ÖBB: Sanierter Bosrucktunnel ist fit für die Zukunft

Nach fünf Monaten Bauzeit sind die umfangreichen Sanierungs-Arbeiten im 4.766 Meter langen Bosrucktunnel abgeschlossen. Restarbeiten erfolgen im Zuge von Nachtarbeiten im August.

(Spital am Pyhrn, 29. Juli 2022) Fit für die nächsten 20 Jahre – so präsentiert sich der Bosrucktunnel nach der umfangreichen Tunnelsanierung der letzten Monate. Das Großprojekt wurde insgesamt über 6 Jahre in zwei Phasen abgewickelt: bereits 2016 wurden Tunnelsohle und Gleise erneuert, von März bis Ende Juli 2022 erfolgte dann die teilweise Erneuerung der Tunnelinnenschale sowie der Einbau einer Stromschiene für die Oberleitung. Die Sanierung des historischen Tunnelbauwerks aus 1906 ermöglicht nun einen sicheren Bahnbetrieb für zwei weitere Jahrzehnte. Insgesamt wurden gemäß ÖBB Rahmenplan 23,9 Mio. Euro investiert.

Thomas Fruhmann, Projektleiter ÖBB-Infrastruktur AG, zeigt sich zufrieden: „Mit der umfangreichen Sanierung des Bosrucktunnels stellen wir sicher, dass die wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen Oberösterreich und der Steiermark bis mindestens ins Jahr 2040 über den bestehenden Tunnel abgewickelt werden kann. Ein großer Dank gilt allen Kolleg:innen – von der minutiösen Planung bis hin zur Umsetzung vor Ort. Alle haben an einem Strang gezogen und den zweiten Bauabschnitt in Rekordzeit gemeistert.“

©ÖBB/Robert Deopito

Bosrucktunnel Sanierung Phase 2: Schlitzen, Fräsen und Montieren
Das über 100 Jahre alte Tunnelobjekt hatte teilweise massive Schäden an der Innenwand. Die Sanierung der Tunnelinnenschale hat den rund 30 Arbeiter:innen in den letzten Monaten alles abverlangt: es musste die in die Jahre gekommene Innenschale auf einer Fläche von rund 10.200m² aufgeschnitten werden – das sind umgerechnet knapp 17 Tennisplätze. Im Zuge der Arbeiten wurden 3.390 Tonnen alter Beton abgetragen und abtransportiert – das entspricht dem Gewicht von 17 Blauwalen. Danach konnte mit dem Neuaufbau der Innenschale mittels 135 Tonnen Bewehrungsstahl und 2.200 Tonnen Beton begonnen werden. Erst dann wurden die Gleise wieder eingebaut und zum Schluss die neue Oberleitung in Form einer Deckenstromschiene montiert. Karl Hartleitner, Projektkoordinator ÖBB-Infrastruktur AG: „Die Herausforderung einer derart umfassenden Tunnelsanierung ist unter anderem die Logistik. Alle Arbeitsschritte müssen genauestens geplant werden und jeder Handgriff muss sitzen.“

Die Sanierung in Zahlen

Bosrucktunnel ist 4766 Meter lang
10.200 Quadratmeter Innenschale aufgeschnitten
135 Tonnen Bewehrungsstahl eingebaut
2.200 Kubikmeter Beton neu aufgebracht
1,4 Kilometer Gleis abgetragen und wieder eingebaut
4,8 km Stromschiene neu montiert
11,5 Kilometer Kabel neu angeordnet
Bosrucktunnel als zentraler Teil der Pyhrnstrecke
Die Pyhrnstrecke zwischen den Bahnhöfen Linz Hauptbahnhof und Selzthal ist ein bedeutender Nord-Süd-Korridor für den internationalen Bahnverkehr. Als Teil der Pyhrn-Schober-Achse ermöglicht sie die Verbindung von Deutschland sowie der Tschechischen Republik mit dem Raum Graz und Slowenien. Auch national hat die Strecke eine hohe Bedeutung – insbesondere für Pendler:innen im südlichen Bereich von Linz. Seit den 1980er Jahren bauen die ÖBB die Pyhrnstrecke nach und nach abschnittsweise von einem auf zwei Gleise aus. Diese Ausbauschritte werden auch als selektiv zweigleisiger Ausbau bezeichnet. Parallel zum selektiv zweigleisigen Ausbau werden Bahnhöfe und Haltestellen erneuert und laufend Reinvestitionen und Erhaltungsmaßnahmen (Erneuerung von Gleisen und Weichen, Sanierung von Tunneln, etc.) durchgeführt. Bahnhöfe wie Neuhofen an der Krems, Kematen-Piberbach und Rohr-Bad Hall wurden bereits fit für die Zukunft gemacht. Nächstes Jahr wird die Modernisierung des Bahnhofs Kremsmünster abgeschlossen.

Bauarbeiten auf der Phyrnstrecke mit Auswirkungen auf Bahnverkehr
Während der nächsten Wochen finden auf der Pyhrnstrecke im Linzer Nahbereich Gleisarbeiten sowie Bauarbeiten am Bahnhof Kremsmünster statt. Zwischen den Bahnhöfen Nettingsdorf und Kirchdorf/Krems kommt es auf der Strecke zu Abweichungen im Nah- und Regionalverkehr:

Zwischen den Bahnhöfen Nettingsdorf und Kirchdorf/Krems bzw. Selzthal ist die Strecke für Züge von 30. Juli bis 19. August nicht befahrbar.
Von 20. bis 27. August halten keine Züge in der Station Nöstlbach-St. Marien.
In beiden Fällen wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Zusätzlich gibt es bis 19. August eine Nachtsperre für die Restarbeiten im Bosrucktunnel zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr früh. Diese Nachtsperre betrifft insgesamt 5 Personenzüge, die per Schienenersatzverkehr mit Bussen ab Kirchdorf nach Selzthal geführt werden.

Quelle: ÖBB

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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