Uefa Champions League/FC Red Bull Salzburg: AC Milan dieses Mal eine Nummer zu groß 

Unsere internationale Reise geht in der Europa League weiter 

Bericht: Red Bull Salzburg; Fotos: ©Red Bull/Getty Images

Manchmal gewinnt eben doch Goliath. Wir kämpfen um jeden Meter, letztlich setzt sich der AC Milanam 6. Spieltag der UEFA Champions League-Gruppenphase aber mit seiner enormen individuellen Klasse durch und wir müssen uns mit 0:4 geschlagen geben. 

Trotzdem ist es ein Tag, der ohne Zweifel in unsere Vereins-Chronik eingehen wird, denn die Rekordzahl von rund 4.000 Auswärtsfans macht unseren Auftritt im legendären San Siro zu einem ganz besonderen Abend.

Und immerhin: Unsere Reise durch Europa ist noch nicht zu Ende. Dank der Schützenhilfe des FC Chelsea (2:1-Sieg gegen Dinamo Zagreb) geht’s für uns im Frühjahr in der UEFA Europa League weiter.

Spielbericht

Unter absoluter Gänsehautatmosphäre dank beider Fanlager ging’s im San Siro, nicht ohne Grund eines der legendärsten Stadien Europas, mit Vollkaracho los. Beide Teams hatten den Fuß von Anfang an auf dem Gaspedal. Bereits in Minute 3 prüfte Theo Hernandez die Standfestigkeit unseres Torpfostens mit einem Kracher von der Seite.

Quasi im Gegenzug kam wenig später Maurits Kjaergaard am Sechzehner mutterseelenallein zum Abschluss, allerdings grätschte leider noch ein rot-schwarzer Abwehrspieler in die Flugbahn des Balls (11.).

Nach knapp einer Viertelstunde purer Fußballaction zappelte das Netz erstmals – und leider war es unseres. Olivier Giroud fand bei einem Corner zu viel freien Raum vor und köpfte die Kugel gnadenlos in die Maschen (14.). Just darauf folgte unsere Ausgleichschance, aber Junior Adamus Versuch nach einer 180-Grad-Drehung landete zentral bei Goalie Ciprian Tatarusanu (17.).

Es ging heiß her im San Siro. Wir spielten offensiv und suchten mutig den Weg nach vorne. Der AC Milan hielt mit seiner individuellen Klasse dagegen und bestrafte jede Zögerlichkeit unsererseits mit einem schnellen, gefährlichen Gegenstoß.
Hälfte eins lieferte Highlights von der ersten bis zur letzten Sekunde. In der 26. Minute erhöhten die Rossoneri vermeintlich auf 2:0, zum Glück hatte sich zuvor die Kniescheibe von Giroud im Abseits befunden. Wenig später war der VAR abermals gefragt, als ein möglicher Strafstoß für uns geprüft wurde.

Zwar gaben die Videobilder dem Schiri recht und der Elfmeter blieb aus, die Situation zeigte jedoch, dass auf jeden Fall mit unseren Roten Bullen zu rechnen war. In der Schlussphase des ersten Abschnitts drängten wir mit allem, was wir hatten, auf den Ausgleich. In den 15 Minuten vor dem Pausenpfiff kamen wir dabei auf stolze 76 % Ballbesitz – als Underdog auswärts beim legendären AC Milan, das soll was heißen! 

Der Ausgleich war zum Greifen nah, und so konnten wir eigentlich mit jeder Menge Zuversicht in die zweiten 45 Minuten starten. Diese sollte allerdings mit Wiederanpfiff prompt einen heftigen Dämpfererhalten. Mit dem ersten Angriff kamen die Lombarden über rechts durch. Erneut schraubte sich Giroud nach einer Flanke in die Höhe, dieses Mal glänzte der Weltmeister von 2018 aber als Vorbereiter für Rade Krunic (46.).

