Masterplan für den Güterverkehr in der Steiermark beschlossen

Für die Versorgung der steirischen Bevölkerung mit Gütern für den täglichen Bedarf und sonstigen Konsumgütern sowie für den Import und Export von Waren, welche die steirische Industrie und die steirischen Wirtschaftsbetriebe verarbeiten und erzeugen, hat der Güterverkehr im heimischen Verkehrsnetz bedeutenden Anteil. Aktuell wird ein Großteil dieser Güter auf den steirischen Straßen transportiert.

Um den Klimawandel und seine Auswirkungen bewältigen zu können, braucht es Maßnahmen wie eine deutliche Reduktion von Treibhausgasen. Vor allem im Bereich des Güterverkehrs gibt es enormes Potential und hohe Ziele. So soll der Schienengüterverkehr bis 2030 um 50 Prozent zunehmen und sich bis 2050 verdoppeln.

Die steirischen Hauptschienenstrecken und internationalen Korridorstrecken sind für diese erwartete Zunahme des Güterverkehrs derzeit allerdings noch nicht ausreichend ausgebaut. Die größten Engpässe im steirischen Schienengüterverkehr sind fehlende leistungsfähige Bahnverbindungen und die unzureichende Kapazität im Hauptschienennetz. Hier ist im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes das zuständige Bundesministerium gemeinsam mit der ÖBB-Infrastruktur AG gefordert den Ausbau des schienengebundenen Güterverkehrs zeitnah umzusetzen.

Folgende Prioritäten zur Verbesserung der steirischen Verkehrsinfrastruktur werden im heute von der Landesregierung beschlossenen Masterplan als wesentlich erachtet:

  • Bau des neuen Bosrucktunnels
  • Ausbau der Bahnstrecke Bruck an der Mur – Graz – Spielfeld – Maribor
  • Erweiterung des Terminals Cargo Center Graz-Werndorf (CCG)
  • Neue Bahnstrecke zwischen der zukünftigen Koralmbahn und der Steirischen Ostbahn
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Güterverkehr auf der Schiene

Mit der Umsetzung dieser Infrastrukturmaßnahmen sollen die folgenden Ziele erreicht werden:

  • Die Anbindung der steirischen Industriestandorte an ihre Exportmärkte in Mittel- und Nordeuropa
  • Die Verbesserung der Anbindung der Steiermark an die Adriahäfen Triest, Koper und Rijeka
  • Die Anpassung der Kapazität des Umschlagterminals Cargo Center Graz an die zu erwartende Steigerung des Schienengüterverkehrsaufkommens im Zusammenhang mit dem Betrieb der Koralmbahn
  • Die Sicherstellung einer hochrangigen Anbindung der Steirischen Ostbahn und der entlang der Strecke gelegenen Industriestandorte an die Koralmbahnstrecke
  • Die konsequente Verlagerung des Straßengüterverkehrs auf die Schiene und damit die Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks des Güterverkehrs

„In der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 (KESS), haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den wichtigen Teilbereich des Güterverkehrs weitestgehend von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Im Sinne des Klimaschutzes, aber auch zur Stärkung des Steirischen Wirtschaftsraumes, im Austausch mit den Nachbarländern und im innereuropäischen Wettbewerb, sollen mit dem, in der heutigen Regierungssitzung beschlossenen Masterplan Güterverkehr Steiermark, Wege, Möglichkeiten und vor allem Maßnahmen zeigen, welche die Schiene als ökologisch nachhaltigsten Verkehrsträger forcieren“, so Landeshauptmann Christopher Drexler und Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang.

Der Masterplan Güterverkehr Steiermark wurde im Rahmen der Projektpartnerschaft im EU-Projekt REIF erarbeitet sowie im Rahmen der Infrastrukturinitiative Steiermark mit Vertreterinnen und Vertretern der steirischen Sozialpartner Arbeiterkammer (AK), Industriellenvereinigung (IV), Gewerkschaftsbund (ÖGB) und Wirtschaftskammer (WKO) abgestimmt.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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