Schladming: ARGE Gelb-Blau sucht Winterquartiere für Ukraine-Flüchtlinge

Mit der Fortdauer des Krieges in der Ukraine werden mittel- bis längerfristige Quartiere für die im oberen Ennstal aufgenommenen Menschen benötigt. Rund 45 Geflüchtete befinden sich weiterhin in der Obhut der ARGE Gelb-Blau. Ab Oktober laufen die meisten Verträge für die bisherigen Unterkünfte aus.

Rund 45 Geflüchtete sind noch in Obhut des Netzwerkes, darunter Kinder, Senioren und Personen, die für sich für den Arbeitsmarkt qualifizieren wollen. Der Großteil von ihnen ist in Sprachkursen organisiert und bereitet sich auf eine Arbeitsstelle vor. Kurt Pfleger vom Rotary Club Schladming, er ist Koordinator für die humanitäre Hilfe, ist auch der Ansprechpartner für Betriebe im Raum Schladming, die für die geflüchteten Menschen Jobangebote bereitstellen können. Übergangslösung touristische Quartiere laufen aus

Die Diakonie hat im April die Administration für die Geflüchteten übernommen, ihre angestellten Mitarbeiter sind für die Betreuung vor Ort abgestellt. „Die größte Herausforderung wird für uns der Winter“, sagt Anna Sprung. Sie ist als Koordinatorin des Diakoniewerks beschäftigt. „Viele unserer Quartiere sind touristisch genutzt. Daher haben wir nur bis Oktober Verträge, danach müssten wir alle in eine andere Stadt verlegen lassen.“ Besonders am Herzen liegt der Diakonie-Flüchtlingskoordinatorin eine sechsköpfige Familie, die nach einer größeren Wohnung sucht. Der Vater ist akademisch gebildet und möchte im Bereich IT Fuß fassen. Für einen Job sind seine Deutschkenntnisse aber noch zu gering. Wenn wir eine entsprechende Wohnung über den Winter finden würden, wären wir sehr glücklich, so Sprung.

Die Zusammenarbeit mit den Institutionen und Initiativen in der Region läuft perfekt, betont Hannes Stickler von der Diakonie. Auch die medizinische Versorgung sei gesichert. „Aber wir werden einen langen Atem brauchen“, warnte Stickler bereits zu Beginn des Flüchtlingsdramas auf europäischem Boden. Dieser Umstand habe sich jetzt bewahrheitet. Der Diakon spricht allen Mithelfern und Verantwortlichen seinen Dank aus, die seit Beginn des Krieges unermüdlich für die Flüchtlinge im Einsatz waren und hofft, dass diese Hilfe weiterhin gegeben sein wird.

Zahl der Schutzsuchenden seit April halbiert

Das Netzwerk ARGE Gelb-Blau, bestehend aus der Gemeinde Schladming, Freiwilligen, Rotary-Club-Mitgliedern und Diakoniewerk-Mitarbeitern, betreut seit April die Schutzsuchenden im Ennstal, die vor den Gräueln des Krieges in der Ukraine geflohen sind. Von den ursprünglich rund 90 Schutzsuchenden im Bezirk ist etwa die Hälfte wieder weggezogen. Einige sind zurück in ihre Heimat, manche von ihnen sind in eine größere Stadt gezogen oder auch in ein anderes Land, um den Anschluss an die ukrainische Community zu suchen. Nur wenige haben es in dem knappen halben Jahr geschafft, sich ausreichend Sprachkenntnisse für einen Arbeitsplatz anzueignen.


Text: Andrea Sieder und Hannes Stickler Foto: ARGE GelbBlau Schladming, Stickler


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AT56 2081 5000 4421 6190 – Verwendungszweck: „ARGE GelbBlau“

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Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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