Steirische Jägerschaft: Ein Verlust der doppelt trifft

Der tragische Tod eines jagdlichen Einsatzhundes in Strallegg hat mehrere Aspekte, die Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau auf den Plan rufen: Drei Jahre dauert die hochspezialisierte Ausbildung und die Ablegung der erforderlichen Prüfungen, die einen jagdlichen Einsatzhund auszeichnen. Dann ist das Zusammenspiel zwischen Jagdhundeführer:innen und Hunden perfekt abgestimmt. Rund 900 dieser jagdlichen Einsatzhunde in der Steiermark sind im Dienst der Allgemeinheit.

Der Jagdhund wächst heute, wie jeder andere geliebte vierbeinige Begleiter, als Familienmitglied auf. Die besonderen Fähigkeiten, die er durch eine verantwortungsvolle Züchtung mitbringt, werden sorgfältig und mit Bedacht gefördert. Nur so entwickelt sich das gegenseitige Vertrauen zwischen Hund und Besitzer:in. Dieses Vertrauen ist die Basis für die herausfordernden Aufgaben, die auf den mit 3 Jahren fertig ausgebildeten Jagdhund warten:

Das Suchen von im Straßenverkehr oft schwerstverletzten oder getöteten Wildtieren ist mittlerweile eine der Hauptaufgaben des Schweißhundes. Er ist darauf trainiert, auch nach längerer Zeit die Spur des verletzten Tieres von den vielen anderen Spuren zu unterscheiden, um das Tier von seinem Leiden erlösen zu können. Durchschnittlich ereignet sich auf den steirischen Straßen fast jede halbe Stunde ein Wildunfall. Damit gehört der jagdliche Einsatzhund zu den am meisten beschäftigten Spezialisten unter den vierbeinigen Helfern der Einsatzorganisationen.

Als verlässlicher Apportierhund sorgt der Jagdhund dafür, dass erlegtes Wild wie Hase, Ente oder Fasan als regionaler und natürlicher Fleischgenuss auf den Tellern der Konsumenten landen.

In Zeiten der Afrikanischen Schweinepest und drohender landwirtschaftlicher Schäden durch Schwarzwild müssen Jagdhunde vorsichtig an diese wehrhafte Wildart herangeführt werden, um nicht selbst verletzt zu werden. Gleichzeitig ist die Jagd der ursprünglichste Bereich des perfekten Zusammenspiels von Mensch und Hund. 

Zitat Bezirksjägermeister Ing. Karl Raith:

Der in Strallegg von einem Landwirt getötete Jagdhund war entsprechend gekennzeichnet, also als Einsatzhund leicht erkennbar und mit einem GPS-Gerät ausgestattet. Einsatzhunde sind dazu ausgebildet, auch selbständig und außerhalb des Sichtbereiches der Hundeführer:innen zu arbeiten, das bringt ihr Einsatzbereich mit sich. Eine Verkettung sehr unglücklicher Umstände haben hier zusammengespielt, der Verlust des vierbeinigen Familienmitgliedes und des jagdlichen Arbeitspartners trifft doppelt.“

Zitat Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau:

Dieser Vorfall zeigt, wie sich die Situation durch unverantwortlich handelnde und unbelehrbare Hundebesitzer zugespitzt hat. Landwirte können heute ein Klagelied darüber singen, wie häufig ihre Weidetiere unter freilaufenden Hunden leiden. Wie oft und wie schwer Wildtiere in ihren Lebensräumen in Mitleidenschaft gezogen werden, ist noch immer nicht angekommen. Wildtiere leiden leise und qualvoll. Was sich Jägerinnen und Jägern, die höflich um das Anleinen ersuchen, oft anhören müssen, spottet jeder Beschreibung. Nur eines ist den vielen, hier nicht wiedergebbaren Antworten gemeinsam: „Meiner tut ja nix.“ Eine Eskalation wie in Weiz ist strikt abzulehnen, aber dass neben unseren Mitgliedern auch den Landwirten angesichts der Anzahl der Vorfälle schön langsam der Kragen platzt, ist nicht verwunderlich.

Fotocredit: Die Steirische Landesjägerschaft

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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