VCÖ: Jährlicher Spritverbrauch der steirischen Haushalte ist seit dem Jahr 2000 um 20 Prozent gesunken

VCÖ: Mit spritsparendem Mobilitätsverhalten Spritkosten und CO2-Ausstoß reduzieren 

VCÖ (Wien, 10. Oktober 2022) – Rund 935 Liter Sprit pro Jahr benötigt im Schnitt ein steirischer Haushalt, das sind um 250 Liter weniger als noch im Jahr 2000, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Schnitt verursacht ein steirischer Haushalt durch das Autofahren 2.350 Kilogramm CO2 pro Jahr. Das Potenzial, den Spritverbrauch und damit Kosten und CO2-Ausstoß zu reduzieren ist noch groß. Die Mobilitätsorganisation VCÖ gibt Tipps für ein spritsparendes und damit kostengünstigeres Mobilitätsverhalten. 

935 Liter pro Jahr tankt im Schnitt ein steirischer Haushalt. Dieser Spritverbrauch verursacht rund 2.350 klimaschädliches CO2. Erfreulich für Geldbörse und Umwelt: Der jährliche Spritverbrauch pro Haushalt ist um 250 Liter niedriger als noch im Jahr 2000. 

„Der um 250 Liter reduzierte Spritverbrauch erspart bei aktuellen Preisen rund 450 Euro an Spritkosten und vermeidet rund 620 Kilogramm CO2“, macht VCÖ-Experte Michael Schwendinger aufmerksam und ergänzt: „Der Spritpreis wird zwar am stärksten diskutiert, einen viel höheren Einfluss auf die Spritkosten hat aber der Spritverbrauch. Diesen zu reduzieren, spart viel Geld und vermeidet viel klimaschädliches CO2.“ 

Das Potenzial, den Spritverbrauch deutlich zu reduzieren, ist in der Steiermark groß. Während der reale Durchschnittsverbrauch der Benzin-Pkw der steirischen Haushalte von 8,7 Liter pro 100 Kilometer im Jahr 2000 auf nun 6,6 Liter gesunken ist, ist der Verbrauch der Diesel-Pkw um nur etwas mehr als einen halben Liter auf 6,4 Liter pro 100 Kilometer gesunken, informiert der VCÖ. Aber sowohl Benzin- als auch Diesel-Pkw verbrauchen im Schnitt noch mehr als doppelt so viel wie das 3-Liter Auto, das die Autoindustrie bereits in den 1990er Jahren versprochen hat. 

„Dass Autohersteller in den vergangenen 20 Jahren immer mehr übergewichtige und übermotorisierte Modelle auf den Markt gebracht haben, belastet heute viele Autofahrerinnen und Autofahrern und erschwert Österreich das Erreichen der Klimaziele“, weist VCÖ-Experte Schwendinger auf die Folgen: „Wäre das 3-Liter-Auto heute der Standard, dann wären die Spritkosten für Steiermarks Autofahrerinnen und Autofahrer nur halb so hoch und ebenso der CO2-Ausstoß der Autos.“

Aber der Spritverbrauch kann durch das eigene Verhalten  deutlich reduziert werden. Allein ein spritsparendes Fahrverhalten bringt – je nach bisherigem Fahrstil – eine Reduktion von 15 bis 25 Prozent. Besonders wirksam sind gleiten statt rasen, rasch in den nächsthöheren Gang schalten und vorausschauend fahren, informiert der VCÖ. 

Weiteres Sparpotenzial: Kurze Strecken möglichst oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen statt mit dem Auto. Immerhin jede zehnte Autofahrt ist in Gehdistanz, vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer und damit in Radfahrdistanz. „Mehr Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen spart nicht nur Geld, sondern hilft uns auch, auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung zu kommen. Damit stärken wir unsere Gesundheit und unser Immunsystem“, weist VCÖ-Experte Schwendinger auf einen weiteren Vorteil von aktiver Mobilität hin. 

Viel Geld kann auch mit dem Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr gespart werden. Das Klimaticket Steiermark kostet nur 588 Euro pro Jahr. Damit können alle öffentlichen Verkehrsmittel des Bundeslandes ein Jahr lang benutzt werden. Wird das amtliche Kilometergeld von 42 Cent zugrunde gelegt, kommt man mit dem Auto mit 588 Euro nur 1.400 Kilometer weit, erinnert der VCÖ. Gerade Pendlerinnen und Pendler können sich viel Geld sparen, wenn sie auf der gesamten Strecke oder via Park & Ride einen Teil der Strecke mit Bahn oder Bus statt mit dem Auto fahren.  Deshalb ist die weitere Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots sowie der Ausbau der Rad-Infrastruktur sehr wichtig, um möglichst vielen eine kostengünstigere und klimaverträglichere Mobilität zu ermöglichen.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer (0699)18932695

10 VCÖ-Tipps für spritsparende Mobilität 

1.    Kurze Strecken statt mit dem Auto möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen: Kalorien statt Benzin und Diesel verbrennen spart Geld und ist gesund.

2.    Wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Gerade für Pendlerinnen und Pendler ist mit dem Klimaticket der Öffentliche Verkehr um ein Vielfaches günstiger als das Auto.

3.    Fahrgemeinschaften bilden: Dort, wo es keine gute Alternative zum Auto gibt, können Fahrgemeinschaften, etwa in die Arbeit oder für Einkäufe, helfen, die Kosten zu reduzieren.

4.    Beim Autofahren hohes Tempo vermeiden: Gleiten statt rasen spart Sprit und man ist damit auch sicherer unterwegs.

5.    Vorausschauend fahren: Anfahren und beschleunigen verbrauchen viel Sprit.

6. Niedrigtourig fahren verringert den Verbrauch. Rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Je höher die Drehzahl, umso mehr Sprit frisst der Motor.

7. Motor nicht am Stand laufen lassen: Verbraucht unnötig Sprit, schadet dem Motor und ist vor allem verboten.

8. Dachboxen vermeiden: Sie erhöhen den Verbrauch, deshalb runter vom Dach, wenn sie nicht benötigt wird. 

9. Beim Autokauf auf einen niedrigen Spritverbrauch achten: Bei Testfahrt auf den realen Verbrauch achten, denn oft weicht der wirkliche Spritverbrauch stark vom angegebenen Normverbrauch ab.

10. Nicht größer als nötig: Wer ein größeres Auto kauft als benötigt wird, hat höhere laufende Kosten. Deshalb beim Autokauf beherzigen: So klein wie möglich und höchstens so groß wie nötig. 

Quelle: VCÖ 2022 (www.vcoe.at)

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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