VCÖ: Traurige Sommerunfallbilanz – mehr Verkehrstote in der Steiermark

Im heurigen Sommer kamen in der Steiermark Straßen mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben als im Sommer des Vorjahres, macht der VCÖ aufmerksam. Nach vorläufigen Daten starben im Juli und August 16 Menschen im Straßenverkehr, im Sommer des Vorjahres waren es 13. Österreichweit sind heuer seit Jahresanfang bereits 273 Verkehrstote zu beklagen – um 43 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die Mobilitätsorganisation VCÖ drängt angesichts des starken Anstiegs tödlicher Verkehrsunfälle auf rasche Maßnahmen. Die zu hohen Toleranzgrenzen beim Überschreiten von Tempolimits sind nach Schweizer Vorbild abzuschaffen. Auf Freilandstraßen erhöht Tempo 80 statt 100 die Sicherheit, im Ortsgebiet Tempo 30 statt 50. Zudem braucht es in den Regionen mehr Anrufsammeltaxis und Discobusse, betont der VCÖ.

16 Menschen kamen heuer in der Steiermark im Juli und August nach vorläufigen Daten bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, um drei mehr als im Sommer des Vorjahres, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Seit Jahresanfang verloren in der Steiermark bereits 54 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr und damit mehr als im gesamten Vorjahr als 50 Verkehrstote zu verzeichnen waren.

Österreichweit wurden seit Jahresanfang im Straßenverkehr bereits 273 Menschen getötet. „Statt zu sinken ist die Zahl der Verkehrstoten um 43 höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres, das ist ein Anstieg von fast 20 Prozent. Österreich braucht rasch zusätzliche Verkehrssicherheitsmaßnahmen, um die Zahl der schweren Unfälle zu reduzieren“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Österreich hat schon in den vergangenen zwei Jahren seine – offiziellen – Verkehrssicherheitsziele deutlich verfehlt. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich bereits jetzt deutlich mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen als in der Schweiz im gesamten Vorjahr. In der Schweiz kamen im Vorjahr 200 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, in Österreich im gesamten Vorjahr 362 Menschen.

„In der Schweiz gilt auf Freilandstraßen Tempo 80, auf Autobahnen Tempo 120, in den Städten und Gemeinden gibt es viel Verkehrsberuhigung. Allein Bern hat mehr als 100 Begegnungszonen. Vor allem aber gibt es im Unterschied zu Österreich de facto keine Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits“, nennt VCÖ-Sprecher Gratzer relevante Unterschiede. In Österreich hingegen wird etwa auf Autobahnen und Schnellstraßen je nach Bundesland eine Toleranz von 10 bis 15 km/h gewährt. So wird von kaum einem Lkw das Tempolimit von 80 km/h eingehalten.

Auf den Freilandstraßen würde Tempo 80 statt 100 sowie verstärkte Kontrollen die Verkehrssicherheit erhöhen. Im Ortsgebiet bringt großflächiges Tempo 30 statt 50 eine Reduktion der Verkehrsunfälle, wie auch die Stadt Graz zeigt. In Graz trat heute vor 30 Jahren großflächig Tempo 30 in Kraft, nur auf den Hauptrouten gilt Tempo 50. Die Zahl der Verunglückten ging um 20 Prozent zurück. „Vor allem für die Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern, insbesondere für Kinder und ältere Menschen bringt Tempo 30 statt 50 einen enormen Sicherheitsgewinn“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Ein Pkw, der bei Tempo 30 einen Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg) von 11 Metern hat, hat bei Tempo 50 einen Anhalteweg von 24 Metern. Nach elf Metern hat das Auto noch eine Geschwindigkeit von 49 km/h, informiert der VCÖ. Wird ein Fußgänger mit diesem Tempo angefahren, ist das Risiko schwerster Verletzungen extrem hoch.

Zudem brauchen die Regionen mehr sichere Alternativen. Gemeinden und Bezirke können mit Discobussen und Anrufsammeltaxis wesentlich dazu beitragen, dass weniger Jugendliche und weniger junge Erwachsende im Straßenverkehr schwer verunglücken. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Verkehrsstrafen für die Finanzierung von Discobussen und Anrufsammeltaxis zweckgewidmet wird.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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