ÖSV – Wintersportsplitter: Enttäuschendes Slalom-Ergebnis am Semmering

Enttäuschendes Slalom-Ergebnis am Semmering

Drei Tage Heimweltcup am Semmering sind vorbei. Der Nachtslalom ist zugleich das letzte Rennen 2022 für die Athletinnen. Das ÖSV-Team kann leider nicht überzeugen und so wird Katharina Truppe als beste Österreicherin 13. Mikaela Shiffrin feiert ihren insgesamt 80. Weltcupsieg, vor ihrer Landsfrau Paula Moltzan und der Deutschen Lena Dürr. 

Im letzten Rennen des Jahres sollte es nicht zu einer Spitzenplatzierung für die Skidamen reichen. An der Stimmung hat es nicht gelegen – 8000 Fans waren vor Ort und haben die nationalen und internationalen Athletinnen lautstark angefeuert und in das Ziel getragen. Katharina Truppe wird als beste Österreicherin 13. und Franziska Gritsch kann mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang einige Plätze gut machen und wird 14.

„Es will einfach nicht klappen. Es ist gerade bisschen schwer, wenn der Kopf nicht ganz mitspielt. Es gibt noch ein paar Trainingstage, und dann geht es Rennen auf Rennen. Jetzt heißt es, im neuen Jahr den Schwung neu aufbauen“ Katharina Truppe

Kriechmayr Zweiter in Bormio

Vincent Kriechmayr fährt nach seinem Sieg in der Abfahrt auch im Super-G von Bormio (ITA) auf das Podest. Der Oberösterreicher wird an einem aufregenden Tag der österreichischen Skigeschichte hinter Marco Odermatt (SUI) Zweiter. Platz drei belegt Loic Meillard (SUI) 

Der 29.12.2022 wird in die Sportgeschichtsbücher des Landes eingehen – 3-facher Olympiasieger Matthias Mayer verkündet live im TV seinen Rücktritt und im darauffolgenden Super-G von Bormio wird sein Landsmann Vincent Kriechmayr Zweiter. Die Abfahrt am Tag davor konnte der Oberösterreicher für sich entscheiden. Mit einer starken Fahrt kann er seine Topform bestätigen und kann das Jahr 2022 versöhnlich abschließen.

„Ich habe gesehen, dass sich unten viele Athleten schwergetan haben. Ich war müde und habe es dann zu taktisch angelegt. Beim Rechtsschwung sind alle ziemlich weit geworden. Da wollte ich genug Höhe machen und habe die Tore davor schon bisschen Tempo rausgenommen. Wenn man das macht und ein anderer gibt bis zum Ende Gas, dann bekommt man halt eine paniert“ Vincent Kriechmayr

Gleich drei ÖSV-Athleten finden sich in den Top-10 wieder: Daniel Hemetsberger wird starker Vierter und Stefan Babinsky fährt als gesamt Neunter über die Ziellinie. Der 25-jährige Andreas Ploier belegte bei seinem Weltcup-Debüt Rang 17 und Lukas Feurstein kam auf Platz 27.

Kraft Fünfter beim Tournee-Auftakt

Skispringer Stefan Kraft hat am Donnerstag beim Auftakt zur 71. Vierschanzentournee in Oberstdorf den fünften Platz belegt. Auf das Podest fehlten dem Salzburger 2,9 Punkte.

Der Sieg ging an den Norweger Halvor Egner Granerud vor den beiden Polen Piotr Zyla und Dawid Kubacki. Mit Daniel Tschofenig schaffte es ein zweiter Österreicher in die Top Ten. Für die restlichen Österreicher lief der Bewerb in Oberstdorf nur bedingt nach Wunsch. Michael Hayböck als Zwölfter und Manuel Fettner auf Rang 13 landeten immerhin in den Top 15. Jan Hörl steigerte sich in der Entscheidung noch auf den 16. Platz. Philipp Aschenwald holte als 23. ebenfalls Weltcup-Punkte. Einzig Clemens Leitner hatte als 35. aus österreichischer Sicht die Entscheidung verpasst.

Stefan Kraft, der am Dienstag mit Grippe-Symptomen in Oberstdorf angekommen war und der den Qualifikationstag am Mittwoch als 44. beendet hatte, konnte am Wettkampftag wieder seine Klasse unter Beweis stellen. Im zweiten Durchgang verbesserte sich der Weltrekordhalter vom siebten auf den fünften Platz. In Garmisch-Partenkirchen am Sonntag ist Granerud (NOR) nun der große Gejagte. Die Qualifikation für das Neujahrsspringen auf der Großen Olympiaschanze steht am Samstag (14.00 Uhr) auf dem Programm.

