Raubüberfälle auf Jugendliche geklärt: Zwei Festnahmen von 14-Jährigen. Aktuelle steirische Polizeimeldungen

Graz. – Nach einer Serie an Raubüberfällen auf Jugendliche in Graz, gibt es nun erste Ermittlungserfolge der Polizei. Kriminalisten nahmen zwei 14-jährige Haupttatverdächtige fest und forschten weitere Tatverdächtige aus – sie sind noch (straf-)unmündig.

In den vergangenen Wochen kam es zu einer punktuellen Häufung einzelner Raubüberfälle auf Jugendliche bzw. Schüler im Stadtgebiet von Graz. Dabei setzten die selbst jugendlichen und unmündigen Täter ihre Opfer – oft am helllichten Tag und an stark frequentierten Plätzen – durch Drohungen oder Gewalt unter Druck. Teils kam es auch zu Drohungen mit einem Messer und leichten Verletzungen durch Faustschläge. Geraubt wurden meist Bargeld sowie Wertgegenstände, wie beispielsweise E-Scooter oder kabellose Kopfhörer.

Ermittlungsgruppe eingerichtet

Die Grazer Polizei reagierte rasch. Raubermittler im Kriminalreferat nahmen die Ermittlungen auf und glichen die Fälle der jüngsten Vergangenheit miteinander ab. Zudem wurde eine interdisziplinäre Ermittlungsgruppe eingerichtet. Sie besteht aus Kriminalisten unterschiedlicher Ermittlungsbereiche sowie Beamten einzelner Polizeiinspektionen und beschäftigt sich laufend mit dem Phänomen der Jugendkriminalität.

Rascher Erfolg: Zwei Festnahmen 

Umfassende Ermittlungen führten nun zu zwei Haupttatverdächtigen im Alter von gerade einmal 14 Jahren. Dabei handelt es sich um einen bereits polizeilich bekannten und in Graz lebenden Tschetschenen (14) sowie einen gleichaltrigen Grazer. Sie stehen im Verdacht, zumindest vier dieser Raubüberfälle in der Zeit zwischen 23. Oktober und 6. November 2022 begangen zu haben. Unterstützt wurden sie dabei von Unmündigen (unter 14 Jahren) in jeweils unterschiedlicher personeller Zusammensetzung. Kriminalisten nahmen die beiden 14-Jährigen nun über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz fest. Dabei versuchte einer der Jugendlichen vor der Polizei zu flüchten. Einsatzkräfte der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) konnten dies jedoch rasch verhindern.

Raubbeute sichergestellt

Ermittler stellten bei den Tatverdächtigen einen Teil der Raubbeute sowie das bei Straftaten verwendete Messer sicher. Die Jugendlichen zeigten sich zum Teil geständig, ein schlüssiges Motiv konnten sie allerdings nicht angeben. Beide wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Die polizeilich ausgeforschten, jedoch aufgrund des Alters strafunmündigen Tatverdächtigen werden nach Abschluss der Ermittlungen ebenso der Staatsanwaltschaft angezeigt. Die Ermittlungen zu weiteren Tathandlungen und/oder Beteiligten laufen.

Gewerbsmäßiger Ladendiebstahl

Graz.- Zwei ukrainische Staatsbürger (27,18) stehen im Verdacht, gewerbsmäßige Ladendiebstähle begangen zu haben. Grazer Polizisten stellten Donnerstagnachmittag, 17. November 2022, im Pkw der Männer Diebesgut und Tatwerkzeuge sicher.

Die beiden in Niederösterreich wohnhaften Männer verübten gegen 16 Uhr in einem Einkaufszentrum am Lazarettgürtel einen Ladendiebstahl. Beamte der Polizeiinspektion Graz-Hauptbahnhof und Jakomini führten daraufhin die Ermittlungen. Bei der Vernehmung der Verdächtigen ergaben sich jedoch widersprüchliche Diskrepanzen. Entgegen der Angaben der Ukrainer mit dem Zug nach Graz gereist zu sein, fanden Polizisten im Parkhaus des Einkaufszentrums schließlich den ukrainischen Pkw der Verdächtigen.

Hochpreise Sportkleidung sichergestellt

Die Polizisten stellten im Pkw der Verdächtigen 19 hochpreisige Sportkleidungsartikel und Tatwerkzeug zur Begehung von Ladendiebstählen sicher. Der Wert der Artikel beträgt mehrere tausend Euro.

