Freediver und Weltrekordler Christian Redl/ Eisschwimmer Josef Köberl: Ist Habakuk die Rettung der Gletscher?

Der Freediver und Weltrekordler Christian Redl sowie der Eisschwimmer Josef Köberl waren vor kurzem an verschiedenen Gletschern in Österreich.
Neben ihrer Leidenschaft zu Wasser stehen sie auch für die Ozeane und Gletscher ein. Die Gletscher in Hintertux und am Großglockner sind zwar in einem sehr betrüblichen Zustand doch das kam in den letzten 11.000 Jahren öfters vor, dass die Gletscher verschwunden waren und wieder Eiszeiten entstanden.

Doch wir leben jetzt! Die Resource Wasser, gebunden in Eis, schwindet auf dramatische Art und Weise. So liegen in diesem Winter, aufgrund von mangelndem Schneefall, Saharasand, warme Winde und starke Sonneneinstrahlung, die Gletscher nahezu blank.

Die erste Station der Weltrekordler war der Hintertuxer Gletscher – ein wahres Paradies für Schifahrer, Wanderer und neuerdings Eisschwimmer.

So bringt Josef Köberl seit Jahren Menschen aus der ganzen Welt die Schönheit dieser Gegend und das Eisschwimmen im Natureispalast näher.

In Tux mit dabei der Israeli Yossi Aharoni (47).
Er arbeitet bei der Organisation Zalul in Israel und führt eine Gruppe aus Israel an die hier das Eisschwimmen und die wunderschöne Natur von Tirol kennen lernen.

Zalul („klar“ auf Hebräisch) ist eine Umweltorganisation mit dem Ziel, Israels Meere und Flüsse zu schützen. Der Verein wurde als Reaktion auf die Entfernung der Fischzuchtkäfige gegründet, die den Golf von Eilat verseuchten und das seltene Korallenriff des Roten Meeres beeinträchtigten.

Seitdem hat sich Zalul zur führenden Umwelt-NGO entwickelt, die sich dem Schutz der Meere und Flüsse Israels verschrieben hat.

Herr Aharoni:
Nach der Hitzewelle in Europa warnt die Clear Association weiterhin vor der Klimakrise, so Yossi Aharoni, der Vertreter der Association, der auch Eisschwimmer und Schüler von Josef Köberl ist, bei seinem Besuch an diesem Wochenende konnte er mit eigenen Augen die eingetretene Veränderung und das Abschmelzen der Gletscher sehen.
Die Zalul Association fordert eine sofortige Änderung im Umgang mit der Klimakrise und sieht sie als oberste Priorität der israelischen Regierung und der israelischen Öffentlichkeit.

Die zweite Station von Redl und Köberl war am Fuße des Großglockners.
Dort wo noch im Jahr 1940 das Eis der Pasterze bis knapp unterhalb der Franz Josefs Höhe lag, ist heute ein gewaltiger See. In dieses Tal passt nun der Mondsee ganz leicht hinein. Auch vom Stephansdom könnte man zwei übereinander stellen. Wahrlich erschreckend. Doch hier schwimmen nun Redl und Köberl in 1,8 Grad kaltem Wasser.

Josef Köberl, 45 Wien – Grundlsee
Weltrekordler, Weltmeister, Eisschwimmer, Erlebnistrainer, Ärmelkanalschwimmer usw
www.josefkoeberl.at
Seit 2017 führt Josef Köberl am Hintertuxer Gletscher Workshops durch. Dabei hat er bereits über 200 Personen aus der ganzen Welt in den Natureispalast geführt, um dort im Eiskanal, den Roman Erler 2007 entdeckte, zu schwimmen. Er kennt die Verhältnisse und Veränderungen sehr gut. Dieses Verständnis für Umwelt und Natur erleben seine Workshop Teilnehmer hautnah – im wahrsten Sinne des Wortes.
Statement:
Die Gletscher schmelzen durch die veränderten klimatischen Bedingungen schneller als noch vor Jahren prognostiziert. Wollen wir dem zusehen oder wollen wir die Resource Wasser, die derzeit noch in großer aber schwindender Menge vorhanden ist, schützen? Das Meer beginnt bei den Gletschern. Ist diese Resourse verbraucht wird sich am Gletscher und im Verlauf der Bäche und Flüsse die Natur stark verändern. Es muss den Spezialisten Gehör geschenkt werden. Wo ein Wille da ein Weg und auch Mittel.

Christian Redl, 46 Niederösterreich

Christian Redl taucht seit 30 Jahren Weltrekorde in fast allen Weltmeeren und hat dabei die Schönheit und die Probleme gesehen, deshalb hat er einen Verein mit dem Namen Seven Oceans gegründet. Jeder zweite Atemzug kommt aus dem Meer, stirbt das Meer stirbt der Mensch.

Als Österreicher sind ihm saubere Seen, Flüsse und Gletscher wichtig.
Redl:
Mein letzter Besuch am Gletscher war vor der Pandemie vor 3 1/2 Jahre. Es ist erschreckend wie viel Eis verschwunden ist. Wir müssen alles unternehmen um die Gletscher zu schützen.

Es wird viel über die Dramatik der Gletscherschmelze gesprochen und geschrieben.
Doch wundern sich Redl und Köberl über die Tatenlosigkeit. Welche Lösungsansätze gibt es. Überlassen wir die Gletscher ihrem Schicksal.
Nein! Die Gletscherbahnen am Hintertuxer Gletscher investieren viel Zeit, Mann und Geld in den Erhalt des blauen Eis. Snowfarming ist das Schlagwort.

Wo sind unsere Spezialisten für das Thema. Was kann der Staat tun?
Mit Petitionen und Trillerpfeifen erweckt man die Aufmerksamkeit so mancher Politiker, doch es gibt keine Inhalte. Können die Glaziologen mit ihrer weitreichenden internationalen Erfahrung helfen?

Könnte das Schiff „HABAKUK“2 einen möglichen Lösungsansatz darstellen? Der Prototyp überstand 3 Sommer in einem See. Er wurde aus Pykrete1 gebaut. Einem Verbund aus Eis und Sägespänen.
Eine Überlegung wert?

https://de.wikipedia.org/wiki/Pykrete

https://de.wikipedia.org/wiki/Projekt_Habbakuk

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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