Ungarischer Botschafter überbrachte einen Ferenc Puskás-Fußball für die Steiermark

In Erinnerung an den ungarischen Volksaufstand im Jahr 1956 und zum Dank für die Hilfe der steirischen Bevölkerung für die aus dem Nachbarland Geflüchteten übergab der ungarische Botschafter Andor Nagy in Graz einen Fußball an Landeshauptmann Christopher Drexler. Das Replikat aus den 1950er-Jahren trägt die Unterschrift von Ferenc Puskás (1927 – 2006). Der einstige ungarische Weltstar lebte nach dem niedergeschlagenen Volksaufstand eine Zeit lang in Graz, bevor er bei Real Madrid seine glanzvolle Fußballkarriere fortsetzen konnte.

Mit einem besonderen Geschenk für die Steiermark stellte sich der ungarische Botschafter Andor Nagy gemeinsam mit Honorarkonsul Rudi Roth heute Nachmittag (28.11.2022) bei Landeshauptmann Christopher Drexler in der Grazer Burg ein: Nagy übergab das Replikat eines Fußballs aus den 1950er-Jahren mit der Originalunterschrift der ungarischen Stürmer-Legende Ferenc Puskás (1927 – 2006). Puskás hielt sich im Zuge seiner Emigration nach dem Ungarischen Volksaufstand 1956 eine Zeit lang in Graz auf, bevor er seine Fußballkarriere ab 1958 bei Real Madrid fortsetzen konnte.

Drei Männer stehend nebeneinander mit einer Fußballskulptur in Händen; im Hintergrund die Flaggen Österreichs, der Steiermark und Ungarns
© Land Steiermark/Robert Binder

Im Zuge des Besuchs unterstrichen LH Christopher Drexler und Botschafter Andor Nagy die traditionell guten Beziehungen zwischen der Steiermark und Ungarn und erinnerten an die Geschehnisse im Herbst 1956, als im Zuge der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes tausende Flüchtlinge aus Ungarn auch in der Steiermark landeten und hier versorgt wurden. Eine große Welle der Hilfsbereitschaft erfasste damals ganz Österreich, das selbst noch die Folgen des Zweiten Weltkriegs zu bewältigen hatte und erst ein Jahr zuvor seine Unabhängigkeit nach der Besatzungszeit wiedererlangt hatte.

„Die Geschehnisse des Herbst 1956, an die wir heute erinnern, sind von großer historischer Bedeutung für Ungarn und Europa: Der letztlich von der Roten Armee brutal niedergeschlagene Volksaufstand der Ungarinnen und Ungarn war ein erstes starkes Zeichen des Widerstandes gegen die kommunistischen Regime Ostmitteleuropas, die Jahrzehnte später in die Revolutionen und demokratischen Umbrüche des Jahres 1989 mündeten“, unterstreicht LH Christopher Drexler. „Die steirische Bevölkerung setzte im Jahr 1956 ein großes Zeichen der Solidarität, das für immer ein verbindendes Band zwischen Ungarn und der Steiermark sein wird. Heute sind unsere bilateralen Beziehungen von freundschaftlichem Austausch und enger wirtschaftlicher Kooperation zum Nutzen beider Seiten geprägt“, so der Landeshauptmann.

Mit dem Ferenc Puskás-Ball wird an ein wenig bekanntes Detail im Leben des Fußball-Weltstars der 1950er- und 1960er-Jahre erinnert: Puskás konnte nach der gewaltsamen Niederschlagung des Volksaufstandes nicht nach Ungarn zurückkehren und entschied sich für die Emigration. Einen Teil seiner 18-monatigen-Sperre durch den Internationalen Fußballverband FIFA, die von Ungarn bewirkt worden war, lebte Puskás in Graz. Nach Ablauf der Sperre setzte Puskás, der als herausragender Stürmer seiner Zeit gilt, 1958 seine erfolgreiche Karriere bei Real Madrid fort, wo er diese mit dem dreimaligen Gewinn des Europapokals der Landesmeister krönte.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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