VCÖ: In der Steiermark im Vorjahr 56 Schulwegunfälle – Tipp: Schulweg mit dem Kind üben

In rund eineinhalb Wochen beginnt in der Steiermark wieder die Schule. Die Mobilitätsorganisation VCÖ empfiehlt Eltern von Kindern unter zwölf Jahren den Schulweg gemeinsam mit dem Kind zu üben. Im Vorjahr wurden in der Steiermark bei 56 Schulwegunfällen 57 Kinder verletzt. Die Verkehrssicherheit am Schulweg ist höher als auf Freizeitwegen, informiert der VCÖ. Der Schulweg ist für Kinder eine Chance, Kompetenz im Verhalten im Straßenverkehr zu lernen. Elterntaxis nehmen dem Kind diese Chance. Der VCÖ betont, dass Gemeinden und Städte mit Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet die Sicherheit für Kinder erhöhen können.

Die Steiermark hat im Vorjahr das Ziel „kein tödlicher Schulwegunfall“ erreicht, so wie auch in den vergangenen zehn Jahren davor. 57 Kinder wurden bei einem Verkehrsunfall am Schulweg verletzt, im 1. Coronajahr 2020 wurden 45 Kinder verletzt, im Jahr 2019 vor der Covid-19 Pandemie wurden 106 Kinder am Schulweg verletzt, im Jahr 2018 71 Kinder, berichtet die Mobilitätsorganisation VCÖ.

„Die Verkehrssicherheit am Schulweg ist höher. Schülerlotsen und Exekutive sichern Übergänge, Autofahrer sind aufmerksamer und vor vielen Schulen wurden in den vergangenen Jahren Verkehrssicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Der Schulweg ist für Kinder die Chance, in einem gesicherten Umfeld Kompetenz im richtigen Verhalten im Straßenverkehr zu erlangen“, erklärt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Werden Kinder mit dem Auto zur Schule chauffiert, wird ihnen diese Chance genommen. Zudem ist der Schulweg auch eine Möglichkeit, auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung zu kommen. Umso mehr, als Bewegungsmangel bei Kindern ein zunehmendes Problem ist.

Wichtig ist, schon jetzt in den letzten Ferientagen die Kinder auf den Schulweg vorzubereiten. Mit Schulanfängern und Kindern, die die Schule wechseln, ist gemeinsam mit den Kindern der beste Schulweg zu eruieren. Als verkehrssicherer sind jene Wege einzuschätzen, wo weniger Autos fahren, das Tempo des Autoverkehrs niedriger ist und weniger Straßen zu überqueren sind, betont der VCÖ. „Mit Volksschulkindern der 2., 3. und 4. Klasse den bereits bekannten Schulweg vor dem 1. Schultag nochmals gemeinsam gehen und besprechen, worauf zu achten ist. Gefahrenstellen unbedingt der Schuldirektion und der jeweiligen Gemeinde melden“, so ein weiterer Tipp von VCÖ-Expertin Mosshammer.

Durch Verkehrsberuhigung sowie Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet können Gemeinden und Städte wesentlich dazu beitragen, dass die Sicherheit im Straßenverkehr für Kinder, aber auch für alle anderen, hoch ist. Der Unterschied zwischen Tempo 30 und 50 ist groß, wie der VCÖ mit einem Beispiel verdeutlich: Ein Pkw, der bei Tempo 30 einen Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg) von elf Metern hat, hat bei Tempo 50 einen Anhalteweg von 24 Metern. Nach elf Metern hat das Auto noch eine Geschwindigkeit von 49 km/h. Wird ein Kind mit diesem Tempo angefahren, ist das Risiko schwerster Verletzungen sehr hoch.

Ab dem 10. Lebensjahr können Kinder mit absolvierter Radfahrprüfung mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Auch deshalb ist es wichtig, dass es in Gemeinden und Städten gute Radverbindungen gibt.

„Schulstraßen helfen wiederum, ein Verkehrschaos vor Schulen zu verhindern“, weist VCÖ-Expertin Mosshammer auf eine weitere Möglichkeit hin. In der Regel wird bei Schulstraßen vor Unterrichtsbeginn die Straße für den Autoverkehr rund eine halbe Stunde gesperrt. In Südtirol sind Schulstraßen sehr weit verbreitet. In Bregenz in Vorarlberg gibt es vor einer Volks- und Mittelschule einen sogenannten „Gut-Geh-Raum“, wo die   Straße vor der Schule von 7.15 bis 17 Uhr für den Kfz-Verkehr gesperrt ist.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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