Österreichische Segel-Ikone auf Besuch am Grundlsee

Bericht/Fotos: André Leers

Mitte August beehrte eine österreichische Segel-Ikone mit seinem Besuch den Steirischen Yachtclub Grundlsee. Der 5-fache Europameister und Olympionike nahm an einer Regatta am Grundlsee mit einem Eigenentwurf, einer segelnden Plätte, teil. Die Idee dazu kam Raudaschl 2015, als er ein altes Gemälde einer Plätte sah, die mit einem Segel ausgestattet war. Bekanntlich wurden seinerzeit diese Boote im Salzkammergut dazu verwendet, Salz und Holz zu transportieren. Die historischen Plätten konnten einst nur bei Rückenwind die Segelkraft nutzen, auf ihre Muskelkraft konnten die alten Schiffer deshalb nicht verzichten. Raudaschls neu entwickeltes Boot dagegen kann auch gegen den Wind aufkreuzen. Möglich machen es zwei Ruderflossen, die ein Abdriften des Bootes verhindern und die sich Raudaschl mit einem Partner patentieren ließ.

Hubert Raudaschl nahm von 1960 bis 1996 an zehn Olympischen Spielen in verschiedenen Bootsklassen teil. Er war damit bis 2012 der einzige Sportler der Welt, der zehn Olympiateilnahmen verzeichnen konnte. Allerdings war er bei den Spielen 1960 nur Ersatzmann und nahm nicht an den Wettkämpfen teil. Somit ist er in der Liste der Sportler mit den meisten Olympiateilnahmen mit nur neun Teilnahmen angeführt, auf zehn Teilnahmen brachte es der kanadische Reiter Ian Millar. Seine größten Erfolge waren die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1968 im Finn und 1980 im Starboot sowie die Weltmeistertitel 1964 (Finn) und 1978 (Minitonner).

v.l.n.r.: Oberbootsmann Hans Unterdechler, Hubert Raudaschl und Präsident Michael Hampl.
Hubert Raudaschl auf seiner segelnden Plätte

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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