„Der Zweite war dann mit mehr Selbstvertrauen ein richtiger Krafti-Sprung und hat sich ausgezahlt.“ (Stefan Kraft)

Stefan Kraft: „Ich bin megahappy, vor allem, dass ich wieder gesund bin und Energie habe. Ich bin mit der Schanze heute wieder gut zurechtgekommen, habe aber beim ersten Sprung noch ein bisschen die Handbremse gezogen. Der Zweite war dann mit mehr Selbstvertrauen ein richtiger Krafti-Sprung und hat sich ausgezahlt. Alle, die vor mir sind, sind Favoriten. Ich bin voll dabei und gut drauf.“

Daniel Tschofenig: „Der Sprung war als Gesamtes noch besser als der erste. Ich schließe den Tag sehr positiv ab. Ich habe mir als Ziel gesetzt, in die Top Ten zu springen. Das habe ich geschafft, es ist ein mega Gefühl.“

Manuel Fettner: „Das war sicher kein Auftakt wie ich ihn mir gewünscht hätte. Die Sprünge muss ich erst in Ruhe analysieren. Irgendwie habe ich heute nicht die richtige Balance oben am Tisch gefunden. Den Wind kann ich sowieso nicht ändern. Jetzt heißt es Oberstdorf abhaken und nach Garmisch fahren.“

Andreas Widhölzl: „Krafti hat einen sehr guten Job gemacht. Es war lange nicht klar, ob er überhaupt antreten kann, weil er wirklich gekränkelt hat bei der Anreise. Jetzt hat er zum Glück wieder deutlich mehr Engergie. Daniel Tschofenig ist auch sehr gut gesprungen. Der Rest war nicht ganz am Punkt. Für ganz Vorne ist es dann eben ein bisschen zu wenig. Da geht insgesamt sicher Vieles noch besser. Die Verhältnisse waren insgesamt turbulent. Stefan liegt auf jeden Fall gut im Rennen. Nur Granerud ist heute einfach extrem gut gesprungen.“

Nachwuchs trainiert für Olympia

Von 21. bis 28. Jänner geht in Italien das „European Youth Olympic Festival“ (EYOF), die europäische Ausgabe der Jugend Olympischen Spiele, über die Bühne. Die Nachwuchs-Skibergsteiger holten sich in den vergangenen Tagen im Tiroler PillerseeTal den Feinschliff für ihre ersten „Spiele“.

Wenn am 21. Jänner in Triest die EYOF feierlich eröffnet wird, geben die Skibergsteiger ihr Debüt beim „European Youth Olympic Festival“. Für 7 jugendliche ÖSV-Skibergsteiger ist der Traum von Olympia bereits zum Greifen nah. Mit einem intensiven Trainings- und Technikkurs bereiten sich die 16- und 17-jährigen derzeit im Tiroler PillerseeTal auf den großen Moment vor. Für die Sprintrennen sowie die Mixed Staffel und das Individual muss jeder Handgriff sitzen. Ob Wechsel in die Tragepassage, Abfellen zur Abfahrt oder das Fell wieder aufziehen vor dem Anstieg – bei den technischen Teilen „kann man viel Zeit gut machen oder eben auch sehr viel verlieren“, erklärt der 17-jährige Silvano Wolf, der bereits bei der EM im spanischen Boi Taüll im vergangenen Winter wertvolle Erfahrungen und gute Platzierungen sammeln konnte.

Neben dem Pettneuer stehen mit Emma Albrecht aus Going, Eva Weigl und Simon Widmoser (beide St. Ulrich am Pillersee) drei weitere Tiroler im vorläufigen Aufgebot. Komplettiert wird das Team durch die Kärntnerin Nehle Kurz, den Steirer Elias Peer sowie den Salzburger Sebastian Steiner. Am 7. Jänner steht mit der Österreichischen Sprint-Meisterschaft im Glemmtal die letzte Bewährungsprobe für die Skibergsteiger:innen auf dem Programm. Bereits am 8. Jänner folgt dann die Bekanntgabe des endgültigen Aufgebotes.

Pinkelnig holt „Villach-Double“

Eva Pinkelnig schwebt sportlich weiterhin auf Wolke sieben. Nach ihrem gestrigen Sieg zum Auftakt des „FIS Silvester Tournament“ legte die Vorarlbergerin beim zweiten Weltcupbewerb in Villach nach und gewann zum zweiten Mal in Folge vor heimischen Publikum.

