ÖSV-Wintersportsplitter: Großes ÖSV-Aufgebot zur zweiten Weltcupstation

Am letzten Adventwochenende steht für die Skibergsteiger noch eine Weltcupstation auf dem Programm. Mit zwei Damen und zehn Herren geht das rot-weiß-rote Team in die Sprint- und Individualbewerbe im italienischen Pont di Legno.

Bevor es für die Skibergsteiger in die Weihnachtspause geht, steht im italienischen Ponte di Legno am kommenden Wochenende erst noch die zweite Weltcupstation auf dem Programm. Mit guten Ergebnissen beim Sprint am Freitag und dem Individual am Sonntag, will das ÖSV-Team den durchwachsenen Weltcupauftakt vor drei Wochen vergessen machen. Dazu wurden nochmals speziell die Technikeinheiten im Training verstärkt und gemeinsam mit dem deutschen Nationalteam eine Rennsimulation in Schladming durchgeführt. Heute wurde vom sportlichen Leiter der Sparte im ÖSV, Georg Wörter, das Aufgebot bekannt gegeben. 

Zwei Damen, zehn Herren
Sarah Dreier dürfte beste Erinnerungen an Ponte Di Legno haben, schließlich belegte die Salzburgerin im vergangenen Jahr an gleicher Stelle im Vertikal den dritten Rang. Heuer wird sich die 27-jährige gemeinsam mit Johanna Hiemer im Sprint sowie im Individual beweisen müssen. Neben den beiden Damen gehen gleich zehn ÖSV-Herren an den Start. Daniel Ganahl, Armin Höfl, Paul Verbnjak und Daniel Zugg, die bereits in Val Thorens mit von der Partie waren, werden auch in Italien den Sprint bestreiten. Hinzu kommen der Kärntner Christof Hochenwarter und der Tiroler Andreas Mayer sowie Julian Tritscher. Der 19-jährige war eigentlich für die neu geschaffene ISMF Jugend-Weltcupserie vorgesehen, löste aber mit überzeugenden Leistungen im Training und bei den Testrennen das Ticket für das Sprintrennen. Gleiches gilt für die ebenfalls 19-jährigen Nils Oberauer und Hannes Lohfeyer, die gemeinsam mit dem erfahrenen Christian Hoffmann zum Individual am Sonntag anreisen. 

Aufstellung Sprintrennen – Freitag, 16.12.2022:
Sarah Dreier, Johanna Hiemer
Daniel Ganahl, Christof Hochenwarter, Armin Höfl, Andreas Mayer, Julian Tritscher,
Paul Verbnjak, Daniel Zugg

Vorläufige Aufstellung Individual – Sonntag, 18.12.2022:
Sarah Dreier, Johanna Hiemer
Daniel Ganahl, Christof Hochenwarter, Christian Hoffmann, Armin Höfl, Hannes Lohfeyer, 
Andreas Mayer, Nils Oberauer, Julian Tritscher, Paul Verbnjak, Daniel Zugg

Stimmen:

Sarah Dreier:
„An Ponte di Legno habe ich sehr gute Erinnerungen. Vergangenes Jahr konnte ich dort im Vertical auf Anhieb den dritten Platz sichern. Ob es heuer beim Sprint- und Individual-Rennen auch so weit nach vorne geht, kann ich noch nicht einschätzen. Meine Vorbereitung war sehr gut und ich werde mein Bestes geben, um möglichst gut abzuschneiden.“

Paul Verbnjak:
„Der Weltcupauftakt in Val Thorens ist für mich gar nicht nach Wunsch verlaufen. Wir haben deshalb in den vergangenen Wochen nochmals gezielt die Wechsel trainiert. Läuferisch bin ich mit meiner Form sehr zufrieden. Somit hoffe ich sowohl beim Sprint, als auch beim Individual vorne dabei zu sein.“

Andreas Mayer:
„Ich freue mich jetzt vor allem, dass es endlich losgeht. Der Nachtsprint in Ponte di Legno ist richtig lässig und die Strecke eine echte Herausforderung. Für mich geht es jetzt erst einmal darum, wieder in den Wettkampfmodus zu kommen und dann richtig zu pushen. Wir sind alle voll motiviert und wollen zeigen, was wir drauf haben.“

orschau Weltcup Le Grand Bornand (FRA)

Nach dem Heimweltcup in Hochfilzen geht es für das ÖSV-Biathlonteam weiter nach Frankreich, wo in Le Grand Bornand (FRA) die letzten Weltcuprennen vor der Weihnachtspause ausgetragen werden. Für die Damen und Herren stehen jeweils ein Sprint-, ein Verfolgungs- sowie erstmals in diesem Winter auch ein Massenstartrennen auf dem Programm. 

