LANDWIRTSCHAFTSMINISTER TOTSCHNIG MIT VERSORGUNGSSICHERHEITSTOUR IN DER STEIERMARK


Um mit Bäuerinnen und Bauern über aktuelle Herausforderungen und die Chancen der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2023 zu sprechen, macht Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig eine „Versorgungssicherheitstour“ durch ganz Österreich. Am 2. Dezember 2022 tauschte er sich mit 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Steiermark aus. Davor skizzierte der Minister mit Landesrat Johann Seitinger und Landwirtschaftskammer- Präsident Franz Titschenbacher in einem gemeinsamen Pressegespräch die Situation von Burgenlands Landwirtschaft in Zeiten multipler Krisen.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig
„Die Folgen der Corona-Pandemie, der Russische Angriffskrieg in der Ukraine, der Klimawandel – wir leben in einer Zeit multipler Krisen. Trotz dieser Herausforderungen versorgen uns unsere Bäuerinnen und Bauern verlässlich mit regionalen Lebensmitteln. Damit unsere heimische Landwirtschaft auch in Zukunft krisenfest und die Lebensmittelversorgung gewährleistet ist, ist Planungssicherheit entscheidend. Diese Planungssicherheit liefert die neue Gemeinsame Agrarpolitik ab 2023. Viele Bäuerinnen und Bauern fragen sich, welche Änderungen die GAP mit sich bringt. Um über die derzeitigen Herausforderungen und die GAP als das Zukunftsprogramm für den ländlichen Raum zu sprechen, mache ich eine Versorgungssicherheitstour durch ganz Österreich. Der direkte Austausch mit unseren steirischen Bäuerinnen und Bauern ist mir ein großes Anliegen. Ich möchte ihre Sorgen hören und sie dazu motivieren, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen.“
„Um unsere bäuerlichen Familienbetriebe bestmöglich zu unterstützen, hat die Bundesregierung umfassende Entlastungspakete geschnürt. Zusätzlich setzen wir zielgerichtete Unterstützungsmaßnahmen für die Landwirtschaft um. Dazu gehören 9 Mio. Euro für die Produktion von Obst und Gemüse in Glashäusern, die bereits Ende September ausgezahlt wurden. Im Dezember folgt die Auszahlung des 110 Mio. Euro Versorgungssicherungspakets. Rund 17 Mio. Euro davon gehen an gut 21.700 bäuerliche Betriebe in der Steiermark. Außerdem haben wir einen 120 Mio. Euro Stromkostenzuschuss für die landwirtschaftliche Produktion erarbeitet.“
„Ziel der Tour ist es auch die vielfältigen Leistungen des heimischen Agrar- und Ernährungssektors darzustellen. Mit der ökosozialen österreichischen Agrarpolitik haben wir eine flächendeckende, multifunktionale und nachhaltig produzierende Landwirtschaft. Bei Grundnahrungsmitteln haben wir Dank unserer Bauern einen hohen Selbstversorgungsgrad. Das macht sich in Krisenzeiten bezahlt. Jedes Bundesland, jede einzelne Region und jeder einzelne Betrieb leistet hier einen wichtigen Beitrag dafür. Dafür gilt es Danke zu sagen.

Landesrat Johann Seitinger
„Den Feuerlöscher erst zu kaufen, wenn das Haus brennt, ist zu spät! Österreich muss strategische Reserven anlegen. Nicht nur wie bisher für Öl und Gas, sondern auch für nachhaltige Energieträger wie Holz und Pellets, sowie für Futter- und Düngemittel. Damit können wir die Österreicherinnen und Österreicher auch in akuten Krisen mit Lebensmitteln versorgen. Der Mensch lebt aber nicht von Brot allein, daher ist es notwendig auch in so sensiblen Bereichen wie der Medikamenten- und Rohstoffversorgung unabhängiger von Importen zu werden.“


LK-Präsident Franz Titschenbacher
Land- und forstwirtschaftliche Produktion stärken. In Zeiten wie diesen hat die sichere Versorgung mit Lebensmitteln höchste Priorität. „Damit unsere Land- und Forstwirtschaft dies weiterhin tun kann, gilt es alles zu vermeiden, was die land- und forstwirtschaftliche Produktion einschränkt oder komplett verhindert. Deshalb ist der Green Deal der EU-Kommission konsequent nachzuschärfen, um die landwirtschaftliche Produktion zu stärken statt zu schwächen“, unterstreicht Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher und erteilt den „rein ideologiegetriebenen Einschränkungen eine klare Absage“.
Auch wenn der Green Deal mit der „Farm to Fork“- und Biodiversitätsstrategie teils vernünftige Ziele verfolgt, schwächt er jedoch die heimische und europäische Produktion insgesamt. Denn die Produktion von Getreide, Ölsaaten oder Rindfleisch würde stark zurückgehen sowie Fleisch, Milch, Obst und Gemüse erheblich teurer werden, bestätigen Studien. „Daher ist die vorgesehene Halbierung der Pflanzenschutzmittel-Verwendung differenzierter zu beurteilen und die pauschale Verminderung der Düngemittel-Verwendung um 20 Prozent neu zu bewerten“, so Titschenbacher.
Nachhaltige Waldwirtschaft in Österreich nicht abdrehen! Der in Österreich nachhaltig und nachweislich biodiversitätsfördernd bewirtschaftete Wald ist in Kombination mit der Verwendung von Holz als Baustoff ein riesiger Speicher für klimaschädliches Kohlendioxid, der den Klimawandel messbar bremst. Außerdem ersetzt Holz viele Produkte, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden. „Doch geplante großflächige Bewirtschaftungseinschränkungen und Außernutzungstellungen der österreichischen Waldfläche konterkariert den nachhaltigen, österreichischen Vorzeigeweg in der Forstwirtschaft“, lehnt Titschenbacher diese im Green Deal, in der EU-Waldstrategie und der REDIII-Verordnung vorgesehenen ideologiegetriebenen Vorhaben strikt ab. Er begründet: „Wälder stillzulegen und sie zu einem Kohlenstoffmuseum zu degradieren statt sie zu nutzen, das heizt den Klimawandel erst richtig an. Außerdem ist jeglicher bürokratische Blätterwald, der die Eigenverantwortung der Waldbesitzer aushöhlt, entbehrlich.“

Fotos – Credit: BML/Ferlin-Fiedler)

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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