Bilanz zur EU-Katastrophenschutzübung in Eisenerz: Viel Lob für steirische Gastgeber

Internationale Teams probten in Eisenerz Erdbeben-Ernstfall. Fachabteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung des Landes Steiermark sorgte im Verbund mit Einsatzorganisationen für reibungslose Abläufe.

Eisenerz (10. September 2022).- Nach monatelangen Vorbereitungsarbeiten war die Region Eisenerz zum zweiten Mal nach 2018 Schauplatz der EU-Katastrophenschutzübung „ModEX“. Nach einem fiktiven Erdbeben in der Obersteiermark wurde über den Europäischen Katastrophenschutzmechanismus am Donnerstag (08.09.2022) um Unterstützung für Such- und Rettungseinsätze angesucht. Die von den Mitgliedsländern entsandten Teams aus ganz Europa rückten im Raum Eisenerz aus, um Verschüttete in Gebäuden und einem Parkhaus sowie Vermisste in einer Höhle zu suchen. Einsatzzentrale mit Führungsstab in der Stadt, Rollendarsteller, die mit Suchhunden und schwerstem Gerät binnen 62 Stunden aus den Trümmern zu bergen sind – das Szenario einer Katastrophe war ziemlich realistisch dargestellt, der Boden zur Großübung perfekt aufbereitet. Am Samstag (10.09.2022) konnte gegen Ende der Übung, an der rund 300 Personen beteiligt waren, positive Bilanz gezogen werden.

Felix Bloch, Leiter EU-Katastrophenschutzübungen: „Wir haben in Eisenerz perfekte Bedingungen zum Trainieren. Speziell für Höhlen- und Bergrettungsszenarien gibt es europaweit keine vergleichbaren Anlagen. Wir haben dieses Gelände ja schon in der Vergangenheit genutzt – und werden wohl auch in Zukunft wieder in die Steiermark kommen. Wir sind auf professionelle Gastgeber angewiesen – und können uns nur bedanken!”  Anders als andere Themen stehe die Notwendigkeit der Zusammenarbeit in Sachen Katastrophenschutz innerhalb der EU außer Frage: „Aktuell sind es Waldbrände, wo verschiedenste Teams im Einsatz stehen. Damit dort professionelle Hilfe geleistet werden kann, muss in Übungen die Zusammenarbeit perfektioniert werden.”

Landeshauptmann Christopher Drexler, Katastrophenschutzreferent in der Landesregierung: „Naturereignisse können sich jederzeit ereignen. Darauf gilt es vorbereitet zu sein. Um im Ernstfalls schnellstmöglich handeln zu können, ist die reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Einsatzorganisationen unerlässlich. Deswegen sind Katastrophenschutzübung wie ,ModeEX` und der damit verbundene Wissenstransfer wichtig, um noch professioneller Hilfe leisten zu können. Wir sind stolz darauf, dass sich die Region rund um den Erzberg als Top-Ausbildungsstätte für Katastrophenschutzteams aus ganz Europa präsentiert.”

Seit Monaten war die Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung (FAKS) des Landes Steiermark in die Übungsvorbereitung und Übungsleitung involviert. Katastrophenschutz-Referatsleiter Helmut Kreuzwirth: „Wir können zufrieden sein, die Rückmeldungen sind durchwegs positiv. Dank der Unterstützung durch unsere Partnerinnen und Partner, speziell aus den Einsatzorganisationen, der Stadtgemeinde Eisenerz und der VA Erzberg GmbH, ist alles nach Plan gelaufen.”

Such- und Rettungsteams aus Vorarlberg (16 Personen) und Polen (40 Personen), Höhlenrettungsteams aus Slowenien (30 Personen) und Spanien (30 Personen) waren ebenso beteiligt wie ein Drohnenaufklärungsteam aus Frankreich (4 Personen) und ein Team der TU-Graz. Insgesamt 90 Rollendarsteller, die unter anderem unter den Trümmern von Suchhunden aufgespürt werden mussten, komplettierten mit der internationalen Übungsleitung (50 Personen), dem Übungsbeobachtungsteam der Europäischen Kommission (3 Personen) sowie dem Übungsbeobachtungsteam des Schweizer Amtes für Bevölkerungsschutz das Feld der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Fieberhafte Suche nach Verschütteten
© LandSteiermark/Binder

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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