VCÖ-Tipps für die Urlaubsreise zu Spritpreisen, Unfallrisiko und unterschiedlichen Verkehrsregeln

Spritsparender Fahrstil ist auch sicherer

VCÖ (Wien, 5. Juli 2022) – Am Freitag beginnen die Ferien. Für alle, die in den kommenden Wochen ins Ausland auf Urlaub fahren, gilt es einiges zu beachten, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ- Mobilität mit Zukunft. In einigen europäischen Staaten sind Tempolimits und Promille-Grenzen niedriger und Verkehrsstrafen höher als in Österreich. In Urlaubsländern wie Italien, Kroatien und Griechenland ist das Unfallrisiko höher und in einigen Staaten die Spritpreise. Wer spritsparend fährt, spart einiges an Geld und ist auch sicherer unterwegs, informiert der VCÖ. Wer ein österreichweites Klimaticket hat, kann in Österreich ohne zusätzliche Kosten mit Bahn oder Bus auf Urlaub fahren.

„Das österreichweite Klimaticket macht nicht nur das Pendeln in die Arbeit deutlich günstiger, sondern ermöglicht heuer auch vielen ohne Zusatzkosten mit Bahn oder Bus in Österreich Urlaub zu machen. Das ist nicht nur kostengünstig, sondern auch deutlich klimaverträglicher“, stellt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer fest. Laut Studie des Umweltbundesamts verursacht eine Woche Österreich-Urlaub mit der Bahn um 94 Prozent weniger CO2 als ein Spanien-Urlaub mit dem Flugzeug.

PKW-Reisen oder doch Flugzeug?

Eine Woche Italien-Urlaub mit dem Auto verursacht im Schnitt laut Umweltbundesamt um 80 Prozent weniger CO2 als der Spanien-Urlaub mit Flugzeug. Durch spritsparendes Fahren kann der Treibstoffverbrauch um 15 bis 20 Prozent reduziert werden und damit auch der CO2-Ausstoß. Wer auf der Autobahn 110 statt 130 km/h fährt senkt den Verbrauch im Schnitt um 17 Prozent, bei Tempo 100 statt 130 sogar um 23 Prozent. „Das bedeutet, dass ein Pkw, der bei 130 km/h sieben Liter pro 100 Kilometer braucht, bei 100 km/h nur mehr 5,4 Liter verbrennt. Mit einer 50 Liter Tankfüllung kommt man dann mit 926 Kilometer um rund 210 Kilometer weiter“, verdeutlicht der VCÖ.

Neben dem Motto „Gleiten statt rasen“ ist vorausschauendes Fahren sehr wirksam, weil damit der Fuß früher vom Gaspedal genommen werden kann. Niedrigtourig verbraucht ein Auto ebenfalls weniger Sprit, deshalb rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Wer mit „leichtem Gepäck“ reist, kann sich eine Dachbox sparen, die aufgrund des Luftwiderstands den Verbrauch erhöht. Ein Spritfresser kann die Klimaanlage sein. Zu kalt eingestellt, treibt sie den Spritverbrauch stark in die Höhe.  

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass aktuell Tanken in den skandinavischen Staaten sowie in den Niederlanden, Griechenland und der Schweiz deutlich teurer ist als in Österreich. In Italien sind die Preise geringfügig niedriger als in Österreich, in Kroatien kosten 50 Liter Diesel um rund sieben Euro weniger als in Österreich. Aber in Kroatien ist wiederum das Unfallrisiko hoch. Auch in osteuropäischen Staaten ist zwar die Spritrechnung an der Tankstelle niedriger, aber die Gefahr eines Unfalls im Straßenverkehr höher.  

Unterschiedliche Gesetze auf den Straßen Europas

Mit 72 Verkehrstoten pro Million Einwohnerinnen und Einwohner gab es in Kroatien im Vorjahr fast doppelt so viele Todesopfer wie in Österreich mit 40, berichtet der VCÖ. Bulgarien verzeichnete sogar 81 Verkehrstote pro Million Personen, Rumänien 93.

Der VCÖ weist zudem darauf hin, dass in vielen europäischen Staaten das Tempolimit auf Freilandstraßen niedriger als in Österreich ist. So gilt beispielsweise in der Schweiz, Dänemark, Zypern, Niederlande und Finnland Tempo 80 als Regelgeschwindigkeit, in Schweden Tempo 70 und in Italien, Kroatien, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Frankreich und Portugal Tempo 90. Auf Autobahnen sind beispielsweise in der Schweiz, Belgien und Spanien (jeweils Tempo 120) niedriger, in Schweden gilt Tempo 110.

Gleichzeitig ist die Mindesthöhe von Verkehrsstrafen in vielen Staaten höher. 20 km/h zu schnell fahren kostet in Österreich mindestens 30 Euro, in Kroatien mit mindestens 70 Euro mehr als doppelt so viel und in Italien mit mindestens 175 Euro fast sechsmal so viel. Auch die Strafen für Handy am Steuer sind deutlich höher als in Österreich, in Griechenland mit 100 Euro doppelt so hoch wie in Österreich, in den Niederlanden mit 350 Euro siebenmal so hoch.

Wer spritsparend das Motto „gleiten statt rasen“ und vorausschauend fahren beherzigt, ist auch sicherer unterwegs und vermeidet zudem Verkehrsstrafen. Und selbstverständlich gilt es auch im Ausland, das Motto „Don’t Drink and Drive“ und „Don’t Phone and Drive“ zu beherzigen, betont der VCÖ.

Fakten zum CO2-Austoß

Spanien-Urlaub mit Flugzeug: 1.528 kg CO2

Italien-Urlaub mit Pkw: 304 kg CO2 (minus 80 Prozent)

Österreich-Urlaub mit Pkw: 162 kg CO2 (minus 89 Prozent)

Österreich-Urlaub mit Bahn: 96 kg CO2 (minus 94 Prozent)


Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2022

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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