Einzigartig: Solidarische Wildbach-Ausschneidaktion in Niederöblarn

Unter dem Motto „Unser Dörfl lassen wir nicht überfluten!“ organisierte vergangenen Samstag die KLAR! Zukunftsregion Ennstal mit der Marktgemeinde Öblarn eine einzigartige Aktion: 25 Anrainerinnen und Anrainer, die Freiwillige Feuerwehr Niederöblarn, die Waldgenossenschaft Niederöblarn und die Weggenossenschaft Moosberg sowie zahlreiche heimische Unternehmen und Landwirte beteiligten sich an der Wildbach-Ausschneidaktion am Niederöblarnerbach. Weitere Aktionen in den 3 KLAR! Gemeinden sind geplant.

Vor dem Sommer wurden in jeder der drei KLAR! Gemeinden Öblarn, Sölk und Michaelerberg-Pruggern ein Infoabend für Grundeigentümer und Anrainer zum Thema Wildbachpflege und Verantwortlichkeiten veranstaltet. Gemeinsam mit Wildbachexperten und Behördenvertretern wurde darüber informiert, wie wichtig die regelmäßige Wildbachpflege für die Sicherheit in den Ortsgebieten ist und wie die Gefahrenstellen entschärft werden sollten. Klar ist: Regelmäßige Wildbachpflege kann Katastrophen verhindern! Wenn die entsprechenden, sogenannten „Übelstände“ in den Wildbächen nicht rechtzeitig beseitigt werden, können diese im Falle eines Starkniederschlages und resultierenden Hochwassers u.a. zu Verklausungen führen. Schwerwiegende Schäden an Brücken, Straßen und Häusern im Ortsgebiet können resultieren und somit auch eine Gefahr für alle darstellen.

Der Wildbachbegeher der Marktgemeinde Öblarn, Florian Zamberger, hat bei den heurigen Begehungen konkrete Übelstände identifiziert: „Im Niederöblarnerbach gab es vor allem viele Stellen, die stark mit Bäumen und Sträuchern verwachsen waren. Auch Inseln haben sich im Bachbett bereits gebildet und das Rückhaltebecken war auf beiden Seiten zugewachsen. Im Hochwasserfall könnten diese Übelstände zu Verklausungen an den Brücken in Niederöblarn führen und weitreichende Überschwemmungen und große Schäden im Ortskern verursachen.“ Doch mit der Erhebung und Meldung der Übelstände ist die Gefahr natürlich nicht gebannt. Es galt, diese Übelstände möglichst rasch zu entfernen, bevor das nächste Unwetter herankommt.

Vor und nach dem Ausschneiden
(C) KLAR! Ennstal/ Natalie Prüggler

Um dies gemeinsam bewältigen zu können, erfolgte am Samstag, dem 03.09.2022 nun erstmals eine solidarische Wildbach-Ausschneidaktion. Deren Ziel war, den Niederöblarnerbach zumindest im Abschnitt von der Sperre bis in das verbaute Ortsgebiet so auszuschneiden und das Geäst zu entfernen, sodass die Übelstände beseitigt sind und die Gefahr für Niederöblarn entschärft ist. Bürgermeister Franz Zach zeigt sich begeistert: „Mit vielen Händen konnte an einem einzigen Tag Hervorragendes erreicht werden: Auf einer Länge von 800 m wurden von der Stecher-Brücke im Ortskern von Niederöblarn bis zur Wildholzsperre 40 Anhängerfuhren Gestrüpp und Bäume entfernt! Ich hoffe, dass wir diese Aktion wiederholen können und auch ein Vorzeigebeispiel für andere Ennstaler Gemeinden darstellt.“ Und KLAR! Managerin Natalie Prüggler betont: „Eine solche solidarische Aktion ist in allen der drei KLAR! Gemeinden bereits in Planung. Gemeinsam mit der großartigen Unterstützung ihrer Bürgerinnen und Bürgern können es die Gemeinden schaffen, zumindest die gefährlichsten Stellen vor und in den besiedelten Ortsteilen zu entschärfen. Es geht um die Sicherheit von uns allen in unseren Ortsgebieten!“ Kommandant Christian Grundner ergänzt schließlich: „Die Freiwillige Feuerwehr Niederöblarn unterstützt sehr gerne diese wertvolle und wichtige, präventive Aktion. Selbstverständlich ist es uns lieber, wenn wir uns bei solchen Maßnahmen beteiligen können, als im Katastrophenfall im verschlammten Ort im Einsatz zu sein, wo wir viele Bürgerinnen und Bürgern mit großem Leid sehen.“

Das Team aus Anrainerinnen und Anrainer, zahlreiche Unternehmen und Landwirte mit ihren Maschinen, Mitglieder der Freiwillige Feuerwehr Niederöblarn, der Waldgenossenschaft Niederöblarn sowie der Weggenossenschaft Moosberg.
(C) KLAR! Ennstal/ Natalie Prüggler

An der gemeinsamen Initiative der Marktgemeinde Öblarn und der KLAR! Zukunftsregion Ennstal beteiligten sich 25 Anrainerinnen und Anrainer, zahlreiche Unternehmen und Landwirte mit ihren Maschinen, Mitglieder der Freiwillige Feuerwehr Niederöblarn, der Waldgenossenschaft Niederöblarn sowie der Weggenossenschaft Moosberg, welche allesamt ehrenamtlich teilnahmen. Äusserst großzügig wurde die die Aktion von den Unternehmen und Landwirten Walcher Holz OG, Alfred Ettlmayr, Tom’s Werkstatt, Zörweg GmbH sowie Bürgermeister Franz Zach mit der kostenlosen Bereitstellung ihrer Traktoren, Kränen, Lastwägen und Holzanhängern unterstützt. Kosten für Kettenöl und Treibstoff wurden von der KLAR! Zukunftsregion Ennstal vergütet und zu Getränken und einer Grilljause im Anschluss eingeladen, wozu die Feuerwehr Niederöblarn ein Fass Bier spendete.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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