Erster länderübergreifender Bericht zum Alpenklima

Mit «Alpenklima» starten der Deutsche Wetterdienst, MeteoSchweiz und die ZAMG eine neue gemeinsame Berichtsreihe. «Alpenklima» zeigt den aktuellen Klimazustand in der Alpenregion und ordnet ihn in die langjährige Entwicklung ein. Das Bulletin erscheint zwei Mal pro Jahr, mit einer Ausgabe für das Sommerhalbjahr und einer für das Winterhalbjahr.

Der Alpenraum ist von den Folgen des menschlichen Treibhausgasausstoßes stark betroffen und die Auswirkungen des Klimawandels sind in dieser hochsensiblen Region deutlich sichtbar. Zum Beispiel wird in allen Höhenlagen die Erwärmung zu einem immer größeren Problem, die Gletscher verlieren deutlich an Masse und es gibt immer weniger Schnee.

Erstes länderübergreifendes Bulletin zum Klimazustand der Alpen

„Deutscher Wetterdienst, MeteoSchweiz und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) arbeiten in vielen Bereichen zusammen, um unter anderem Grundlagen für Schutz- und Anpassungsmaßnahmen zu liefern. Das neue Bulletin «Alpenklima» ist ein Beitrag, um die Klimaentwicklung in den einzelnen Ländern in einen größeren Kontext zu stellen und die Veränderungen in dem wertvollen Natur-, Lebens- und Wirtschaftsraum der Alpen zu analysieren und in die langjährige Entwicklung einzuordnen“, sagt Klimatologe Alexander Orlik, der seitens der ZAMG «Alpenklima» koordiniert.

«Alpenklima» ist der erste regelmäßige und länderübergreifenden Bericht zum Klimazustand der Alpen. Das Bulletin erscheint künftig zweimal pro Jahr, für die Monate Mai bis Oktober (Sommerhalbjahr) und für den Zeitraum November bis April (Winterhalbjahr).

Erste Ausgabe mit Schwerpunkt Gletscher

«Alpenklima» bietet eine allgemeine Übersicht über die Klimatologie des vergangenen Halbjahres und beleuchtet in jedem Bulletin ein aktuelles klimatologisches Thema näher. Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe liefert Zahlen und Hintergrundwissen zum Schmelzen der Gletscher, das im Sommerhalbjahr 2022 in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich im Rekordbereich lag.

Extreme Schmelze und teils Toteis

Das gesamte Volumen der Schweizer Gletscher reduzierte sich 2022 um 3,2 Kubikkilometer (6,2 Prozent) zum Vorjahr. Das ist weit mehr in allen früheren Jahren seit Beginn der Beobachtungen vor über 100 Jahren. Als Vergleich: Im Hitzesommer 2003 verloren die Schweizer Gletscher insgesamt 2,8 Kubikkilometer im Vergleich zum Vorjahr.

Auf der Pasterze, Österreichs größtem Gletscher, hat die Eisdicke dieses Jahr selbst oberhalb von 3000 Meter Seehöhe im Mittel um 3,7 Meter abgenommen. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der letzten Jahre lag die Schmelzrate hier bei 1,6 Meter Eisdicke pro Jahr.

Einige kleinere Gletscher verwandelten sich 2022 schon in Toteis (Gletschereis, das mit dem aktiven Gletscher nicht mehr verbunden ist und sich infolgedessen auch nicht mehr bewegt). So verlor in Deutschland der südliche Schneeferner seinen Gletscherstatus, wodurch in Deutschland nur noch vier Gletscher übrig bleiben.

-> zum Download des genauen Berichts

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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