ARF – Unternehmerin der Woche: Goga Berton – Kosmetikstudio Glamour

Das Ausseer Regionalfernsehen setzt die Serie mit dem Titel „UnternehmerIn der Woche“ fort. Viele Personen kennen zwar die Betriebe, die von diesen Persönlichkeiten geführt werden, aber nicht unbedingt Näheres zu ihrem Werdegang und zu ihren Werthaltungen.

Diesmal stellen wir Goga Berton vor, die in Bad Aussee das Unternehmen Kosmetikstudio Glamour. führt. 

1. Können Sie Ihren bisherigen Lebensweg kurz darstellen?

Hallo, ich heiße Goga Berton, bin in Bosnien geboren, aufgewachsen und habe dort meinen Fachschulabschluss im Bereich Gastronomie gemacht. Mit 18 Jahren bin ich 1991 nach Bad Aussee gekommen, da meine Eltern damals schon in Bad Aussee als Gastarbeiter gearbeitet haben. In Bad Aussee lernte ich meinen Mann Mario kennen, den ich dann 1995 geheiratet habe und später auch zwei Kinder, Franziska und Francesko, bekommen habe.  Mein erster Job war auf der Blaa Alm als Küchenhilfe. Über die Jahre hinweg kam ich dann in den Kosmetikbereich und habe mich dann 2010 dazu entschlossen, selbständig zu werden.
Ich gründete mein Nagelstudio in der Ischlerstraße und bildete mich über die Jahre ständig weiter. Mittlerweile biete ich neben dem Nageldesign auch noch Wimpernverlängerungen, Microblading (permanentes Augenbrau-Makeup) und weitere Kosmetikbehandlungen an.

2. Wie groß ist Ihr Betrieb?

In meinem Studio mache ich alles allein. Vom Kaffemachen bis hin zur Terminvereinbarung habe ich alles selbst in der Hand. So weiß ich immer ganz genau, was meine KundInnen wollen und wie es ihnen am besten passt, damit schlussendlich jeder und jede zufrieden ist.

3. Was ist Ihre Motivation, Unternehmer zu werden, gewesen?

Früh war das Interesse schon an der Kosmetik-Branche geweckt. Ich schaute mich um und bemerkte, dass mir keine Firma zu hundert Prozent zusagte, und daher entschloss ich mich meine eigene Chefin zu werden und es so zu machen, wie ich es für richtig halte und wie es für meine KundInnen am besten sei. Ich konnte mir von nun an alles selbst einteilen. Ich entschloss mich auch von Anfang an dazu, auf keine fixen Öffnungszeiten zu setzten, denn, genau so individuell und verschieden wie meine Designs, sind auch die Bedürfnisse meiner KundInnen. Manche wollen noch am Morgen vor der Arbeit, andere spätabends, nachdem die Kinder schon schlafen, zu mir kommen.
All diese Flexibilität, die ich als selbstständige Unternehmerin habe, motivierten mich dazu, meine eigene Firma zu gründen.

4. Welche Eigenschaften muss Ihrer Meinung nach ein Unternehmer haben?

Es ist ja in jeder Branche unterschiedlich, jedoch glaube ich trotzdem, dass es ein paar Eigenschaften und Prinzipien gibt, die einen zu Erfolg bringen können und überall gleich verlangt werden.
Der erste und wahrscheinlich auch wichtigste Punkt ist die Freundlichkeit. Ein Lächeln, eine Bitte und ein Danke kosten zwar nichts, bewirken manchmal aber Wunder.
Hinzu kommt auch noch die Genauigkeit. Egal welchen Beruf man hernimmt. Präzise und gewissenhafte Ausführung ist immer wichtig und ein Garant für Kundenzufriedenheit.

Der letzte Punkt, der die Motivation für all diese Eigenschaften mitträgt, ist, dass die KundInnen an erster Stelle stehen müssen. Denn die beste Werbung fürs eigene Unternehmen sind zufriedene KundInnen.

5. Was sind Ihre wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen gewesen?

Die wichtige und vielleicht auch für mich die schwerste Entscheidung war, als ich ich meine Festeinstellung bei meinem vorhergehenden Arbeitgeber kündigte und ich mich dazu entschlossen habe, von meinem neuen Beruf zu leben.

Eine weitere wichtige Entscheidung war es, weitere Schulungen und Ausbildungen zu belegen und mein Angebot zu erweitern. Neben kleineren Kursen in meinem ursprünglichen Bereich, dem Nageldesign, legte ich noch drei weitere große Prüfungen mit dem Microblading, der Wimpernverlängerung und jetzt, ganz neu, zur Kosmetiker-Ausbildung ab.
So war es mir möglich, neue KundInnen zu gewinnen und meinen bestehenden ein breiter gefächertes Angebot zu bieten

6. Was kommt in Zukunft auf Ihre  Branche zu? Welche Entwicklungen sehen Sie?

Die Arbeit an sich ist sehr gefestigt und die Methoden sind schon längst zu Ende optimiert, jedoch sehe ich noch viel Potential im Bereich Nachhaltigkeit. Leider sind auch heute noch Tierversuche immer noch keine Seltenheit. Einige Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeite, ändern dies zunehmend, doch Luft nach oben ist immer.
Auch die Art der Verpackungen und die Versandwege sind hier nicht immer ideal gestaltet. Jedoch gibt es Angebote wie Messen, wo man vor Ort einkaufen kann und sich seine Produkte besorgt, ohne jedes Stück einzeln verschicken zu müssen.

7. Was soll der Staat an Rahmenbedingungen verändern?

Grundsätzlich muss man ja schon sagen, dass es in Österreich sehr gut geht. Es ist alles zum Großteil durchdacht und geregelt. Jedoch gibt es immer Vorschläge und das Bemühen, Systeme zu verbessern. Ich höre oft, dass einige junge Menschen die Ambition haben, ein Unternehmen zu gründen, sich aber nicht trauen, deren eigener Chef zu werden, da sie oft einfach nicht wissen, dass es gar nicht so schwer ist. Hier könnte man ansetzen und für mehr Aufklärung, durch lokale Workshops o.Ä., sorgen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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