Tourismus-Umfrage zeigt Besonderheiten und Potenziale der Erlebnisregion Gesäuse 

Eine neue Umfrage beleuchtet den Tourismus in der Erlebnisregion Gesäuse. Naturschutz, eine gut ausgebaute Infrastruktur sowie hohe Qualität bewerten Gäste und Einheimische demnach als größte Prioritäten. Besonders hervorzuheben: Die touristische Entwicklung in der Region wird bereits heute mit auffallender Mehrheit positiv beurteilt. 

Die letzten zwei Jahre brachten viele touristische Neuerungen im Gesäuse: Die Erlebnisregion Gesäuse hat sich mit der Tourismusstrukturreform 2021 nach Westen und Süden erweitert und eine neue Geschäftsführerin. Gleichzeitig hatte die Corona-Pandemie große Auswirkungen auf Unterkünfte, Freizeitbetriebe und Gastronomie. Auch die Teuerungen zeigten bereits Einfluss auf die Spendierfreudigkeit von Tagesausflüglern und Wanderern. Vor diesem Hintergrund sollten mithilfe einer Umfrage die touristischen Aktivitäten der Region bewertet sowie Potenziale und Herausforderungen aufgezeigt werden. Dadurch können Einsichten in die Einschätzungen von Einheimischen und Gästen erhalten sowie Ansatzpunkte in den künftigen Handlungsfeldern der Region entwickelt werden. Durchgeführt wurde die Online-Befragung vom Tourismusverband Gesäuse. Gut die Hälfte der Teilnehmenden sind Bewohnerinnen und Bewohner der Region, die zweite Hälfte setzt sich aus Gästen zusammen. 

Die liebsten Beschäftigungen spiegeln den bisherigen Markenauftritt wider: Wandern, Bergsteigen, Klettern und Skitouren zählen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Gäste suchen im Gesäuse nach Abenteuer, Erholung sowie gesunder, ja, wilder Natur. Als Hauptreisezeit wird von den Befragten der Sommer genannt, dicht gefolgt vom Herbst. Entwicklungspotenzial gibt es definitiv im Winter: Knapp drei Viertel geben an, dass das Gesäuse immer eine Reise wert ist, obwohl dies die aktuellen Nächtigungszahlen noch nicht widerspiegeln. Aufholbedarf gibt es insbesondere beim öffentlichen Verkehr – etwa 50 Prozent sehen hier das Mobilitätsangebot als unzureichend. Eine klare Absage gibt es für verbaute Berge: Mehr als drei Viertel der Befragten halten Seilbahnen in der Zukunft für unnötig, stellt genau dieses Merkmal doch unter anderem den USP der Region darf.  

Überwältigend, und im Bezirk Liezen sicherlich einzigartig: 9 von 10 befragten Personen bestätigen, dass der Tourismus einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität in der Region hat. In Zeiten von Overtourism und stagnierender Tourismusgesinnung besticht das Gesäuse mit einem Gegenentwurf des Reisens. Das Ergebnis gilt als klares Zeichen, die bisherige nachhaltige Tourismusentwicklung in der Region weiterzugehen.  

50 Prozent der Marketingmittel gehen nach „innen“. 

Dass man die Sache ernst nimmt, zeigt auch das Marketingbudget des Tourismusverbandes Gesäuse: In der Budgetsitzung im Dezember einigte sich die Kommission darauf, künftig 50 Prozent der Marketingmittel für lokale und regionale touristische Initiativen, wie etwa innovative Angebotsentwicklung, Events und andere, sinnvolle Marketingkooperationen in der Region zu verwenden. „Wir stellen Qualität vor Quantität“, bestätigt Jaqueline Egger, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Gesäuse, „wenn es darum geht, in einem gesunden Einklang zwischen Angebot und Nachfrage zu wachsen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das Gesäuse nicht nur Sehnsuchtsraum für Touristinnen und Touristen sondern auch Zukunftsraum für seine Bürgerinnen und Bürger ist.“

Foto: Stefan Leitner

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


error: (c) arf.at