Die Enns hat Kraft, die so manch kleines Wunder schafft

„Heimatleuchten: Zwischen Himmel und Enns“, Fr., 18.11., ab 20:15 Uhr

„Zwischen Himmel und Enns“ erzählt Geschichten von Schatzsuchern, für die es mehr gibt als nur einen unschätzbaren Goldschatz, den die Römer vergraben haben, Frauen, die in fünfter Generation die Hofübergabe unter sich ausmachen und Sterneköche, die es wieder in die Heimat zieht, wo sie schlussendlich die Liebe ihres Lebens bekochen dürfen. Besondere Geschichten als exklusive Zutaten für einen spannenden „Heimatleuchten“-Abend. Und vielleicht stimmt tatsächlich, was schon die Kelten wussten: Die Enns hat eine besondere Kraft, die vielleicht auch heute noch so manches kleines Wunder schafft.

Clemens Schraml und Magdalena Gold bei der Zutatensuche für das Gericht „Schneckenfriedhof“
(C) ServusTV

Räucherstäbchen made in Austria

„Es gibt die besten Kräuter und fantastisch riechende Hölzer, aber Räucherstäbchen, die wie unsere Heimat riechen, die gibt es in ganz Österreich nicht zu kaufen.“ Zu Beginn stand eine einfache Idee, doch bis zum ersten Räucherstäbchen „Made in Austria“ war es ein langer Weg für Christian Pichler, der sogar die Zirbenkohle als Basis für die Rauchwaren selber herstellt. Für „Heimatleuchten“ lässt er die Anfänge seiner Räucherstäbchen-Manufaktur Revue passieren, die ihn dazu gebracht haben, wo er heute steht: Er ist Österreichs erster und einziger Räucherstäbchenproduzent.

Wo sich ein Sternekoch zu Hause fühlt

Im zarten Alter von nur 24 Jahren hat sich Klemens Schrammel in der Schweiz seinen ersten Michelin-Stern erkocht. Sein weitere Weg wäre vorgezeichnet gewesen, hätte er doch die Küche des Ritz in Singapore übernehmen sollen. Die Betonung liegt auf „wäre“ und „hätte“, denn Klemens verwandelte lieber das sehr schlichte elterliche Gasthaus im versteckten Nirgendwo des Nationalparks Kalkalpen in eine der derzeit spannendsten Gourmetadressen des Landes. Schon der neue Name des sehr puristisch und mit viel handwerklicher Eigenleistung eingerichteten Restaurants im Pechtal bei Großraming ist Programm: „RAU“ wie das Tal, die Menschen und – vielleicht – er selbst. „Nature based Cuisine“ als das, was er umsetzt: das kreative Verschmelzen kulinarischer Welten. Das Ergebnis: Gerichte, die „Schneckenfriedhof“ oder „Taubenpost“ heißen. Seine Freundin hat er übrigens kennen gelernt, als er im Service eine Familie aus der Umgebung bedient hat. Bis es dann so richtig gefunkt hat, brauchte es aber so manchen Gang.

Gesucht. Und gefunden.

Seit über 30 Jahren sucht Karl Kermslehner Schätze wie Münzen, Gold und andere Relikte aus der Blütezeit einer Region, die vor 1800 Jahren noch doppelt so viele Einwohner hatte wie heute. Sein bisher größter Fund: Ein wertvoller Schatz mit Gold- und Silbermünzen aus der Römerzeit. Viel wichtiger ist dem passionierten Sondengeher aber, einen Beitrag zur Erforschung der Römerzeit, welche die Gegend um die Enns maßgeblich geprägt hat, zu leisten.

Echte Lederhosenfans brauchen Geduld

Feinstes Hirschleder – das wichtigste Material für eine echte Lederhose. In mühevoller Handarbeit verarbeitet Sepp Klein dieses Leder zu einer Hose – und zwar genau so, wie man es schon immer gemacht hat. Seine Frau Veronika hilft ihm dabei. Allein für die Stickerei sitzt sie bis zu 100 Stunden vor der Lederhose. Eine Arbeit, die Zeit kostet und den Kunden viel Geduld abverlangt. Bis zu drei Jahre warten Lederhosenfans auf die Fertigstellung ihres Unikats, aber sobald sie dieses Prachtstück in ihren Händen halten, ist die Wartezeit schnell vergessen.

Wo Selbstgemachtes immer noch am besten ist

Auf den ersten Blick sieht die Lahnalm aus wie jede andere Alm, bei genauerer Betrachtung jedoch erkennt man den feinen Unterschied: Absolut jedes Produkt auf der Speisekarte wurde von Inge Seidl, ihrer Familie und den Tieren auf ihrem Bauernhof selber hergestellt. Das Sortiment ist üppig: Brot, Käse, Joghurt, Wurst, Fleisch, Schnaps. Über 40 Produkte stellt die Familie auf ihrem Bauernhof selbst her – und betreibt damit einen kleinen, aber vollständigen Supermarkt mit ausschließlich selbst erzeugten Lebensmitteln. Ungewöhnliches Detail: Seit fünf Generationen wird der Erbhof von Frau zu Frau übergeben. Und das mit Erfolg!

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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