Den Grundstein für ihren „Villach-Doppelpack“ legte die Frau der Stunde bereits im ersten Durchgang, in dem sie trotz verkürzten Anlaufs mit 94,5 Metern den zweitweitesten Sprung in den Auslauf der Villacher Alpen Arena setzte. Im Finale ließ die 34-jährige Überfliegerin nichts mehr anbrennen und verteidigte ihre Halbzeitführung mit exakt derselben Weit souverän. Im Endklassement setzte sich Pinkelnig mit 260,2 Punkten überlegen vor der Deutschen Katharina Althaus (254,6) und der Slowenin Nika Kriznar (251,1) durch.

„Unglaublich cool. Danke an alle, die heute im Stadion waren oder daheim vor dem Fernseher die Daumen gedrückt haben. Jeder Tag hat seine eigenen Herausforderungen und wir haben auch die als Team wieder gut gemeistert. Ich habe die zwei Wettkampfsprünge einfach genossen und die Villach-Bewerbe perfekt vollendet. Vor dem Finalsprung habe ich mir gedacht ‚Jetzt lass noch einmal gscheit einen runter‘. Das ist zum Glück gelungen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn man die grüne Linie sieht und dann merkt, dass es drüber geht. Das ist Genuss pur“, so eine strahlende Eva Pinkelnig.

Chiara Kreuzer landete als zweitbeste Österreicherin auf Rang acht.

Neben dem zweiten Sieg von Eva Pinkelnig überzeugte die Mannschaft von Cheftrainer Harald Rodlauer erneut auch mannschaftlich. Mit Chiara Kreuzer (8.) und Sara Marita Kramer (9.), die im zweiten Durchgang mit der Tageshöchstweite von 96,5 Metern brillierte, schafften es zwei weitere ÖSV-Springerinnen in die Top-Ten. Jacqueline Seifriedsberger landete zum Abschluss der Villach-Bewerbe auf Rang 27.

Mit ihrem zweiten Erfolg in der Villacher Alpen Arena konnte Eva Pinkelnig ihren Vorsprung im Zwischenklassement des Silvester Tournament weiter ausbauen. Vor den beiden Bewerben im slowenischen Ljubno (31.12. und 01.01.) befindet sich die Vorarlbergerin mit 518,1 Punkten vor der Slowenin Nika Kriznar (494,6) und der Norwegerin Anna Odine Ström (493,9) zur Halbzeit in Pole-Position.

Matthias Mayer beendet Karriere  

Der dreifache Olympiasieger Matthias Mayer hat heute Vormittag seinen Rücktritt vom aktiven Skirennsport live im TV verkündet. Die Karriere des 32-jährigen Kärntners war geprägt von drei Olympiasiegen in den Speed-Disziplinen.

„Ich habe die letzten Tage nachgedacht und ich muss sagen, für mich ist es Zeit, dass ich aus dem alpinen Weltcup zurücktrete“ Matthias Mayer

Zu den größten Erfolgen zählen unweigerlich die drei Olympiasiege! Gold in der Abfahrt in Sochi 2014, Gold im Super-G in Pyeonchang 2018 und Gold und Bronze im Super-G und in der Abfahrt in Peking 2022!

„Es war letztes Jahr eine gewaltige Saison mit der dritten olympischen Goldmedaille und ich bin heuer gut reingestartet und bin zufrieden. Aber es reicht einfach. Ich möchte mich recht herzlich bei meinem Kopfsponsor UNIQA und beim ÖSV bedanken, alle haben einen super Job gemacht, ich bin gespannt, wie es weitergeht“ so Matthias Mayer beim Liveinterview mit dem ORF.

Ich war sehr überrascht! Er war gestern nach seiner überstandenen Darm-Grippe wieder fit und gut drauf und er meinte, er denkt, dass er morgen fahren kann. Wir haben uns alle gefreut und der Rücktritt ist für uns alle eine brutale Überraschung, aber für ihn wird es die richtige Entscheidung sein und das müssen wir so nehmen wie es ist. Er ist einer der größten, das muss man ganz ehrlich sagen, ein Vorzeigesportler, einer der die Gruppe geführt hat und auch immer für die jungen Athleten da war und das tut schon sehr weh, dass wir so einen verlieren!“ Sepp Brunner

