Grüne zum Leitspital Liezen: Landesregierung blendet aktuelle Krisenlage aus

Es werden unverständlicher Weise viele hundert Millionen im Ennstaler Boden versenkt. Das ist in Krisenzeiten nicht nachvollziehbar“, schüttelt der Kontrollsprecher der Grünen Steiermark LAbg. Lambert Schönleitner den Kopf, nachdem heute das Siegerprojekt zum Leitspital Liezen präsentiert wurde. Mit Blick auf die aktuelle Gemengenlage mahnt er erneut ein Umdenken der Landesregierung ein: „Die Steiermark steht aufgrund der Misswirtschaft in den letzten Jahren bei einem Schuldenstand von bis zu 6 Milliarden Euro und pfeift damit finanziell aus dem letzten Loch. Wer verantwortungsvolle Politik betreibt, muss in Zeiten wie diesen so fragwürdige Projekte wie das geplante Leitspital doppelt überdenken.

Schönleitner fordert Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß auf, „ihre seltsamen Leitspitalpläne endlich dem Landesrechnungshof zur Projektkontrolle vorzulegen, anstatt in Liebesfantasien zu schwelgen“. Wer hier von einem „Projekt zum Verlieben“ spreche, blende die Meinung von zwei Dritteln der Bevölkerung aus, die gar nicht verliebt sind und sich bei der Volksbefragung gegen das Leitspital aussprachen.

Aufwertung bestehender Spitäler anstatt Neubau auf der Grünen Wiese

Für den Gesundheitssprecher der Grünen LAbg. Georg Schwarzl steht fest: Das LKH Rottenmann ist zu einem Leitspital auszubauen. Die Standorte in Bad Aussee und Schladming müssen weiterentwickelt, die Kooperationen mit den Spitälern Bad Ischl und Schwarzach intensiviert werden. Das Gebot der Stunde lautet: Aufwertung anstatt des Verbauens weiterer 6 Hektar grüner Wiese in der Peripherie, denn: „Es ist ein Irrtum, dass alle Menschen aus dem Bezirk ins neue Zentralspital zusammenströmen werden – im Gegenteil: Sie werden zu großem Teil in andere Spitäler ausweichen, die ein breiteres Leistungsangebot aufweisen.“ Schwarzl mahnt außerdem zu einem rascheren Handeln, um die wohnortnahen Strukturen zu stärken. „Der niedergelassene Bereich im Bezirk Liezen hat große Lücken, die durch das geplante Leitspital nicht geschlossen werden.“

Unehrliche Politik?

Lambert Schönleitner hinterfragt generell die Glaubwürdigkeit der steirischen Landesregierung. So wirbt die Umwelt- und Klimalandesrätin für „weniger Beton“ und „mehr grün“. „In Wirklichkeit aber ist die Steiermark unter Schwarz-Rot traurige Spitzenreiterin im Bodenverschwenden“. Und während der Landeshauptmann das Ziel ausruft, die Steirerinnen und Steirer „gesünder und älter zu machen, als es der Rest der Welt ist“, müssen steirische Intensivpatient:innen teilweise in die benachbarten Bundesländer ausgeflogen werden. Schönleitner: „Wenn wir ehrlich sind, steht die steirische Gesundheitspolitik vor einem Scherbenhaufen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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