ENNSTAL-CLASSIC TAG 3: Radinger / Wagner bauen Führung aus, Racecar Führungen für Thoms/Thoms, Falchetto/Falk und Johannes Huber.

Nach einem Marathon bei traumhaftem Sommerwetter finden sich vorm Tag des großen Finale wieder „die üblichen Verdächtigen“ in den Top-Ten der Ennstal-Classic ein. Neben den Führenden Friedrich Radinger / Thomas Wagner auf Mini 1275 GT, die ihren Vorsprung auf das zweite Mini-Team Klackl/Kovacic-Klackl bei knapp 300 Punkten halten konnten. Überraschend auf Platz eingereiht hat sich am Nachmittag das Team Florian und Dieter Böhmdorfer auf Mercedes-Benz 350 SLC, gleich dahinter folgen die Ennstal-Sieger von 2012, Helmut Schramke und Peter Umfahrer auf Jaguar XK 150. Auch die bekannten Teams Volk, Ulm/Soucek sowie Margarita und Magdalena finden sich erwartungsgemäß in den Top Ten ein. Vieles ist noch offen vor dem Grand Prix in Gröbming, man darf gespannt bleiben (alle Ergebnisse finden sich hier). 

Die Racecar-Trophy, zunächst mit einer Bergwertung auf die Tauplitzalm, dann im guten, alten Vintage-Flugplatzrennen-Stil in Niederöblarn ausgetragen, lieferte ihren Zusehern genuinen, historischen Motorsport mit allen bekannten und beliebten Facetten. Bei brütender Hitze und griffigem Asphalt matchten sich Supercars mit Formelautos, Rallye-Größen mit Sportcoupés. Die Sieger der Supercar-Klasse heißen weiterhin Heiko und Reiko Thoms auf Porsche 911 GT3 RS, in der Rallye Cars & GT-Wertung führen Enrico Falchetto und Heike Falk auf Renault 5 Turbo2, bei den Formelautos liegt Johannes Huber mit seinem KMW Porsche SP20 von 1971 vor Rudi Roubinek auf Fiat-Abarth Formula 2000 von 1980 und Evita Stadler auf Formel Ford 1600 Hawke DL2 von 1969 (Alle Racecar-Ergebnisse finden sich hier).
Die VW-SP in Liezen brachte tatsächlich ein Treffen mit den Harteisen-Bikern der Harley Davidson Charity Tour unter der Führung von Harley-Papst Ferdinand Fischer, Mariazell, Lunz und Steyr fanden wir gewohnt unter regstem Zuseher-Zulauf statt. Und trotz den Nachwehen eines Marathons in den Knochen ließ keiner der Teilnehmer die traditionelle Porsche-Night im Classic-Zelt Gröbming aus. Während Familien-Vertreter und Porsche-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche quasi live von einschneidenden Ereignissen an der Firmenspitze (Herbert Diess übergab am Freitag das Volkswagen-Zepter an das Porsche-Führungsduo Oliver Blume und Arno Antlitz) berichten konnte, blieb das Gesprächsthema bei der Ennstal-Classic aber weiterhin im Zeichen der historischen Automobile und der Aura, die sie auch in für die Branche eher windigen Zeiten stoisch umgibt. So passt für Porsche Österreich Markenleiter Helmut Eggert – der selbst heuer bereits zum 20. Mal teilnimmt und gemeinsam mit Porsche Austria Konzern-Sprecher Hans-Peter Schützinger einen ehemaligen Gendarmerie-Porsche 356 SC Cabrio pilotiert und derzeit auf Platz 103 liegt – gerade bei einer Marke wie Porsche das Erbe der frühen Jahre mit den aktuellsten Entwicklungen nahe beisammen: „Der Grundsatz unserer Marke war immer, zu dem Zeitpunkt, wo ein Produkt herauskommt, sollte es auf dem Höhepunkt des technisch machbaren sein. Das war schon beim 356er mit seiner Leichtbauweise so, und findet heute vergleichbar beim vollelektrischen Taycan statt, der mit seiner 800 Volt-Technologie absolut zeitsparendes Laden in einer überschaubaren Zeitspanne ermöglicht und aber gleichzeitig bei den Fahrleistungen vorzeigt, was aktuell machbar ist.“
Gerhard Novak, als General Manager Timepieces der Porsche Lifestyle Group sozusagen der „Host“ des Porsche Design Grand Prix am Samstag und gerade mit den Uhren der Marke Porsche Design einer großen wie wichtigen Historie verpflichtet, sieht eine enge Verbindung zwischen Uhren- und Autofans ob der technischen Gemeinsamkeiten: „Hier wie dort geht es um Funktionalität und robuste Technologie, sowohl bei den Rennautos, als auch bei den ‚normalen’ Autos und da spielt auch das Thema Design stark hinein. Was einst mehr als Form follows Function gut funktionierte, repäsentiert heute durch den Zauber der Historie wunderschöne Formen. Das tun wir auch, wenn wir etwa den Chronograph 1 von 1972 ident neuauflagen und damit größte Erfolge feiern.  Teure Autos, teure Uhren: Ist der Hedonismus dieser Produkte heute nicht ein wenig aus der Zeit gefallen? Gerhard Novak: „Die Nachfrage nach hochwertigen Produkten mit einer gewissen, historischen Geschichte und Tradition ist heute so groß wie nie zuvor. Der Trend geht eindeutig hin zu hochwertigen, mechanischen Uhren. Ob das hedonistisch und damit gut oder schlecht ist, diese Frage müssen wir uns Gott sei Dank nicht stellen. Wir bauen gerade zum dritten Mal unsere Manufaktur aus, und das ist sicherlich gut so.“
Das große Finale am Samstag, den 23. Juli startet traditionell ab 07h15 mit der Hatz auf den Stoderzinken, von 10h30 an gehört die Hauptstraße in Gröbming der Vorstellung „Als die Autos laufen lernten“ presented by Fahr(t)raum sowie einer Autogrammstunde mit den Porsche-Promis Ricky Müller, Strietzel Stuck und Richard Lietz, ab 12h30 beginnt das Warm-Up zum Porsche Design Grand-Prix, der um 13h von statten geht. Ab 13h30 dann: Das große Finale der Ennstal-Classic 2022 an der Startrampe im Zentrum von Gröbming, gekrönt von der „Flower-Ceremony“ mit Siegerehrung um etwa 15h45 an der Startrampe.
Hans Jochim Stuck auf Porsche 956 und Richard lietz in seiem Le Mans-Siegerauto wärmen sich in Niederöblarn für den Porsche Design Grand Prix in Gröbming am Samstag auf
© Ennstal-Classic
© Ennstal-Classic/Peter Meierhofer

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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