Kühlen Kopf bewahren: Hitze-Strategien von Wildtieren

Seit einigen Tages hat uns die Hitzewelle fest im Griff! Am kommenden Wochenende erreichen uns Temperaturen von bis zu 40 Grad. Wenn wir jedoch über die Grenzen Österreich hinaus blicken sehen wir die weitreichenden Folgen von langanhaltender Hitze. Waldbrände und Überhitzung, die bis zum Tod führen kann, sind die Spitzen dieser Zeit.

Viel trinken, im Kühlen bleiben und wenig Bewegung lautet hier die Devise.

Kaum vorstellbar wie sich in dieser Zeit Wildtiere fühlen müssen

Schwitzen wie ein Schwein – an der Redewendung ist nichts dran. Denn die meisten Wildtiere können nicht schwitzen. Trockenphasen und Hitze bedeuten besonderen Stress für viele weitere heimische Wildtierarten wie zum Beispiel den Gämsen, dem Rotwild und vielen Vogelarten. Um sich vor der Hitze zu schützen, haben sie ganz unterschiedliche Strategien entwickelt. Hirsche sowie auch andere Wildtierarten wie zum Beispiel Wildschweine wälzen sich gern im Schlamm – sie suhlen sich. Dies Sulen werden von Hirschen vor allem aufgesucht, wenn kein Gewässer in der Nähe ist. Ansonsten lieben sie es, wenn ihnen das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals steht.

Besonders betroffen sind jene Wildtierarten, welche nicht mehr in kühlere Höhenlagen ausweichen können. Da uns der Klimawandel jedoch fest im Griff hat, und es auch im alpinen Raum deutlich zu warm ist, stoßen diese Wildarten an ihre Grenzen – denn irgendwann ist die Spitze des Berges erreicht und ein Leben ist nicht mehr möglich. So genannte „Eiszeit typische“ Wildtierarten wie das Gamswild machen schon Temperaturen von über 16 Grad zu schaffen. Kaum vorstellbar wie es sich bei knapp 30 Grad anfühlen muss.

Auch Fuchs, Hase und Fasan und andere Bodenbrüter haben es bei der Hitze nicht leicht. Neben ihren eigenen Überlebensstrategien wie der Flucht in unterirdische Bauten, die Wärme über ihre Beine abzuleiten wie es Vögel machen oder dass mehr Blut als sonst in die langen Ohren des Feldhasen gepumpt wird damit über die dünne Haut der sogenannten Löffel überschüssige Wärme entweicht – wie bei einer Klimaanlage. Unterstützt werden Wildtiere vor allem vor allem in den südlichen Bereichen der Steiermark durch die freiwillige Arbeit der Jägerinnen und Jäger, die Wasserstellen anlegen, um den Hitzestress der Wildtiere zu mildern.

Foto: Thomas Kranabitl

Wie kann ich selbst helfen?

Auch wir Menschen sehnen uns einem kühlen Ausgleich auf der Alm beim Wandern oder bei einer erfrischenden e-Bike Tour in den Bergen. Unsere verstärkte Anwesenheit mit zu wenig Abstand stresst Wildtiere zusätzlich zur Hitze: Es wird weniger gefressen, dadurch weniger Milch für die noch immer säugenden Jungtiere produziert, diese Jungtiere können nicht genügend groß und stark werden und haben es in den Wintermonaten noch schwerer als sie es ohnehin schon haben.

Auch unbewusstes Fehlverhalten führt zu Stress bei Wildtieren. Leider liest man in letzter Zeit wieder vermehrt von freilaufenden Hunden, die Wild- und Weidetiere gehetzt haben. Das Leben der Wildtiere hängt gerade in Zeiten extremer Wetterphasen an den Leinen der Hundebesitzer! Ein freilaufender Hund ist leicht vermeidbares Risiko, das einsichtige Hundeliebhaber mit Herz längst verstanden haben.  

Quelle: Steirische Landesjägerschaft

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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