VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark an Wenzel Logistics für Verlagerung von Alpentransit auf die Schiene

Regiomobil Südweststeiermark und Harter „Energiesparpilot*in“ als vorbildliche Projekte ausgezeichnet

VCÖ (Wien / Graz, 5. September 2022) – Eine Verkehrswende hin zu mehr Öffentlichen Verkehr, zu Fuß gehen und Radfahren bringt uns nicht nur schneller ans Klimaziel, sondern reduziert auch die Kosten der Mobilität. Der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis stand daher unter dem Motto „Verkehrswende umsetzen“. Das RegioMOBIL in der Südweststeiermark und die „Energiesparpilot*in“ der Gemeinde Hart wurden als vorbildliche Projekte von Landesverkehrsreferent Anton Lang, dem VCÖ und den ÖBB ausgezeichnet. Gewinner des VCÖ-Mobilitätspreises Steiermark ist Wenzel Logistics für die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene. 

„Der heurige Sommer hat drastisch vor Augen geführt, dass sich die Klimakrise verschärft. Zudem sind wir mit einer massiven Teuerung konfrontiert. Wenn Mobilität und Gütertransport klimaverträglicher werden, werden CO2-Ausstoß und Kosten reduziert. Wie das gehen kann zeigen die Projekte, die wir heute beim VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark auszeichnen“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. 

„Als Land Steiermark haben wir auch im letzten Jahr zahlreiche Projekte umgesetzt, um noch mehr Menschen zum Umstieg auf unsere Öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen. Dazu zählt der weitere Ausbau der S-Bahn und des RegioBus Angebotes, aber auch die konsequente Umsetzung unserer Radverkehrsstrategie. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich“, sagt Verkehrsreferent LH-Stv. Anton Lang. 

Der VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Steiermark und den ÖBB durchgeführt sowie vom Verkehrsverbund Steiermark, der Holding Graz und der Energie Steiermark unterstützt. „Das Beförderungsangebot für Personen und Güter muss umfangreich, flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst, einfach zugänglich, preiswert und umweltfreundlich sein. Das ist unsere Herausforderung für die nahe Zukunft“, stellt Postbus Regionalmanager Chrysant Ebner fest. 

Wenzel Logistics arbeitet seit dem Jahr 2004 daran, auf der Pyhrn-Schoberachse Transporte vom Lkw auf die Bahn zu bringen. Denn mehr Lkw-Verkehr bedeutet mehr CO2-Emissionen, mehr Abgase, Lärm und Staus. Das Premstättner Unternehmen bietet Bahntransporte zwischen der Steiermark und dem Ruhrgebiet in Deutschland an, ebenso Transporte von Ungarn und Kroatien bis in die Beneluxstaaten. Jährlich werden rund 15.000 Lkw-Fahrten und rund sechs Millionen Kilogramm CO2 vermieden. Verkehrsreferent Anton Lang, VCÖ-Expertin Lina Mosshammer und Postbus-Regionalmanager Chrysanth Ebner überreichten den VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark an Markus Himmelbauer und Stephan Platzer von Wenzel Logistics.

Das Regionalmanagement Südweststeiermark hat im Jahr 2020 in den Bezirken Deutschlandsberg und Leibnitz das „regioMOBIL“ ins Leben gerufen. Das bedarfsorientierte Service ergänzt den öffentlichen Linienverkehr. Zusätzlich gibt es das „WEINmobil“. Für mobilitätseingeschränkte Personen bietet regioMOBIL auch Hausabholungen an. Seit Juli 2022 können beim Zugpersonal der Graz-Köflacher-Bahn Fahrten mit dem Mikro-ÖV Service bestellt und bezahlt werden. Im Jahr 2021 konnten trotz Pandemie 60.000 Personen befördert werden. Mehr als 5.500 Fahrten wurden von oder zu einem Bahnhof gebucht. Die Auszeichnung als vorbildliches Projekt beim VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark nahmen die stellvertretende Regionsvorsitzende Bernadette Kerschler und Lasse Kraack vom Regionalmanagement Südweststeiermark entgegen. 

Um Lösungen zu finden, den Energiebedarf der Mobilität zu reduzieren, startete die Gemeinde Hart bei Graz im Jahr 2021 ein sechsmonatiges Projekt, bei dem 97 Personen unterschiedliche Mobilitätsformen ein Monat lang kostenlos ausprobierten. Es wurden 56 Monatskarten für den Öffentlichen Verkehr ausgegeben, 35 E-Bikes verliehen, fünf Carsharing Zugänge eingerichtet und das GUSTMobil konnte genutzt werden. Aufgrund des großen Erfolges beschloss der Harter Gemeinderat, das Programm bis Ende 2024 fortzuführen. Nun kann die gesamte Bevölkerung für einen längeren Zeitraum und einen geringen Selbstbehalt die verschiedenen Mobilitätsangebote testen. Die Auszeichnung als vorbildliches Projekt beim VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark nahmen die Gemeinderätin Martina Schellander und Jakob Seidler von verkehrsplus entgegen. 

Der VCÖ-Mobilitätspreis zeigt, dass es klimaverträgliche Lösungen für bestehende Verkehrsprobleme gibt. Auf der VCÖ-Website sind unter www.vcoe.at bereits mehr als 2.500 vorbildliche Projekte in einer Online-Datenbank zu finden.

Informationen zu VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark: www.vcoe.at

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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