre (+13,7 %), bei Personen im Haupterwerbsalter (+6,5 %) und bei Ausländer_innen (+32,7 %). Niedrigere Bestände gibt es bei Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen (-4,7 %) und bei der Personengruppe über 50 Jahre (-7,3 %). 
  • Geschlechtsspezifisch sind 623 Frauen (+1,6 %) und 1.173 Männer (+2,4 %) arbeitslos gemeldet
  • 1.014 Personen (258 Frauen und 756 Männer) haben sich im Dezember neu arbeitslos gemeldet, das sind um -22 oder -2,1 % weniger als im Vorjahr. Saisonbedingt am stärksten waren die Zugänge aus dem Bauwesen und den Bereichen der Produktion inkl. der Überlassung von Arbeitskräften. 
  • Rund 39 Prozent der vorgemerkten Personen verfügen über eine Einstellzusage und werden in den nächsten Wochen bereits wieder die Arbeit aufnehmen können.
  • Die Zahl der Abgänger_innen aus Arbeitslosigkeit war mit 1.012 Personen etwas niedriger als im Vorjahr (-9,1 %). Nach Branchen betrachtet, können die meisten Arbeitsaufnahmen im Dezember im Tourismus beobachtet werden. 690 Personen aus der Beherbergung und Gastronomie haben mit dem Start in die Wintersaison wieder ihre Arbeit aufgenommen.
  • Die Zahl der Schulungsteilnehmer_innen befindet sich unter dem Vorjahres- und Vorkrisenniveau. Aktuell besuchen 287 Personen (ein Minus von -8,0 %) eine Ausund Weiterbildung. 
  • Im Dezember wurden 316 (-11,2 %) Stellenangebote dem AMS gemeldet. Insgesamt stehen derzeit 1.393 Jobs am regionalen Stellenmarkt zur Verfügung und das Angebot liegt damit ziemlich beim Vorjahresniveau (-1,4 %). Im Gesamtbezirk Liezen konnten im Vormonat 448 Stellen abgedeckt werden.
  • Der Lehrstellenmarkt zeigt zum Jahresende folgendes Bild im Bezirk Liezen: Bei einem Anstieg der Lehrstellensuchenden stehen aktuell 29 Jugendlichen insgesamt 289 Lehrstellen (+28,4 %), verteilt über viele Branchen, zur Verfügung. 
  • Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen ist weiterhin rückläufig. Aktuell sind 170 Personen im Bezirk langzeitbeschäftigungslos (-88 oder -34,1 %) zum Vorjahr.

Kurzresümee und ein erster Ausblick auf das neue Jahr

Ein erster Rückblick auf das Jahr 2022 zeigt trotz aller geopolitischen Entwicklungen und einer Konjunkturabschwächung einen sehr dynamischen und robusten Arbeitsmarkt, mit einem guten Branchenmix, im Bezirk Liezen. Mit 1.492 Personen im Jahresschnitt waren insgesamt um 522 Personen weniger arbeitslos gemeldet, was einen Rückgang mit einem Minus von 25,9 Prozent bedeutet. „Während des Jahres gab es die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit über 30 Jahren und wir hatten statistisch gesehen fünf Monate, von Mai bis September, mit Vollbeschäftigung im Bezirk“, berichtet Röder über die Entwicklungen im letzten Jahr. Im Gegenzug gab es ein weiteres Plus mit Rekordwerten bei den offenen Stellen. Im Jahresschnitt waren 1.712 Jobs (ein Plus von 299 Stellen oder +21,1 Prozent) beim AMS Liezen gemeldet. Am Lehrstellenmarkt standen 22 Lehrstellensuchenden insgesamt 305 Lehrstellen zur Verfügung und diese Entwicklung spiegelt den großen Bedarf der Wirtschaft nach jungen Fachkräften wider. Mit der Aktion Sprungbrett der Bundesregierung konnte die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Personen (170 im Jahresschnitt) nahezu halbiert werden (-140 oder -42,6 Prozent). „141 Menschen haben im Rahmen dieses Programms wieder einen Job und somit eine neue berufliche Perspektive gefunden“, informiert Röder über die positive Bilanz dieser speziellen Aktion des AMS im Auftrag des Arbeitsministers.

Herausforderungen für das AMS im neuen Jahr 2023 gibt es genug:„Neben der Existenzsicherung und Stellenvermittlung von arbeitsuchenden Menschen, der Sicherung von Arbeitsplätzen für die heimischen Betriebe, werden wir ein spezielles Augenmerk auf die Ausbildung von Arbeitskräften im Rahmen von arbeitsplatz- und wirtschaftsnahen Qualifizierungen, mit Hilfe von Stiftungsausbildungen oder der arbeitsplatznahen Qualifizierungen richten. „Wir sehen weiterhin eine große anhaltende Personalnachfrage in vielen Bereichen der Wirtschaft und wollen mit zielgerichteten und wirtschaftsnahen Ausbildungen in Zukunftsbereichen wie Metall, Elektro, IT, Umwelt oder im Gesundheitsund Sozialwesen entgegenwirken“, so Röder über die wesentlichen arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkte im neuen Jahr.

Das Jahr 2023 bringt weitere arbeitsmarktpolitische Herausforderungen und Schwerpunkte. „Neben der Qualifizierung von Fachkräften, bleibt ein wesentliches Ziel die Integration von langzeitbeschäftigungslosen Personen. Ein neuer spezieller Fokus liegt 2023 im steirischen Landeziel, bei der Vermittlung von Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen“, informiert AMS Liezen Leiter Helge Röder mit einem Ausblick auf das neue Jahr.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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