ServusTV: Kernöl, Käferbohnen und Kübelfleisch

„Heimatleuchten: Sanfte Hügel, stramme Hendl – im Sulmtal-Sausal“, Fr., 05.08., ab 20:15 Uhr

Der Sausal ist eine Landschaft wie eine fortdauernde Sinuskurve, ein hinauf und hinab in einer ewigen, sanften Wellenbewegung. Die Berge sind auf ein menschliches Maß geschrumpft, die Kuppen der Hügel mit Kirchtürmen gespickt, dazwischen liegen kleine Dörfer. Heimatleuchten zeigt diese steirische Welt fern jeder Schroffheit und bar jeder Dramatik.

Der steirische Sausal: ein Hügelland zwischen Deutschlandsberg und Leibnitz, wo das Glück im Genuss liegt und die drei K‘s hochgehalten werden: Kernöl, Käferbohnen, Kübelfleisch.

Schloss Seggau
© ServusTV / Daniel Götzhaber

Das Buschenschank-Special…
Letzteres ist die Anti-These zu moderner Ernährung: große, ausgewählte Stücke vom Schwein, eingelegt in einen Eimer voll Fett. „Viele sagen, das Fette will ich nicht“, erzählt Elisabeth Schauer, „aber ich finde, zu einer Buschenschank gehört das dazu“. Viele Monate liegt das Fleisch im Fettmantel, bevor es – wie beim Buschenschank Schauer in Kitzeck – fein aufgeschnitten auf den Teller kommt.

…und die steilen Getränke
Der dazugehörende Wein kommt aus den steilsten Hängen Österreichs: auf einem Ausläufer der Alpen wächst im Sausal Rebreihe an Rebreihe nahezu senkrecht bergab. Weinbau bedeutet hier Schwerstarbeit und wenn Bernhard Malli seinen Traktor anwirft, dann nur gesichert mit einer Seilwinde und einem hochverdichteten Stahl-Seil. „Meine Lebensversicherung“, nennt Malli das Seil. Mit einem Gefälle von 115 Prozent arbeitet er im nachgewiesenermaßen steilsten Weingarten Österreichs. Zum Vergleich: Die Mausefalle auf der Kitzbüheler Streif hat ein Gefälle von „nur“ 85 Prozent.

Weinkeller – Schloss Seggau
© ServusTV / Daniel Götzhaber

Eine längst vergessene Hühnerrasse
Im kleinen Ort Fantsch züchtet Familie Strohmaier Sulmtaler Kapaune, eine uralte, fast vergessene und mittlerweile wieder hochbegehrte Hühnerrasse. Vielen Feinschmeckern gelten sie als das beste Federvieh auf Erden. Mit speziellen Kräutern schaffen die Strohmaiers es, dass ihre Tiere fett und fest werden – ihr liebevoller Umgang mit ihnen tut das Seinige und so verwundert es nicht, dass das Federvieh mit „Burlis“, „Puppele“ und „Pinkili“ auch eigene Namen hat.

Alles Einsteigen, Zug fährt ab
Wo andere in ihrem Garten Liegestuhl, Blumen und Rasen haben, hat Karl-Heinz Grubelnik in seinem Garten Züge, Gleise und Loks. Es ist eine Miniaturwelt aus Schienen, Stopp-Signalen und Steuerständen. Das, was er macht, ist aber nicht „Eisenbahn spielen“, darauf legt der Pölfing-Brunner größten Wert. Nein, der Lokführer stellt in seinem Garten den realen Fahrbetrieb im Miniatur-Maßstab nach. „Das hätte eine kleine Anlage werden sollen“, erinnert er sich an die Anfänge, „dass das so explodiert, habe ich damals auch nicht gedacht“.

Außerdem besucht Heimatleuchten das Schloss Seggau, in dem in einer dunklen und feuchten Zisterne die ältesten Weine der Steiermark lagern, die von Kellermeister Karl Menhart sogar nach Sorte bestimmt werden können, Maria Lierzer, die eine der Letzten ist, die in aufwändiger Handarbeit noch Sulmtaler Hüte aus Stroh herstellt und Ruth und Christian Haselmaier-Gosch, die im ältesten Heidelbeer-Betrieb Österreichs zeigen, wie man das kostbare Gut richtig pflückt. Zudem beantwortet Heimatleuchten die Frage, warum in Groß St. Florian und Umgebung in zahlreichen Gärten ausgefallene Vogelhäuschen stehen und klärt ein für alle Mal, ob es „die“ oder „der“ Buschenschank heißt.

Christian & Ruth Haselmair-Gosch; führen den Heidelbeergarten Gosch, den ältesten Heidelbeerbetrieb Österreichs
© ServusTV / Fröhlich Film / Daniela Bernhart
Schloss Seggau
© ServusTV / Daniel Götzhaber

Quelle: ServusTV

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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