Admiral Bundesliga/Red Bull Salzburg. Torgala beim Aufsteiger Lustenau

13:0 Schüsse aufs Tor, 7:1 Großchancen und Treffer en masse! Unsere Truppe zieht dem bisher groß aufspielenden Aufsteiger den Stecker und landet einen nie gefährdeten, aber höchst ansehnlichen 6:0-Erfolg.

Spielbericht /Quelle Red Bull Salzburg; Fotos:© Red Bull/Getty images

Die Vorarlberger nahmen den Schwung aus dem jüngsten Derbysieg gegen Altach gut mit und verstanden es, unsere Truppe in den Anfangssequenzen bestmöglich vom Gehäuse fernzuhalten – nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Lustenau-Coach Markus Mader unsere 4-4-2-Rautenformation spiegelte.

Dieser Teilerfolg war aber nur von kurzer Dauer, schließlich tauchte Nico Capaldo am Sechzehnereck auf. Adriel stellte der Arbeitsbiene beim Versuch eines Zweikampfs das Bein, Referee Ebner blieb keine andere Wahl, als auf den Punkt zu zeigen. Fernando übernahm Verantwortung und versenkte das Spielgerät im rechten Eck (16.). Der Jubel unserer Fan-Entourage war kaum verklungen, da blieb der nächste schon im Hals stecken: Luka Sucic versuchte sich aus 15 Metern, traf das Leder aber alles andere als wunschgemäß.

Mau Kjaergaard gelang ebenjenes Unterfangen deutlich besser. Auf Höhe der Strafraumkante drückte der Blondschopf nach einer zu kurz geratenen Hugonet-Abwehraktion ab, der „Schnibbler“ des Dänen fiel – anders, als es sein Spitzname vermuten ließe – äußerst gekonnt aus – 2:0 (20.)!

Natürlich war der Wille der Austria noch lange nicht gebrochen. Fridrikas verfehlte sein Ziel nach einer schulbuchmäßigen Guenouche-Hereingabe bloß um Nuancen, und auch Guenouche selbst schob die Kugel wenige Minuten später nur knapp am langen Eck vorbei.

Nichtsdestotrotz blieb das „Werkl“ unserer Truppe hochtourig. Zunächst köpfelte Fernando Schierl aus aussichtsreicher Position nur an, dann hatte Dedic sein Visier aus Reihe zwei nicht exakt genug eingestellt.

SC Austria LustenauALU0:6RBSFC Red Bull Salzburg
0.66EXPECTED GOALS3.12
6SCHÜSSE20
46.5%BALLBESITZ53.5%
52.8%ZWEIKAMPFQUOTE47.2%
1ECKEN4
11FOULS24
3ABSEITS2
1GELBE KARTEN1

Das Bild blieb auch nach dem Seitenwechsel unverändert, was dem Rasen freilich guttat, so wurde er gleichmäßig beansprucht. Abwehrrecke Oumar Solet half fleißig mit, kreuzte vorne auf und setzte zu einem unnachahmlichen Solo an. Unser Franzose narrte Adriel und lancierte Capaldo mit einer feinen Außenrist-Flanke. Der Argentinier köpfelte das Kunstleder formschön ins Glück (49.).

Jetzt hechelten die Platzherren nur noch hinterher … und winkten unsere Kanoniere freundlich durch: Fernando überspurtete gleich zwei, drei Gegenspieler, wurde vom vierten aber vorerst gestoppt. Ein Glück, dass Maak und Schierl „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ spielten und Noah Okafor damit freie Bahn gewährten. Der Eidgenosse lachte sich schlapp, sagte „Merci vielmal“ und schob ein (60.).

Unsere Burschen spielten nicht nur Fußball, sie zelebrierten ihn. Zwar verpasste Kjaergaard im Anschluss einer Fernando-Ablage den persönlichen Doppelpack, dafür reihten sich weitere Akteure in die Schützenliste ein: Dijon Kameri setzte „Co-Joker“ Junior Adamu mit einem butterweichen Schupfer in Szene, der Angreifer umkurvte Schierl und vollstreckte – die prompten Abseitsvorwürfe des Schiri-Assistenten hielten dem knapp zweiminütigen VAR-Check nicht stand (78. respektive 80.).

Das abschließende Wort war Kameri selbst vorbehalten: Der Youngster, der seit der U7 in unseren Farben kickt, übernahm das Spielgerät nach einer Schierl-Beinabwehr geistesgegenwärtig und grätschte es zum halben Dutzend über die Linie (82.). Überspitzt formuliert werden die Gazetten womöglich titeln: Königklassen-Auftaktgegner AC Milan kann kommen!

Statements

Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als der Ball bei meinem Tor hinter der Linie war – war top, war geil! Auch dass ich mit den Auswärtsfans jubeln konnte, top! Ich fühle mich sehr gut, die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, und der Trainer vertraut auf meine Stärken – das ist wichtig für mich. Hoffentlich spiele ich dann auch in der Champions League, das wäre natürlich etwas ganz Großes für mich, ein Traum, der in Erfüllung gehen würde.

Dijon Kameri

Wir haben es zum ersten Mal in dieser Saison geschafft, das auf den Platz zu bringen, was wir uns vorgenommen hatten. Wenn wir einmal ins Rollen kommen – das haben wir auch schon in den vergangenen Jahren gezeigt –, dann wird’s schwierig, uns zu stoppen! Heute ist uns der Knoten aufgegangen, auch in Blickrichtung Champions League.

Max Wöber

Personelles

Koita (Knöchel), Omoregie (Oberschenkel), Piatkowski (Oberschenkel), Tijani (Schien- und Wadenbein), Van der Brempt (Knöchel)

Wechsel

Kameri für Capaldo (67.), Bernardo für Solet (67.), Adamu für Okafor (67.), Sesko für Fernando (67.), Diarra für Seiwald (76.)

Gelbe Karte

Solet (35./Foul)

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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