Ist die Jagd per se schlecht?

Im gesetzlichen Auftrag werden umsichtig jagende und behördlich geprüfte und legitimierte Jägerinnen und Jäger immer öfter von hauptberuflichen Tierschutzaktivisten bis in ihr privates Umfeld verfolgt. Obwohl sie sich nichts zuschulden kommen haben lassen, werden sie bewusst an den Pranger gestellt. Die Methoden erinnern dabei an das finstere Mittelalter. Auch behördliche Organe geraten immer wieder ins Visier der Aktivist:innen, die von spendenwerbenden Organisationen dafür entlohnt werden. 

„Wie hat Ihr Morgen heute begonnen? Meiner mit einem anstrengenden Aufstieg in ein exponiertes und so steiles Gelände, welches gestern, nach dem Erlegen einer offensichtlich leidenden und sehr alten Gams, aufgrund der einbrechenden Dunkelheit, keinen Einstieg mehr zugelassen hat,“ berichtet Mag. Marion Kranabitl-Sarkleti, Geschäftsführerin der Steirischen Landesjägerschaft. „Das Wildbret war für den menschlichen Genuss natürlich nicht mehr verwertbar, aber um der Erkrankung vorsorglich auf den Grund zu gehen, war die Entnahme einer Gewebeprobe erforderlich. Die Gamskrucke gibt genauen Aufschluss über das Alter des Stückes, was für das Monitoring dieser wertvollen Wildart sehr wichtig ist, um den Überblick über die Altersstruktur des Bestandes zu behalten. Diese Krucken sind auch verpflichtend für diese Analyse am Ende des Jagdjahres im gereinigten Zustand vorzulegen.“

Der Befund der wissenschaftlichen Untersuchung der Gewebeprobe ist wichtig, um ansteckende Krankheiten frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen gegen die Ausbreitung zu treffen.

„Um das Wildbret ist es sehr schade“, so Kranabitl-Sarkleti, „aber wenigstens konnte ein langsamer und qualvoller Tod verhindert werden. Dort oben wird es bald zuschneien und diese Gams war komplett abgemagert und wäre verhungert oder erfroren.“

Gamswild
(C) Die Steirische Jägerschaft

Gelebter Wildtierschutz ist eine der flächendeckend und neben den rund 50 Berufsjägern überwiegend in ihrer Freizeit erbrachten Leistungen der Steirischen Jägerinnen und Jäger. Zunehmend sehen sich diese mit hauptberuflichen AktivistInnen der Tierschutzszene konfrontiert, die auch vor Übergriffen in das private Umfeld nicht zurückschrecken.

Zur Gänze im gesetzlichen Rahmen abgehaltene Jagden werden als verbrecherische Handlungen dargestellt, unter Zuhilfenahme modernster Technik werden neuerdings Kurzvideos im Stil von Fake-Nachrichten verbreitet.

„Mein Fleischkonsum besteht aus selbst erlegtem Wildbret, natürlich wird auch ein frischer Fasan oder Hase zur Gänze verwertet.“ Was nicht auf dem Teller landet, dient als natürliche Nahrung für den Hund die weder Konservierungsstoffe noch andere künstliche Zutaten braucht.

In jenen Gebieten, in welchen Hase und Fasan bejagt werden, ist die bewusste Gestaltung und Erhaltung naturnaher Lebensräume Voraussetzung für das Wohlbefinden von sensiblen Arten.

Auf diese Weise gewinnen die Steirerinnen und Steirer rund 60.000 Hektar – also fast 43.000 Fußballfelder – wertvollen Lebensraum, auf den, aufgrund seiner besonderen Eignung für Singvögel, Insekten, selten gewordener Schmetterlinge und Klein- und Kleinstlebewesen im Boden, gerade in Zeiten des Klimawandels, des Biodiversitätsverlustes und der Artenvielfalt wohl niemand leichtfertig verzichten würde, auch wenn radikale Aktivisten, die sich als Tierschützer bezeichnen, anderes fordern.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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