Es war ein Schlag, der sitzen sollte. Zwar bäumten wir uns auch nach diesem Treffer so gut es ging wieder auf und versuchten, die Aufholjagd einzuleiten, in Minute 57 folgte aber der K.-o.-Schlag der Mailänder. Rafael Leao spielte unsere Roten Bullen schwindelig, nach dessen Hereingabe sorgte Giroud im Nachsetzen für die 3:0-Führung.

Die Heimfans brachten das San Siro voller Euphorie zum Beben – wortwörtlich –, und die Superstars des italienischen Meisters ließen keinen Zweifel mehr daran aufkommen, dass sie abgeklärt genug waren, um die Drei-Tore-Führung nicht mehr aus der Hand zu geben. Leao ließ kurz darauf sogar noch mal das Aluminium scheppern (66.).

Unsere Burschen gaben bis zum Ende alles, um den Rasen erhobenen Hauptes zu verlassen, nur an die starke Leistung der ersten Hälfte konnten wir leider nicht mehr ganz anknüpfen. In der Nachspielzeit sorgte Joker Junior Messias mit seinem Treffer für den 4:0-Endstand(90.+1), dann war der Schlusspfiff gekommen, da hieß es für uns: Mund abwischen und mit neuer Vorfreude auf die Aufgabe UEFA Europa League blicken – hoffentlich wieder mit der sagenhaften Unterstützung eurerseits!

Auf welchen Gegner wir im Frühjahr 2023 in den Play-offs der K.-o.-Runde treffen, erfahren wir nächste Woche bei der Auslosung am Montag, den 07. November.

Statements

Extrem bitter, weil wir wirklich gezeigt haben, wofür wir stehen, und wir über 90 Minuten hinweg mutig unterwegs waren – unabhängig vom Spielstand. Dafür gibt’s ein Lob! Heute ist die Partie in den Sechzehnern entschieden worden. Das ist ein Lernprozess, in Summe können wir aber trotzdem sehr stolz auf die Champions League-Saison sein.

 

Als Salzburger Mannschaft ist es etwas ganz Cooles, europäisch zu spielen. In dieser Hammergruppe Dritter zu werden, ist schon eine starke Leistung!

Matthias Jaissle

Der AC Milan war heute eiskalt, das ist einfach der gewisse Klassenunterschied, auch wie sie ihre Kontersituationen ausspielen – da merkt man ihre individuelle Weltklasse! Wenn man dann mit der ersten Situation das 0:2 kassiert, ist es eine ziemliche ,Gnackwatschn‘. Das haben wir nicht schnell genug verarbeiten können, dann beginnt Milan auch einfach richtig geil zu ,zocken‘.

 

Die Enttäuschung wird heute überwiegen, aber es ist auch ein super Erfolg, in der Gruppe sechs Punkte zu holen! Wir haben in vielen Phasen gezeigt, was wir draufhaben, leider nie über 90 Minuten hinweg. Aber ich bin mir sicher, dass wir mit der Mannschaft nach der Winterpause einiges in Europa holen können!

Maximilian Wöber

Mailand hat verdient gewonnen, aber es war ein gutes Spiel von uns in der ersten Halbzeit. Vor dem 1:0 von Giroud können wir in Führung gehen. Und das ist auf diesem Niveau dann entscheidend. Es ist etwas bitter, aber wir haben trotzdem eine gute Champions League gespielt. Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft, es war keine einfache Gruppe.

Noah Okafor

Personelles

Nicolas Capaldo (Knie), Fernando (Oberschenkel) und Samson Tijani (Schien- und Wadenbein) fehlten verletzungsbedingt.

Wechsel

Bernardo für Solet (46.), Sesko für Adamu (62.), Kameri für Gourna-Douath (64.), Koita für Okafor (78.), Ulmer für Wöber (78.)

Gelbe Karten

Okafor (43./Foul), Gourna-Douath (61./Foul)

Alle Spiele, alle Tore

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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