Pensionisten nach Bankbesuch bestohlen. Aktuelle steirische Polizeimeldungen

Graz. – Zwei Pensionisten im Alter von 78 und 84 Jahren wurden Mittwochvormittag, 2. November 2022, offenbar Opfer von dreisten Dieben. Bislang Unbekannte bestahlen beide Männer (unabhängig voneinander) unmittelbar nach einem Bankbesuch um je mehrere tausend Euro. Die Polizei ermittelt und mahnt zur Vorsicht.

Gegen 09.00 Uhr suchte der 78-jährige Pensionist aus Graz am gestrigen Allerseelen-Tag eine Bankfiliale in der Grazer Innenstadt auf. Nachdem er mehrere tausend Euro am Kassenschalter behoben hatte, zählte er das Bargeld in eine kleinere Tasche und verstaute diese in einem Rucksack. Danach verließ er die Bank zu Fuß in Richtung seiner Wohnadresse. Zu Hause angekommen, bemerkte der 78-Jährige schließlich den offenen Rucksack. Auch das zuvor behobene Bargeld war weg und wurde offenbar unbemerkt am Heimweg gestohlen.

Auch ein 84-jähriger Grazer wurde am gestrigen Tag auf dieselbe Art und Weise Opfer eines Gelddiebstahls. Er besuchte gegen 11.15 Uhr eine Bank im Grazer Bezirk Geidorf. Auch er behob mehrere tausend Euro Bargeld am Kassenschalter und verstaute dieses in einem mitgeführten Rucksack. Danach begab er sich mit der Straßenbahn auf den Heimweg. Dabei stahlen ihm Unbekannte das Bargeld unbemerkt aus dem Rucksack.

Ermittlungen laufen – Die Polizei warnt

In beiden Fällen laufen nun die Ermittlungen der Grazer Polizei. Auch Videoauswertungen bei den betroffenen Geldinstituten und im öffentlichen Raum sind bereits im Gange. Ob diese Hinweise auf mögliche Täter bringen, steht aktuell noch nicht fest.

Unterdessen warnt die Polizei vor derartigen (Taschen-)Diebstählen. Oftmals handelt es sich dabei um organisierte Diebesbanden bzw. „reisende Täter“. Sie agieren erfahrungsgemäß meist äußerlich unauffällig, in kleineren Gruppen und nützen Menschenansammlungen oder Gedränge aus. Vor allem im gegenständlichen Fall liegt der Verdacht nahe, dass die Unbekannten ausgerechnet am Monatsbeginn gezielt Pensionisten im Umfeld von Banken aufsuchten.  

So schützen Sie sich am besten:

  • Vermeiden Sie das öffentliche Hantieren mit größeren Geldmengen. 
  • Tragen Sie Ihre Tasche im Gedränge mit der Verschlussseite zum Körper fest unter dem Arm oder vor dem Körper.
  • Seien Sie bei Menschenansammlungen oder Gedränge besonders aufmerksam. 
  • Verteilen Sie Ihre Wertsachen auf mehrere Taschen, am idealsten in verschlossene Innentaschen, die dicht am Körper sind.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie von einem Fremden angesprochen werden. 
  • Legen Sie Ihre Tasche beim Einkaufen weder in den Einkaufskorb noch in den -wagen.
  • Lassen Sie Ihre Tasche bei Lokalbesuchen nicht aus den Augen und hängen Sie die Tasche nicht auf die Stuhllehne.
  • Stellen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt ab. 
  • Nutzen Sie Knopf- und Reißverschlüsse Ihrer Taschen und vermeiden Sie die hinteren Hosentaschen.

Grabkerze setzte Balkon in Brand

Tillmitsch, Bezirk Leibnitz. – Eine Grabkerze führte Mittwochabend, 2. November 2022, zum Brand auf einem Balkon. Verletzt wurde niemand.

Kurz vor 18.00 Uhr wurde die 26-jährige Bewohnerin des Hauses durch einen Blick aus der Balkontüre im ersten Stock des Hauses auf das Feuer am Balkon aufmerksam. Als sie in der Folge das Haus verließ, um von außen einen Blick auf den Balkon zu werfen, standen das Geländer sowie die Dachverkleidung bereits in Brand. Sofort alarmierte die 26-Jährige die Einsatzkräfte. In der Folge versuchte sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten das Feuer einzudämmen, was auch großteils gelang. Einsatzkräfte der Feuerwehr Tillmitsch löschten den Brand schließlich zur Gänze.

Wie die Ermittlungen ergaben, löste eine Grabkerze den Brand aus. Diese war am Vorabend von den Bewohnern selbst angezündet und auf einem Tisch abgestellt worden. Verletzt wurde niemand.

Sozialleistungsbetrug

Steiermark. – Die Grazer Kriminalpolizei forschte einen 71-jährigen Bosnier aus. Er steht im Verdacht, einen schweren gewerbsmäßigen Betrug begangen zu haben, indem er offenbar unrechtmäßig Sozialleistungen in der Höhe von mehr als 18.600 Euro kassierte. Der Mann wird angezeigt.   

Bereits seit März 2022 ermittelten Kriminalisten der Ermittlungsgruppe „SOLBE“ (Sozialleistungsbetrug) nach einem Hinweis der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) gegen den 71-Jährigen aus Bosnien und Herzegowina. Dabei erstreckten sich die umfangreichen Ermittlungen bis nach Bosnien und Kroatien. Diese ergaben, dass es sich bei der angemeldeten Wohnadresse des Mannes in Graz lediglich um eine sogenannte „Scheinanmeldung“ handelte und er seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat.

In Folge der bisherigen Ermittlungsergebnisse steht der 71-Jährige nun im Verdacht, in der Zeit von Jänner 2019 bis Februar 2022 Invaliditätspension mit Ausgleichzahlung in der Höhe von mehr als 18.600 Euro in Österreich unrechtmäßig bezogen zu haben. Dabei handelt es sich um eine Sozialleistung, die ein Mindesteinkommen sichern soll. Sie steht lediglich Pensionsbeziehern mit gewöhnlichem Aufenthalt im Inland zu. 

Der 71-Jährige wird der Staatsanwaltschaft Graz wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betrugs angezeigt.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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