„Es war auch für mich sehr überraschend. Es hat in den letzten Tagen für diesen Schritt eigentlich keine Anzeichen gegeben – natürlich ist es extrem schade für uns als Skiverband, dass wir so einen Extrakönner verlieren, aber ich wünsche ihm für seine weitere Zukunft alles Gute! Was er geleistet hat, drei Mal Olympiasieger bei drei unterschiedlichen Olympischen Spielen, ist einfach unglaublich und die Mannschaft verliert da sicher einen Leader. Er hat sich stets im die Jungen immer sehr gut gekümmert, hat sie integriert und das ist eine große Lücke, die er hinterlässt in der Mannschaft.“ Marko Pfeifer

Ein ganz Großer im Alpinen Skisport hat abgeschwungen. Es war für UNIQA eine inspirierende Zeit, Matthias auf seinem Weg begleiten zu dürfen. Wir bedanken uns für die großartige Partnerschaft, die vielen Erfolge und positiven Momente. Wir wünschen ihm auch für seinen nächsten Lebensabschnitt genauso viel Erfolg, wie auf den Rennstrecken.“ Kurt Svoboda, Mitglied des Vorstands der UNIQA Insurance Group

„Matthias hat uns nicht nur in vielen Rennen, sondern auch mit dem Zeitpunkt seines Rücktritts überrascht, aber das ist seine persönliche Entscheidung und die gilt es zu respektieren. Matthias hat unauslöschliche Spuren im Skisport hinterlassen. Seine Fähigkeit, bei Großevents noch einmal ein Schäuferl draufzulegen und im entscheidenden Moment die beste Leistung abrufen zu können, war einmalig. Er war auf der Piste ein Ausnahmekönner, aber nicht nur in sportlicher Hinsicht ein Vorbild. Mit seiner bescheidenen und bodenständigen Art war er sowohl bei seinen Teamkollegen als auch bei den Fans beliebt. Wir können nur Danke sagen, für die vielen magische Momente, die er uns beschert hat. Ich wünsche ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass er dem Skisport und dem ÖSV, mit dem vielleicht nötigen Abstand, in irgendeiner Funktion erhalten bleibt“, so ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober zum Rücktritt des dreifachen Olympiasiegers.

„Mich hat es fast aus dem Sessel gehauen, ich war völlig überrascht. Seine Entscheidung müssen wir natürlich akzeptieren. Die Lücke, die er im Team hinterlässt ist riesengroß und wird auch so rasch nicht geschlossen werden. Matthias hat für den Skisport im Allgemeinen und für den Österreichischen Skiverband sehr viel getan, und dafür kann ich mich nur bei ihm bedanken. Herbert Mandl (Sportlicher Leiter Ski Alpin)

Die Erfolge von Matthias Mayer:

•Olympia (3-0-1): Gold Abfahrt 2014 Sotschi, Super-G 2018 Pyeongchang und Super-G 2022 Peking, Bronze Abfahrt 2022 Peking, 6. Riesentorlauf 2014, 9. Abfahrt 2018

•WM: 4. Super-G 2015 Vail/Beaver Creek, 5. Super-G 2013 Schladming und Abfahrt 2019 Aare, 6. Super-G 2021 Cortina

•Weltcup: 11 Siege (7 Abfahrt, 3 Super-G, 1 Kombination), Gesamtvierter 2019/20 und 2021/22, Zweiter im Abfahrtsweltcup 2020/21

Der Artikel wird laufend ergänzt!

Hauser und Leitner bei der Biathlon-WTC auf dem Podest

Nachdem die Biathlon World Team Challenge zwei Jahre lang coronabedingt nach Ruhpolding ausweichen musste, kehrte das mittlerweile traditionelle Showevent zurück nach Gelsenkirchen, wo sich in der Arena auf Schalke insgesamt zehn Duos vor 30.600 begeisterten Fans einen spektakulären Showdown lieferten. Für Österreich gingen dabei Lisa Hauser und Felix Leitner an den Start und schafften als Dritte sogar den Sprung auf das Podest.

Das Tiroler Duo hielt sich in dem spannenden Bewerb immer in der Nähe der Top-3. Beim alles entscheidenden letzten Stehendanschlag behielt Felix Leitner die Nerven, traf alle fünf Scheiben und fixierte so den Podestplatz. Der Sieg ging in überlegener Manier an das französische Team mit Julia Simon und Fabien Claude, das sich mit 33,8 Sekunden gegen die norwegische Mannschaft mit Ingrid Landmark Tandrevold und Vetle Sjaastad Christiansen durchsetzen konnte.

Das Showevent rund um den Jahreswechsel beeindruckt immer wieder mit einer eindrucksvollen Atmosphäre.

Quelle: https://www.oesv.at/news/hauser-und-leitner-bei-der-biathlon-wtc-auf-dem-podest/

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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