Mannschaftlich kommt es in Le Grand Bornand (FRA) zu zwei Veränderungen. Bei den Herren muss Simon Eder krankheitsbedingt auf ein Antreten in Frankreich verzichten, daher wird mit Felix Leitner, Patrick Jakob, Harald Lemmerer und David Komatz ein vierköpfiges Team die letzten Rennen des ersten Wettkampf-Trimesters in Angriff nehmen.
Bei den Damen wird im Vergleich zu Hochfilzen Tamara Steiner neu zur Mannschaft stoßen. Die 25-jährige Steirerin wird anstelle von Anna Juppe erstmals in diesem Winter in das Weltcup-Team aufrücken.

ÖSV-Team Le Grand Bornand:
Herren (4): Patrick Jakob, David Komatz, Felix Leitner, Harald Lemmerer
Damen (5): Anna Gandler, Lisa Hauser, Julia Schwaiger, Tamara Steiner, Dunja Zdouc

STIMMEN:

Vegard Bitnes (ÖSV-Cheftrainer Herren): „Hochfilzen, mit den vielen Zuschauern und der tollen Stimmung, war glaube ich für alle Athleten und das gesamte Team ein großartiges Erlebnis. In meinen Augen haben wir auch einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Das Staffelrennen war absolut in Ordnung und auch einzelne Leistungen in den anderen Bewerben stimmen mich sehr positiv. Wir wollten auch das Schießen besser in den Griff bekommen und gerade die 20 Volltreffer von Felix (Anm.: Leitner) in der Verfolgung waren schon eine richtig gute Performance. Natürlich haben wir noch Arbeit vor uns, aber wir sind auf dem richtigen Weg.
Frankreich ist für mich persönlich immer eine der schönsten Stationen im ganzen Jahr. Es sind meistens die letzten Rennen vor Weihnachten und deswegen ist die Stimmung bei den Fans und auch innerhalb der Teams immer sehr fröhlich und ausgelassen. Schwierig sind dort oft die extremen Wetterschwankungen, aber das ist für alle gleich und wir betreiben ja schließlich einen Wintersport.“

Markus Fischer (ÖSV-Cheftrainer Damen): „Hochfilzen war wie jedes Jahr ein Highlight und vor allem heuer, mit so vielen Zuschauern, war auch die Stimmung wieder hervorragend. Das macht es aber für die Athletinnen nicht einfacher, weil sie unbedingt ihr Bestes zeigen wollen und sich dann selbst oft ein bisschen zu viel Druck auferlegen. Alles in allem können wir aber definitiv zufrieden sein. Lisa (Anm.: Hauser) konnte ihre starken Leistungen von Kontiolahti bestätigen und hat gezeigt, dass sie zur absoluten Weltspitze zählt. Sehr erfreulich waren auch die Leistungen von Anna Gandler, die sich als junge Athletin gleich so gut im Weltcup etablieren konnte.
Die anstehenden Rennen in Frankreich sind immer besonders, weil einfach so viele Zuschauer vor Ort sind. Die Stimmung ist dort grandios und die Leute pushen die Athletinnen auch extrem. Deswegen besteht aber auch die Gefahr, dass man sich vielleicht übers Limit bewegt. Wir werden versuchen, unsere Leistungen von Hochfilzen nach Frankreich mitzunehmen und dort zu bestätigen.“

Auf die Raceboarder warten zwei Weltcupklassiker in Italien

Nach dem fulminanten Weltcupstart am vergangenen Wochenende in Winterberg (GER) mit den PSL-Einzelsiegen von Sabine Schöffmann und Alexander Payer, Platz drei von Daniela Ulbing und dem zweiten Rang im Mixed-Teambewerb von Ulbing und Andreas Prommegger stehen nun für die Raceboarder zwei Klassiker in Italien auf dem Rennkalender. Am Donnerstag wird auf der „Pra-Di-Tori-Piste“ in Carezza ebenso ein Parallelriesentorlauf gefahren wie am Samstag in Cortina d’Ampezzo.

