ServusTV: In memoriam Karl Merkatz – Vom Tischler zur Ikone

Mo., 05.12., ab 22:15 Uhr

Der österreichische Film- und Theaterschauspieler Karl Merkatz, bekannt durch seine unvergleichbaren Hauptrollen in Filmen wie „Der Bockerer“ oder „Ein echter Wiener geht nicht unter“, führt in dem filmischen Porträt durch sein Lebenswerk. Er blickt zurück auf seine Jugend im Krieg, seine Ausbildung zum Tischler und seine außergewöhnliche schauspielerische Karriere. Schwänke aus der Jugend, Familiengeschichten und Erlebnisse aus der Filmwelt sowie zahlreiche, teils unveröffentlichte Aufnahmen aus seiner langen Filmkarriere gewähren einen einmaligen Blick hinter die Kulissen eines langen Schauspielerlebens. Gemeinsam mit Erinnerungen und Anekdoten von Kollegen und Kolleginnen aus der Branche entsteht dabei ein umfassendes Bild des Ausnahmedarstellers Karl Merkatz. Parallel dazu gestaltet der Bildhauer Jos Pirkner eine Skulptur dieses vielseitigen Mannes und Künstlers.

Vom Tischler zur Ikone – Karl Merkatz
© Christian Prenner / picturedesk.com

Karl Merkatz stammte aus Wiener Neustadt und begann in frühen Jahren eine Tischlerlehre, bevor er in das Schauspielgeschäft wechselte. Während eines Engagements in Deutschland erreichte ihn ein Anruf des jungen Regisseurs Reinhard Schwabenitzky, der ihn für die Rolle des „Mundl“ vorsah. Von diesem Zeitpunkt an begann sein steiler Aufstieg zur Ikone. Die revolutionäre und kontroversiell diskutierte Fernsehserie basiert auf Ernst Hinterbergers Roman „Das Salz der Erde“. Dazu Merkatz im Gespräch: „Wenn ich die Rolle so gespielt hätte wie vom Roman vorgesehen, hätte die Figur des Mundl nie die Herzen erobert, denn im Roman ist der Mundl ein höchst unsympathischer Charakter, der zudem seine Frau und Kinder wirklich schlägt.“ Karl Merkatz weiter: “Ich sagte zu Reinhard: Wenn ich jetzt wirklich zuschlage, dann wird man die Figur hassen.“ Auf dieser Überlegung beruht der mittlerweile legendär gewordene Sager „Kriegst a Watschn, dass dir 14 Tag‘ der Schädel wackelt“. Durch die tollpatschigen und nie ernst genommenen, niemals gewalttätigen, cholerischen Ausbrüche wurde die Legende des Mundl so erst möglich. 

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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