VCÖ-Analyse: Wie hoch die Pkw-Dichte in den steirischen Gemeinden und Städten ist    

In der Steiermark gibt es 624 Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. 35 Gemeinden und Städte liegen unter dem Landesschnitt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Bei den 20 größten steirischen Orten liegen hinter Graz mit dem niedrigsten Motorisierungsgrad Leoben und Knittelfeld. Neben den Autos der privaten Haushalte sind auch die Pkw von Firmen enthalten. Sowohl für Haushalte als auch Unternehmen gilt: Wer mit weniger Pkw auskommt, erspart sich viel Geld, betont der VCÖ.

Innerhalb der Steiermark sind die Unterschiede bei der Pkw-Dichte groß, wobei diese nicht nur vom Autobesitz der Haushalte abhängt, sondern auch von der Anzahl der Pkw der Betriebe im Ort, erklärt der VCÖ. Bei kleineren Gemeinden kann das zu sehr hohen – wenn viele Pkw von Betrieben im Ort angemeldet sind – oder umgekehrt sehr niedrigen Werten führen. So beträgt die Anzahl der Pkw pro 1.000 Personen in Niederwölz (Bezirk Murau) 819 und auf der anderen Seite in Kainbach bei Graz 537.

Beim Ranking der 20 größten Orte Salzburgs liegt wenig überraschend die Landeshauptstadt Graz mit 485 Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner an der Spitze. „Silber“ geht an Leoben mit 543, „Bronze“ an Knittelfeld mit 569 vor Kapfenberg (591) und Bruck an der Mur (600 Pkw pro 1.000 Personen), wie die VCÖ-Analyse zeigt. 

Angesichts der allgemeinen Teuerung sind Haushalte und auch Unternehmen auf der Suche nach Einsparungspotenzialen. „Gerade im Mobilitätsbereich ist das Potenzial, um Ausgaben zu reduzieren, groß“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Eine VCÖ-Analyse für ganz Österreich zeigt, dass Haushalte mit zwei oder mehr Pkw im Schnitt rund 10.500 Euro pro Jahr für ihre Mobilität ausgeben. Ein 1-Pkw-Haushalt erspart sich im Vergleich dazu im Schnitt rund 4.200 Euro pro Jahr an Mobilitätsausgaben. Autofreie Haushalte geben im Schnitt sogar nur rund 1.550 Euro pro Jahr für Mobilität aus, das sind wiederum rund 4.700 Euro weniger als 1-Pkw-Haushalte und sogar um über 8.900 Euro weniger als 2-Pkw-Haushalte. Zudem wird ein wichtiger, aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet, wenn möglichst viele Alltagswege statt mit dem Auto zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Öffentlichen Verkehr zurückgelegt wird.

„Häufige öffentliche Verkehrsverbindungen, eine gute Rad-Infrastruktur, eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung in Gemeinden und Städten sowie eine intakte Nahversorgung und verkehrssparende Raumordnung sind wesentlich, um es der Bevölkerung zu ermöglichen, möglichst viele Alltagswege autofrei und damit kostengünstig und klimaverträglich zurücklegen zu können“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Um das eigene Sparpotenzial eruieren zu können, empfiehlt der VCÖ einige Wochen ein Mobilitätstagebuch zu führen. In dieses trägt man ein, welche Strecken mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt werden. Bei Autofahrten notiert man immer auch, welche Alternativen es geben würde. Nach einiger Zeit wird der Anteil der Fahrten, die statt mit dem Auto mit Bahn, Bus, Fahrrad oder bei sehr kurzen Strecken zu Fuß zurückgelegt werden können, gut sichtbar. Das Klimaticket Steiermark mit dem ein ganzes Jahr lang alle öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland benützt werden können, kostet 588 Euro und ab 1. März nur 468 Euro. Legt man das amtliche Kilometergeld von 42 Cent zugrunde reichen 588 Euro mit dem Auto für nur 1.400 Kilometer, 468 Euro für lediglich 1.114 Kilometer.

Betriebe können mit betrieblichem Mobilitätsmanagement die Kosten reduzieren und die Klimabilanz deutlich verbessern. Konkrete Maßnahmen sind beispielsweise dienstliche Fahrten möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Pkw machen, einen Teil der Kfz im Fuhrpark durch Transport-Fahrräder und E-Bikes ersetzen sowie statt eigener Dienst-Pkw Sharing-Modelle nutzen. 

VCÖ: Bei den 20 größten Orten ist Graz vor Leoben Spitzenreiter mit der niedrigsten Pkw-Dichte (Anzahl Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner, 1. Jänner 2022) 

  • Graz: 485 Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner
  • Leoben: 543
  • Knittelfeld: 569
  • Kapfenberg: 591
  • Bruck an der Mur: 600
  • Judenburg: 609
  • Trofaiach: 623
  • Liezen: 628
  • Gratkorn: 632
  • Gratwein-Straßengel: 633
  • Leibnitz: 639
  • Seiersberg-Pirka: 647
  • Voitsberg: 647
  • Köflach: 650
  • Weiz: 658
  • Gleisdorf: 667
  • Feldbach: 674
  • Deutschlandsberg: 675
  • Fürstenfeld: 679
  • Stainz: 692

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2022 

VCÖ: Steiermarks Orte mit der niedrigsten Anzahl an Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner 

  • Graz: 485 Pkw / 1.000 Personen 
  • Kainbach bei Graz: 537 
  • Leoben: 543 
  • Spital am Semmering: 544
  • Mürzzuschlag: 555 
  • Knittelfeld: 569 
  • Wald am Schoberpaß: 574 
  • Trieben: 580
  • Neudau: 584 
  • Mautern in Steiermark: 586

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2022

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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