Zwangsläufige Maßnahmen nötig – Wirtschaft boomt

In der Wirtschaft scheint es richtig rund zu laufen, demnach produzieren die Unternehmen am Anschlag und die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt- Die Hochkonjunktur bringt schwerwiegende Folgen mit sich. Aufgrund von fehlendem Personal können beispielsweise viele Aufträge und Buchungen nicht mehr bedient werden. 

Im Mai zeichnete sich immerhin ein augenfälliger Anstieg hinsichtlich der Beschäftigung ab. In diesem Monat wurde in allen Bundesländern Österreichs der höchste Beschäftigungsstand erzielt. So nahm im Mai die Beschäftigung um mehr als 35.000 Personen zu. Dennoch ist dieser Zuwachs bei weitem nicht genug, um die Problematik rund um den Personalbestand zu lösen. 

Zudem darf auch die Demografie unseres Land nicht in Vergessenheit geraten. Bekanntlich zeigt diese wenig Hoffnung in puncto Personal. Die Demografische Entwicklung, welche die Bevölkerungsentwicklung und ihre Veränderungen insbesondere im Hinblick auf die Altersstruktur, die Entwicklung der Geburtenzahl und der Sterbefälle, die Anteile von Inländern, Ausländern und Eingebürgerten darstellt, verdeutlicht einmalmehr, dass sich diese Problematik in Zukunft sogar verstärken wird.

Besonders negativ fällt diesbezüglich der Anteil von „Jung und Alt“ ins Auge. Beispielsweise das Verhältnis der 15-24-Jährigen an der Bevölkerung von 1990 zu 2022. In diesem Altersbereich sind es aktuell um bedenkliche 220.000 Personen weniger als noch vor guten dreißig Jahren. Ebenso die Gegenüberstellung der 55-64jährigen zu diesen Zeitpunkten spiegelt die diffizile Angelegenheit wider. 2022 gibt es in dem Segment der 55-64jährigen 600.000 in Österreich lebende mehr als noch 1990. Früher oder später gehen diese schließlich in Pension, was zu gravierenden Folgen, also langjährigen Problemen führt. Aufgrund dessen meinen einige Experten sogar, dass kein Weg daran vorbei führe das tatsächliche Pensionsalter in Österreich auch gesellschaftsangepasster zu machen.  

Quelle: https://www.populationpyramid.net/

Des Weiteren stellen die Energiekosten eine Herausforderung dar. So werden, zu einem eminenten Teil der aktuellen Situation auf unserem Planeten geschuldet, unzählige Stromlieferverträge gekündigt. Eine weitere damit eng zusammenhängende, schwierige Angelegenheit ist das Thema rund um die Preissteigerung. Ein Beispiel der Steigerung von 5 Unternehmens-Anschlüssen: Von 7 Cent/KWh im Juni auf 27 Cent/KWH, im Juli auf 32 Cent/KWh und im September 50 Cent/KWh.  

Aus diesem Grund sparen Unternehmen, wo es nur möglich ist, was aber die Preissteigerungen in keiner Weise kompensieren kann. Obendrauf gibt es fatalerweise zunehmend Bedenken, ob es die Preiselastizität erlaubt, all diese Steigerungen auf den Endkunden umzuwälzen bzw. ob aus wirtschaftlicher Sicht eine Weiterführung des Betriebes unter Berücksichtigung der steigenden Kosten möglich ist. Für Großkonzerne ist dies zugegeben kein Grund zur Sorge, letztlich steigern sich die Gewinne Monat um Monat, die KMUs allerdings bluten.

Doch noch weitere Hürden müssen beseitigt werden- Wir fordern rasche Umsetzung von folgenden Maßnahmen:

Teilzeitbeschäftige Frauen: 

Fast 50% aller Frauen arbeiten in Teilzeit, die vereinbarte Arbeitszeit liegt dementsprechend unter der gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Arbeitsdauer. Viele aber zeigen Bereitschaft für mehr Arbeitsstunden. Allerding kann ihre Aufbietung wegen fehlender, zeitlich oder qualitativ nicht hinreichender Infrastruktur oftmals bedauerlicherweise nicht genutzt werden.

Kontingente:

Zwar wurden die Kontingente erhöht, aber um den Mangel an Arbeitskräften in Österreich durch die demografische Entwicklung zu kompensieren, müssen die Kontingente weiter hochgeschraubt werden.

Noch dazu sind viele Regelungen längst nicht mehr zeitgemäß. Beispiel Tourismus: 9 Monate Arbeit und 3 Monate zurück ins Ursprungsland, für Arbeiter im Tourismussegment eine Gebräuchlichkeit. Viele aber wären für eine ganzjährige Vollbeschäftigung bereit, schließlich ist auch ihnen bewusst, dass sich die meisten Wirtschaftsregionen in eine Ganzjahresdestination entwickeln. Ratsam wäre es demzufolge die Kontingentierung weiter zu erhöhen ohne zeitliche Beschränkung. 

Höhere Attraktivität für Pensionisten:innen im Arbeitsmarkt:

Etliche Pensionäre: innen sind bereit, in einem bestimmten Maße dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Doch auch sie sind in Österreich noch einkommenssteuerpflichtig. So sind Steuernachzahlungen, wo sich der Nettostundenlohn unter 10 Euro befindet, äußerst abschreckend und das Ausleben einer „normalen“ Freizeit nach der Pensionierung deutlich attraktiver. 

Förderung der Migration und Fachkräfteeinwanderung:

Qualifizierte Zuwanderung am Beispiel Goethe – Institut

©Foto Steinfisch

Quelle: WKO Regionalstellenobmann Egon Hierzegger

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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