Umfassend geständig

Aufgrund der vorliegenden Fakten zeigten sich die Verdächtigen bei einer neuerlichen Vernehmung geständig. Es konnten drei Tatörtlichkeiten (namhafte Grazer Sportgeschäfte) ermittelt werden. Die Männer werden der Staatsanwaltschaft Graz angezeigt.

Falscher Polizist – wieder erfolgreich

Graz.– Derzeit kommt es wieder vermehrt zu Vorfällen, bei dem sich unbekannte Anrufer als falsche Polizisten ausgeben. Unter verschiedenen vorgetäuschten Sachverhalten versuchen sie auf diese Weise zu Bargeld oder Wertgegenständen ihrer Opfer zu kommen. So wurde ein 88-jähriger Mann auch Donnerstagmittag, 17. November 2022, Opfer eines schweren Betruges. Der Schaden beträgt mehrere zehntausend Euro.

Der 88-jährige Grazer erhielt einen Anruf von einer ihm unbekannten weiblichen Person, die ihm erzählte, dass seine Schwiegertochter aufgrund eines Verkehrsunfalles dringend Bargeld benötigen würde. Der Mann hob in weiterer Folge mehrere tausend Euro ab und übergab das Bargeld einem bislang unbekannten Täter in der Nähe seines Wohnhauses. Der 88-Jährige erstattete Anzeige und konnte eine Personsbeschreibung abgeben. Das Landeskriminalamt Steiermark ermittelt.

Viele weitere Betrugsversuche

Zu Vorfällen wie diesen kommt es derzeit wieder vermehrt im gesamten Ballungsraum Graz sowie in Graz-Umgebung. Dabei gehen die Täter unterschiedlich vor.

Sie geben sich in den meisten Fällen als Polizist oder Kriminalbeamter aus und versuchen den Opfern durch Mitteilung eines falschen Sachverhalts Bargeld oder andere Wertgegenstände betrügerisch herauszulocken.

So wird den Opfern im sogenannten Unfallkautionstrick vorgehalten, dass Verwandte einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätten oder festgenommen worden seien. In anderen Fällen wird erzählt, dass ein Einbruch oder ein Raub aufgeklärt worden sei und die gefassten Täter (hier soll es sich um Bandenkriminalität handeln) sämtliche Informationen der angerufenen Opfer bei sich trugen. In weiterer Folge werden die Opfer aufgefordert, für ihre Verwandten das „dringend benötigte Bargeld“ zu bezahlen oder es wird ihnen die Möglichkeit geboten, ihre Wertgegenstände „sicher“ vor den Räubern verwahren zu lassen, da „Vermögenswerte aus polizeilicher Sicht gefährdet seien.“

Zu den bereits bekannten Präventionstipps teilt die Polizei mit:

  • Die ECHTE  POLIZEI wird niemals Geld, Gold oder Schmuck abholen.
  • Kontaktieren Sie unverzüglich die Telefonnummer 133
  • Unterstützen Sie die Arbeit der Polizei.
  • Seien Sie vorsichtig und riskieren Sie nichts.

Festnahmen nach gewerbsmäßigem Betrug

Graz, Bezirk Gries. – Zwischen März und November 2022 kam es zu mehreren Betrugshandlungen durch einen 23-jährigen Rumänen. Die Schadenshöhe liegt im mittleren fünfstelligen Bereich. Der Mann wurde festgenommen.

Aufgrund von Hinweisen und umfangreichen Ermittlungen kamen Beamte des Kriminalreferates Graz einem 23-Jährigen aus Rumänien auf die Spur. Der 23-Jährige lockte im Zeitraum von März bis November 2022 mehrere Personen aus Rumänien, unter einem Vorwand Geld zu verdienen, nach Österreich. Er meldete für die Personen einen Wohnsitz in Graz an und eröffnete mit ihnen Bankkonten. Der Mann ging mit den Personen zu einem Sportfachgeschäft und kaufte teure Sportartikel. Dafür nahm er einen Sofortkredit unter Angabe von falschen Daten auf.

Nach erfolgreichem Abschluss der Finanzierung und Ausfolgung der Ware, meldete er die Personen wieder ab und brachte sie zurück nach Rumänien. Anschließend wollte er die Artikel verkaufen und versprach den beteiligten Personen eine Gewinnbeteiligung.

Täter nicht geständig

Am Vormittag des 17. November 2022 kam der 23-Jährige erneut in die Filiale. Kriminalbeamte des Kriminalreferates und der EGS (Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität) nahmen den 23-Jährigen und seine drei Begleiter daraufhin fest. Der 23-Jährige zeigte sich bei den durchgeführten Einvernahmen nicht geständig.

Der Rumäne wurde in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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