VCÖ: Im 3. Quartal ging Autoverkehr auf steirischen Autobahnen und Schnellstraßen großteils zurück

VCÖ: Mit Mobilitätsmanagement Verkehrsbelastung weiter reduzieren

VCÖ (Wien, 14. November 2022) – Die gestiegenen Spritpreise reduzieren den Autoverkehr. Im 3. Quartal ging der Autoverkehr im Vergleich zum 3. Quartal des Vorjahres auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen zum Großteil zurück, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Aber die Verkehrsbelastung ist nach wie vor hoch. Der VCÖ weist darauf hin, dass Unternehmen mit Mobilitätsmanagement den Autoverkehr deutlich reduzieren können. 

Im 1. Halbjahr waren auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen mehr Autos unterwegs als im 1. Halbjahr des Vorjahres, im 3. Quartal hat sich das geändert: Beim Großteil der Zählstellen waren heuer weniger Pkw unterwegs als im 3. Quartal 2021, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. „Was bereits Umfragen ergeben haben, zeigt sich nun auch bei den Daten der Zählstellen: Ein Teil der Autofahrerinnen und Autofahrer hat auf die gestiegenen Spritpreise reagiert und beispielsweise Autofahrten auf öffentliche Verkehrsmittel verlagert oder Fahrgemeinschaften gebildet“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Da es im Jänner 2021 einen Lockdown gab, liegt der Autoverkehr heuer in Summe der drei Quartale noch über den Werten des Jahres 2021, bis zum Jahresende wird sich das mit hoher Wahrscheinlichkeit ändern. 

Auf der A2 bei Feldkirchen waren heuer von 1. Juli bis 30. September mit rund sieben Millionen Pkw um 31.000 Autos weniger unterwegs als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, informiert der VCÖ. Auf der A9 fuhren bei Graz-Webling um 162.000 Autos weniger und bei Gratkorn sogar um 262.000 weniger. Auf der S6 bei Natschbach ging der Autoverkehr um 149.000 Pkw zurück, auf der S36 bei Zmöllach um 71.000 Pkw und auf der S10 bei Götschka um 47.000 Autos. Etwas mehr Autoverkehr gab es lediglich auf der S35 und vereinzelt auf der A2 und A9.

Auch wenn auf vielen Abschnitten der Verkehr zurückgegangen ist, die Verkehrsbelastung ist nach wie vor hoch. „Lärm und Schadstoffe belasten die Gesundheit der Anrainerinnen und Anrainer, der hohe CO2-Ausstoß belastet Umwelt und Klima. Wir können die Klimaziele nur erreichen, wenn es künftig weniger Autofahrten gibt. Dafür braucht es zusätzliche Maßnahmen“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Wichtig für die Bevölkerung sind zusätzliche öffentliche Verkehrsverbindungen. Auch in der Kombination mit dem Fahrrad zur Bahn liegt großes Potenzial, dafür ist wichtig, dass die Bahnhöfe gut an die Rad-Infrastruktur angebunden sind. Und beim Bahnhof braucht es ausreichend und wettergeschützte Rad-Abstellplätze. „Eine einzige S-Bahnfahrt kann mehr als 200 Autofahrten ersetzen. Damit wird sowohl der CO2-Ausstoß als auch der Platzverbrauch deutlich reduziert. Stehend ergeben 200 Pkw eine mehr 1.000 Meter lange Autoschlange, fahrend benötigen sie natürlich noch mehr Platz“, verdeutlicht VCÖ-Experte Schwendinger. 

Mit dem Klimaticket Steiermark können sich insbesondere Pendlerinnen und Pendler im Vergleich zum Auto viel Geld sparen. Zudem ist das Potenzial des betrieblichen Mobilitätsmanagement stärker zu nutzen. Einige Unternehmen, wie beispielsweise die Anton Paar GmbH, die Knapp AG oder die Med Uni Graz setzen bereits Maßnahmen wie Öffi-Jobticket und Bewusstseinsaktionen um, damit mehr Beschäftigte mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad statt mit dem Auto zur Arbeit kommen. Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise fordert der VCÖ ein verpflichtendes Mobilitätsmanagement für alle Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten. 

VCÖ: Im 3. Quartal ging Autoverkehr auf steirischen Autobahnen großteils zurück (Anzahl Pkw im 3. Quartal 2022, in Klammer Änderung zum 3. Quartal 2021)

A2 Feldkirchen: 7,02 Millionen Pkw (minus 31.000 Pkw) 

A9 Graz-Webling: 6,15 Millionen Pkw (minus 162.000 Pkw)

A2 Laßnitzhöhe: 6,0 Millionen Pkw (minus 57.000 Pkw) 

A9 Gratkorn: 4,21 Millionen Pkw (minus 267.000 Pkw) 

A2 Sinabelkirchen: 4,16 Millionen Pkw (plus 57.000 Pkw)

S6 Natschbach: 2,68 Millionen Pkw (minus 149.000 Pkw)

S6 St. Marein: 2,38 Millionen Pkw (minus 145.000 Pkw)

S36 Zmöllach: 2,06 Millionen Pkw (minus 71.000 Pkw)

S36 Aichdorf: 1,77 Millionen Pkw (minus 114.000 Pkw)

S10 Götschka: : 1,76 Millionen Pkw  (minus 47.000 Pkw) 

S35 Röthelstein: 1,58 Millionen Pkw (plus 56.000 Pkw)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2022 

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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