Servus TV: Ein Bauernhof gegen viele Wohnhäuser

„Ich, Bauer: Wir suchen keine Idylle“, am Fr., 23.09., ab 21:10 Uhr

Über den Zeitraum von eineinhalb Jahren hat ServusTV Miriam Zimmermann und ihren Freund Erich Härtl auf ihrem Nebenerwerbshof in Telfs, Tirol begleitet. Die beiden kämpfen um das wirtschaftliche Überleben und um ihren Lebenstraum. Als Vollerwerbsbauern von der Landwirtschaft zu leben ist schwierig, fast unmöglich. Und die Hürden für das junge Paar sind hoch.

Hof gesucht
Erichs eigener kleiner Hof liegt inmitten eines Wohngebiets in Telfs und hat keine Zukunft mehr. Als sein Großvater vor 60 Jahren hier einen Stall neben dem Wohnhaus gebaut hat, um die Familie mit Schafen, Ziegen, Kühen und Hühnern zu versorgen, lag das Anwesen noch außerhalb. Doch inzwischen sind die Wohnhäuser immer näher gerückt. Daher sucht das Paar nun einen neuen Bauernhof.
Nach dem Tod seines Vaters vor fünf Jahren übernimmt Erich den Hof. Inzwischen hat er eine kleine Herde mit 25 Schafen und 15 Ziegen. Im Hauptberuf ist Erich als Installateur bei der Gemeinde beschäftigt. Aber nur an drei Tagen die Woche, denn er muss sich auch noch um den Hof, die Tiere, gepachtete Weiden und zehn Hektar Wald kümmern.

Musik im Stall

Seit zwei Jahren lebt neben Mutter Gertrud auch Miriam Zimmermann mit auf dem Hof. Die 26-Jährige stammt ebenfalls aus Telfs und studiert Forstwissenschaft an der BoKu in Wien. Einen familiären Hintergrund als Bäuerin hat sie nicht, aber unbändige Energie und Kampfgeist. Die gemeinsame Arbeit füllt Miriam aus, auch wenn die Tage lang sind. Sieben Tage die Wochen, je nach Saison bis spät in die Nacht, fordert der kleine Hof die beiden. Freizeit und Urlaub kennen sie nicht, dennoch ist es ihr Lebenstraum – etwas anderes kennen sie nicht.
Nebenher arbeitet Miriam auch noch als Hirtin auf einer Alm. Auch das bessert die gemeinsame Kasse auf. Fürs Hobby bleibt kaum Zeit. Früher spielte Miriam in fünf Orchestern Cello. Doch ganz will sie ihr Instrument nicht aufgeben – und der leere Stall ist ein passender Proberaum.

Der Druck steigt

Finanziell bleibt kaum etwas hängen. Zu klein der Hof, zu wenige Tiere. Einen Auslauf für ihre Viecher gibt es nun nicht mehr und auch keine Möglichkeit, den Stall zu erweitern. Im Gegenteil, die Nachbarn machen Druck bei der Gemeinde. Sie fühlen sich von Lärm, Schmutz, Gestank und Fliegen beeinträchtigt. Der Bürgermeister hat dem jungen Paar mehrfach nahegelegt, die Landwirtschaft aufzugeben, aber das kommt für Miriam und Erich nicht infrage.
Während sich die Situation im Wohngebiet zuspitzt, hoffen Miriam und Erich auf ein kleines Wunder: Vielleicht meldet sich ein Altbauer auf ihre Anzeige. Eine Hofnachfolge wäre ihr Lottogewinn.

© ServusTV / THK Filmproduktion

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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