VCÖ: Bezirk Hartberg-Fürstenfeld ist heuer steirischer Spitzenreiter bei neuen Elektro-Autos

Elektro-Autos benötigen deutlich weniger Energie als Diesel- und Benzin-Pkw 

VCÖ (Wien, am 15. Juli 2022) – Bereits jeder sechste Neuwagen, der im 1. Halbjahr im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld zugelassen wurde, fährt ausschließlich mit Strom. Damit ist Hartberg-Fürstenfeld vor der Südoststeiermark der steirische Spitzenreiter bei Elektro-Autos, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. E-Pkw benötigen beim Fahren im Schnitt um zwei Drittel weniger Energie als Benzin- und Diesel-Autos. Der Großteil der Neuwagen wird auf Firmen zugelassen.  Die Steuerbegünstigung von Firmenwagen, die mit Diesel oder Benzin fahren, sollte rasch beendet werden, betont der VCÖ. 

Der Anteil der E-Pkw bei den Neuwagen klettert in der Steiermark sowohl in Stadt als auch am Land in die Höhe, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Der Bezirk Hartberg-Fürstenfeld ist mit einem Anteil von 16,5 Prozent Elektro-Autos an den Neuzulassungen steirischer Spitzenreiter. An zweiter Stelle folgt die Südoststeiermark mit 16 Prozent vor den Bezirken Leibnitz (15,1 Prozent), Weiz (15,0 Prozent), Graz-Umgebung (14,8 Prozent) und Deutschlandsberg (14,0 Prozent), berichtet die Mobilitätsorganisation „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“. In der Landeshauptstadt Graz  waren 12,4 Prozent der Neuwagen Elektro-Autos.

Die stark gestiegenen Spritpreise führen dazu, dass beim Autokauf der Energieverbrauch eine stärkere Rolle spielt. Elektro-Autos sind deutlich energiesparender als Benzin- und Diesel-Pkw. Für 100 Kilometer benötigen E-Pkw laut Umweltbundesamt im Schnitt 21 Kilowattstunden, Benzin- und Diesel-Pkw mit umgerechnet 66 kWh dreimal so viel. „Mit 21 Kilowattstunden kommt ein E-Pkw 100 Kilometer, ein Pkw mit Verbrennungsmotor hingegen nur 32 Kilometer“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Auch die CO2-Bilanz von E-Pkw ist inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung deutlich besser als jene von Pkw mit Verbrennungsmotor. Mit österreichischem Strom-Mix (inklusive Stromimporte) verursachen E-Pkw in der Gesamtbilanz im Schnitt um 58 Prozent weniger CO2 als Benzin- und Diesel-Pkw, wird nur Ökostrom getankt sogar um 74 Prozent weniger, informiert der VCÖ. 

„Auch wenn Elektro-Autos besser abschneiden als Benzin- und Diesel-Pkw, ist es natürlich viel energiesparender, klimafreundlicher und gesünder kürzere Strecken zu Fuß und mit dem Fahrrad zu fahren. Und die Gesamtbilanz des Öffentlichen Verkehrs ist ebenfalls um ein Vielfaches besser als von E-Pkw“, erinnert VCÖ-Expertin Mosshammer. Der VCÖ warnt aber davor, bei E-Pkw die gleichen Fehler zu begehen wie bei Verbrenner-Autos, wo der Trend zu übergewichtigen und übermotorisierten Modellen den Energieverbrauch in die Höhe trieb. Deshalb soll die Kaufförderung für E-Pkw den Energieverbrauch berücksichtigen. Energiefresser sollen keine Förderung erhalten, fordert der VCÖ.

Beim Neuwagenkauf spielen Firmen eine sehr große Rolle. Österreichweit werden rund zwei Drittel der Neuwagen auf Firmen oder andere juristische Personen angemeldet. „Um die Energiewende bei der Autoflotte zu beschleunigen ist es daher wichtig, bei den Firmenwagen anzusetzen“, betont VCÖ-Expertin Mosshammer. Ein wichtiger Schritt wäre, die Steuerbegünstigung für Firmenwagen, die mit Diesel oder Benzin fahren abzuschaffen. Ebenso ist die Kaufförderung für Plug-In-Hybrid-Pkw nicht gerechtfertigt, da sowohl nationale als auch internationale Studien zeigen, dass der reale CO2-Ausstoß von Plug-In- Hybriden im Schnitt um ein Vielfaches höher ist als die Herstellerangeben. 

Wie schnell die Energiewende bei Pkw gehen kann, zeigt Norwegen. In Norwegen lag der Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen im Jahr 2014 bei 12,6 Prozent, das ist etwa das Niveau, das die Steiermark  im 1. Halbjahr aufweist. Im Jahr 2020 wurden in Norwegen bereits die Hälfte der Neuwagen zu 100 Prozent mit Strom betrieben und heuer waren bereits drei Viertel der Neuwagen Elektro-Autos. Benzin- und Diesel-Pkw kommen nur noch auf einen gemeinsamen Anteil von sieben Prozent. 

„Die Hersteller bringen immer mehr E-Pkw-Modelle auf den Markt, damit steigt die Auswahl. Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor kann bei Neuwagen noch vor dem Jahr 2030 gelingen. Das wäre auch aus Energiesicht gut und wichtig“, stellt VCÖ-Expertin Mosshammer fest. Denn während Haushalte Strom für E-Pkw mit einer Photovoltaikanlage selber erzeugen können, ist Österreich bei Benzin und Diesel von Rohölimporten aus anderen – meist despotischen – Staaten abhängig. 

VCÖ: Hartberg-Fürstenfeld ist steirischer Bezirk mit höchstem Anteil neuer Elektro-Autos (Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2022, in Klammer Anzahl neuzugelassene E-Pkw) 

Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 16,5 Prozent (166)

Bezirk Südoststeiermark: 16,0 Prozent (129)

Bezirk Leibnitz: 15,1 Prozent (146)

Bezirk Weiz: 15,0 Prozent (217)

Bezirk Graz-Umgebung: 14,8 Prozent (204)

Bezirk Deutschlandsberg: 14,0 Prozent (96)

Pol. Exp. Gröbming: 13,1 Prozent (26)

Graz: 12,4 Prozent (443)

Bezirk Leoben Land: 9,5 Prozent (39)

Bezirk Murau: 9,4 Prozent (24)

Bezirk Voitsberg: 8,7 Prozent (48)

Bezirk Murtal: 8,4 Prozent (67)

Bezirk Liezen: 7,8 Prozent (193)

Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 6,4 Prozent (82)

Stadt Leoben: 4,0 Prozent (13)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2022 

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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