„Eine Alm fällt nicht vom Himmel!“

22 freiwillige Helfer*innen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlicher Nationalitäten treffen in der Woche vom 17. bis 23. Juli 2022 im 288 km2 großen Naturpark Sölktäler in den Niederen Tauern zusammen, um an einem Familien- Bergwaldprojekt des Österreichischen Alpenvereins mitzuwirken und dabei die Almbauern der Winkleralm, sowie der Tuchmoaralm tatkräftig beim Erhalt der Almflächen zu unterstützen. Das Projekt im Naturpark findet bereits zum sechsten Mal statt.

Unter den Teilnehmer*innen befinden sich heuer zehn Kinder und Jugendliche (ab 7 Jahre), die hier nicht nur ihr eigenes Wissen über die nachhaltige Almbewirtschaftung erweitern, sondern dieses auch großzügig über die sozialen Medien weitertragen möchten. Unter dem Motto „Jugend erzählt: Eine Alm fällt nicht vom Himmel“ werden zum ersten Mal die jungen Teilnehmer*innen unter Anleitung von Filmprofis kurze Videos erstellen, um sich ganz klar dem Bildungsauftrag und der Sensibilisierung Gleichaltriger zu den Themen Klimawandel und Biodiversität auf der Alm zu widmen.

Den wenigsten von uns ist nämlich bekannt, dass erst das traditionelle Auftreiben der Weidetiere diese artenreiche Kulturlandschaft geschaffen hat und diese nun durch die stetig zunehmende Klimaerwärmung mehr bedroht ist, als je zu vor. Durch die andauernde Verschiebung der Waldgrenze in letzten Jahrhunderten um etwa 300 Höhenmeter nach oben, wächst der Wald bereits jetzt vermehrt in die Flächen, die früher für die Almwirtschaft vorgesehen waren und erschwert damit die ohnehin bereits mühselige Arbeit der Almbauern.

Da kommen die „helfenden Hände des Alpenvereins“ gerade recht, um beim Schwenden der Grünerlen und Fichten, also dem Entbuschen der Almen, oder der Beseitigung von Geröll nach Unwettern und Lawinenabgängen mit Freude mitzuwirken. Hierfür leitet Friederike Geppert mit ihrem Team bereits seit 2017 ehrenamtlich dieses Bergwaldprojekt als einzigartiges Familienprojekt. Über ihre Motivation sagt sie: „Ich schätze besonders, das generationenübergreifende Arbeiten! Das ist nämlich doppelt nachhaltig – zum einen helfen wir beim Kampf gegen den Klimawandel und zum anderen wecken wir das Verständnis bei jungen Menschen für einen achtsamen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.“

So ein Projekt für Groß und Klein braucht nämlich ein etwas Mehr der liebevollen Planung. Der reine Arbeitseinsatz dauert dabei vier volle Tage, muss natürlich kindgerecht gestaltet sein und ist trotzdem von einem straffen Tagesablauf geprägt. Nur der freie Mittwoch wird für eine Führung im „Wassererlebnis Öblarn“ und eine kleine Wanderung in das naheliegende Englitztal zur Berger-Hütte genutzt. Die Sensibilisierung und das Verständnis für natürliche Vorgänge der Natur sind sehr wichtig. Besonders ist heuer auch die Unterkunft der Helfer*innen in der Selbstversorgerhütte Berghaus in der Walchen. 2017 wurde sie von den Unwettern so schwer beschädigt, dass der Wiederaufbau sogar ungewiss war. Umso erfreulicher ist es, dass sie nun wieder in neuem Glanz erstrahlt und den Teilnehmer*innen in diesen Sonnentagen kühle Unterkunft gibt.

Bergwaldprojekte

Beim Bergwaldprojekt des Österreichischen Alpenvereins nehmen hauptsächlich Erwachsene Teil. Hier geht es darum, einen aktiven Beitrag zur Sicherung unseres Lebensraumes zu leisten. Neben der körperlichen Arbeit in der Natur, wie zum Beispiel Aufforstungen, Pflege-und Schutzmaßnahmen, Zaun- und Steigbau, Erosionssicherungen und vielem mehr, kann man auch den faszinierenden Lebensraum Wald erleben und erfährt von kompetenten Fachleuten viel Wissenswertes über das sensible Ökosystem. Auch Spaß und Geselligkeit sind ein wichtiger Teil der Projektwoche.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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