Das ÖSV-Team hat am Sonntag unmittelbar nach dem Parallelslalom in Winterberg die Rückfahrt angetreten und ist nach einer Übernachtung in Hall in Tirol nach Carezza weitergereist. Nach dem eher flachen Gelände in Winterberg wartet auf die „Racer“ in Carezza am Fuße des Latemars einer der anspruchsvollsten Hänge der gesamten Weltcupsaison. „In den vergangenen Jahren war Cortina das bessere Pflaster für mich, deshalb habe ich im Hinblick auf Carezza in der Vorbereitung auch verstärkt auf steileren Hängen trainiert. Ich fühle mich auf dem PGS-Board sehr wohl und hoffe, dass ich meine gute Form auch in dieser Woche ausspielen kann“, sagt Winterberg-Triumphatorin Sabine Schöffmann.

Daniela Ulbing hat im Vorjahr ihren ersten Weltcup-Parallelriesentorlauf in Carezza gewonnen, dafür wird der Olympia-Silbermedaillengewinnerin von Peking am Mittwochnachmittag ebenso wie dem Herrensieger 2021, Stefan Baumeister (GER), symbolisch eine Gondel der Hubertus-Kabinenbahn übergeben. „Ich finde es sehr cool, dass es bald auch von mir eine Gondel in Carezza geben wird. Nach dem gelungenen Saisonstart mit zwei Podestplätzen bei den Parallelslaloms in Winterberg freue ich mich jetzt auf den Umstieg auf den PGS. Ich bin schon richtig heiß auf die beiden Rennen in Italien“, so Ulbing.

Alexander Payer, der es am Sonntag seiner Lebensgefährtin Sabine Schöffmann gleichgetan und den Parallelslalom der Herren in Winterberg gewonnen hatte, unternahm am Montag unmittelbar nach der Ankunft in Carezza eine Skitour. „Das war eine willkommene Abwechslung. Der Hang hier ist steil und schwierig, das wird eine besondere Herausforderung. Mich stimmt aber zuversichtlich, dass meine Vorbereitung im Riesentorlauf fast besser gelaufen ist als im Slalom. Und mit einem Sieg im Rücken fährst du schon sehr erleichtert zum nächsten Rennen“, meint Payer.

Angesichts der ÖSV-Erfolge in Winterberg ist der siebente Platz von Matthäus Pink im Parallelslalom fast ein wenig untergegangen, dabei kann die Leistung des 21-jährigen Steirers nicht hoch genug geschätzt werden. Pink hatte Anfang September bei einem Sturz mit dem Mountainbike eine Leberruptur erlitten und steht nach monatelanger Pause erst seit kurzem wieder auf dem Board. „Ich habe vor drei Wochen die Sportfreigabe bekommen und wollte eigentlich erst im neuen Jahr wieder in den Weltcup einsteigen. Nachdem es aber im Training richtig gut gelaufen ist und ich auch keinerlei Beschwerden hatte, habe ich mich zu einem Start in Winterberg entschlossen. Ich bin sehr happy, dass ich dort mein bestes Weltcupresultat geholt habe. An diese Leistung möchte ich in dieser Woche anknüpfen“, betont Pink.

ÖSV-Aufgebot für die Weltcup-Parallelriesentorläufe in Carezza und Cortina:

Damen (3): Claudia Riegler (S), Sabine Schöffmann, Daniela Ulbing (beide K).

Herren (9): Arvid Auner, Sebastian Kislinger, Matthäus Pink (alle ST), Dominik Burgstaller, Benjamin Karl (beide NÖ), Aron Juritz, Fabian Obmann, Alexander Payer (alle K), Andreas Prommegger (S).

Programm Carezza:

Donnerstag, 15.12.2022:
09.00 Uhr: Qualifikation Damen und Herren
13.15 Uhr: Finale der Top-16-Damen und der Top-16-Herren

Programm Cortina:

Samstag, 17.12.2022
14.00 Uhr: Qualifikation Damen und Herren
18.00 Uhr: Finale der Top-16-Damen und der Top-16-Herren

TV-Hinweis:
ORF SPORT+ überträgt die Weltcuprennen der Parallelboarder in Carezza am Donnerstag, 15.12.2022, ab 13.10 Uhr und in Cortina am Samstag, 17.12.2022, ab 17.55 Uhr jeweils LIVE!

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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