ALPINE NOTLAGEN AM DREISTECKENGRAT, Rottenmanner Tauern (2449m), KREISKOGEL (2306m), Seetaler Alpen und am HOCHFELD (2189m), Schladminger Tauern

Bereits am Vormittag musste eine erschöpfte Wanderin in der Region Schladming-Dachstein vom Polizeihubschrauber Libelle Steiermark gemeinsam mit der Bergrettung Schladming vom Hochfeld (2189m) aus einer alpinen Notlage gerettet werden. Am Nachmittag folgten zwei weitere fordernde Rettungsaktionen für die Bergrettungen in den Rottenmanner Tauern sowie in den Seetaler Alpen.

ALPINE NOTLAGE KREISKOGEL (2306m, Seetaler Alpen)

Sieben Personen davon zwei Kinder wurden heute gegen 16 Uhr im Bereich des Gipfels des Kreiskogels in den Seetaler Alpen von einem starken Gewitter überrascht. Die Gruppe startete auf der Winterleitenhütte zunächst zum Zirbitzkogel (2396m) und setzte danach die Wanderung zum Kreiskogel (2306m) fort. Ein starkes Gewitter brachte die Gruppe in eine alpine Notlage. Sie verständigten daher die Bergrettung über den Alpin Notruf 140. Von der Landeswarnzentrale Steiermark wurde die Bergrettung Judenburg alarmiert. Zum Zeitpunkt des Notfalls war aufgrund der widrigen Wetterlage kein Einsatz eines Hubschraubers möglich bzw. nach Wetterbesserung aufgrund anderer Einsätze auch nicht verfügbar. 12 Bergretter:innen der Bergrettung Judenburg, 2 Alpinpolizisten sowie 6 Bedienstete des Bundesheeres stiegen zu den in Not geratenen Personen auf und begleiteten sie sicher zur Diensthütte der Bergrettung Judenburg. „Die sieben Personen waren stark durchnässt und leicht unterkühlt aber wir haben unsere Diensthütte eingeheizt und zum Aufwärmen vorbereitet.“, schildert Julian Wurm, Einsatzleiter der Bergrettung Judenburg. Von dort traten sie gegen 21 Uhr selbstständig die Heimreise an. „Ich habe nach der Alarmierung mit dem Notrufer telefoniert und ihnen gesagt, sie sollen das Gewitter in einem Bunker des Bundesheeres unmittelbar im Bereich des Gipfels abwarten.“, so Julian Wurm, Einsatzleiter der Bergrettung Judenburg. „Bei Gewittern am Berg ist es an exponierten Stellen besonders gefährlich. Dazu zählen Grate, Rücken, Wasserläufe und alleinstehende Erhebungen wie Gipfelkreuze oder Bäume. Schutz bieten Mulden und im besten Fall geschlossene Gebäude wie zB.: der dort befindliche Bunker. Falls kein Unterschlupf zu finden ist soll man hockend eine „Kauerstellung“ mit geschlossenen Beinen einnehmen und seine Füße ggf. auf einen Rucksack stellen.“, rät Julian Wurm, Einsatzleiter der Bergrettung Judenburg.  

ALPINE NOTLAGE DREISTECKENGRAT (2449m, Rottenmanner Tauern)

Drei Alpinisten starteten auf der Rottenmanner Hütte und wollten die Rottenmanner Tauern bis nach Hohentauern überschreiten. Gegen 16:30 Uhr im Bereich des Dreisteckengrat im unwegsamen und alpinen Gelände kamen die Wanderer in ein heftiges Gewitter. Sie waren erschöpft, unterkühlt und eine Wanderin verletzt. Sie setzten daraufhin einen Notruf ab und verständigten die Einsatzkräfte. Die Landeswarnzentrale Steiermark alarmierten daraufhin die Bergrettung Hohentauern und die Bergrettung Trieben. Zwei Versuche die in Not geratenen Personen mittels Hubschrauber zu retten war aufgrund des starken Windes und der widrigen Wetterbedingungen nicht möglich. Sowohl der ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 14 als auch der Polizeihubschrauber Libelle Steiermark haben es versucht. So mussten die 24 Bergretter:innen, davon 5 Einsatzteams der Lawinen- und Suchhundestaffel mit ihren Hunden sowie 1 Alpinpolizist mehr als 3 Stunden zu den drei Alpinisten zu Fuß durch sehr steiles, unwegsamen und alpines Gelände aufsteigen. Vor Ort wurden die drei Wanderer notfallmedizinisch erstversorgt. Nach rund 7 Stunden waren die in Not geratenen Personen gemeinsam mit den Bergretter:innen wieder zurück im Tal. „Wir mussten die Personen mit Seil gesichert in sehr steilem, nassen und rutschigen Gelände bei widrigsten Wetterbedingungen ins Tal begleiten. Dazu kam dann noch die Dunkelheit, starker Wind, Nebel und Regen.“, schildert Christoph Kandler, Einsatzleiter der Bergrettung Hohentauern die Herausforderungen für seine ehrenamtlichen Bergretter:innen. „Fast alle Gewitter lassen sich heute voraussagen. Das soll auch in der jeweiligen Tourenplanung berücksichtigt werden.“, appelliert Kandler.  

Fotos: Credit Bergrettung Steiermark

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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